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Mi., 07.08.2019

DFB-Pokal, 1. Runde: Boxweltmeister und Bürgermeister unterstützen Viktoria Berlin gegen Arminia Bielefeld Schlagkräftige Koalition

Box-Weltmeister Arthur Abraham hofft, dass Arminia k.o. geht.

Box-Weltmeister Arthur Abraham hofft, dass Arminia k.o. geht. Foto: dpa

Von Dirk Schuster

Bielefeld/Berlin (WB). Mit Mittelmaß gibt sich der FC Viktoria 1889 Berlin nicht zufrieden. Die dritte Kraft im Berliner Fußball zu werden und ein volles Stadion im Erstrunden-Pokalspiel gegen Arminia Bielefeld – so lauten die ambitionierten Ziele des Fußball-Viertligisten.

Pokal als super Vehikel

Unter dem Motto #20000fürViktoria wirbt der Gewinner des Berliner Landespokals für einen ausverkauften Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, wenn am Samstag um 15.30 Uhr die Arminen nach Prenzlauer Berg kommen. Für gewöhnlich trägt Viktoria ihre Heimspiele im Stadion Lichterfelde aus. Aber dort passen nur 4300 Besucher hinein. Zu wenig für die Ansprüche des FC. Was so auch für die Klassenzugehörigkeit gilt. Sportdirektor Rocco Teichmann erklärt: »Wir wollen mittelfristig neben Hertha und Union als dritter Berliner Verein im deutschen Profifußball mitmischen. Der Pokal ist ein super Vehikel, um uns zu beweisen und uns einem breiten Berliner Publikum zu präsentieren.«

Chinesischer Investor wollte Millionen investieren

Der Start in die Saison der Regionalliga Nordost verlief jedoch mittelmäßig. Vier Punkte sammelte das Team des neuen Trainers Benedetto Muzzicato in den ersten drei Partien. Das reicht für Tabellenplatz zehn. Zuletzt gab es daheim ein 0:2 gegen Lok Leipzig.

Der Profifußball war vor nicht allzulanger Zeit schon einmal das erklärte Ziel der Viktoria. Im Mai 2018 war bekannt geworden, dass ein chinesischer Investor namens Alex Zheng durch seine Firma ASU einen zweistelligen Millionenbetrag in den Verein investieren wollte. »Ich freue mich darauf, ein Viktorianer zu werden«, wurde Zheng auf der Viktoria-Homepage zitiert. Im Dezember des selben Jahres reichte der Klub beim Amtsgericht Charlottenburg dann aber einen Insolvenzantrag ein. Genau so schnell wie Zheng damals erschienen war, war er auch wieder verschwunden – und mit ihm sein Geld.

Artur Abraham kommt ins Stadion

Die hohen Ziele aber blieben. Auch Muzzicato träumt vom Weiterkommen gegen Zweitligist Bielefeld . Der 40 Jahre alte Coach hofft, dass die Zuschauer »uns in die 2. Runde tragen« werden.

An prominenten Unterstützern mangelt es dem Deutschen Meister von 1908 und 1911 nicht. Arthur Abraham wird am Samstag ins Stadion kommen. Der Box-Weltmeister verspricht: »Da steht eine junge Mannschaft auf dem Platz, die mit 20.000 Zuschauern im Rücken Mauern einreißen kann. Wenn ganz Berlin am 10. August ein Viktorianer ist, werden wir die Mannschaft in die 2. Runde des Pokals durchboxen und Bielefeld k.o. spielen.«

Bürgermeister drückt »Ballkünstlern« die Daumen

Nicht nur der Ex-Boxer, auch der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, outet sich als Anhänger. »Ballkünstler« nennt der 54-Jährige die Viktorianer in einem Grußwort, das der FC auf seiner Vereinsseite veröffentlicht hat. Weiter heißt es: »Ich drücke Benedetto Muzzicato und seinen Jungs fest die Daumen.«

Und auch wenn am Samstag nicht 20.000, sondern vielleicht doch nur fünf-, sechs- oder siebentausend Zuschauer kommen werden – Mittelfeldspieler Christoph Menz verspricht: »Wir werden den Fans eine Pokalschlacht liefern und uns zu 100 Prozent für ganz Berlin reinhängen. Die Emotionen werden hochkochen.«

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