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Mo., 12.08.2019

Glanzlos weiter: Arminias Siegtorschütze Voglsammer zieht einen prominenten Vergleich Ein bisschen wie die Bayern

Schwaches Spiel, gute Laune: Tom Schütz, Andreas Voglsammer und Fabian Klos (von links) applaudieren den 2000 Arminia-Fans im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark.

Schwaches Spiel, gute Laune: Tom Schütz, Andreas Voglsammer und Fabian Klos (von links) applaudieren den 2000 Arminia-Fans im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Foto: Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster

Berlin (WB). »Es geht einzig und allein ums Weiterkommen«, hatte Uwe Neuhaus vor der Pokalpartie beim Viertligisten Viktoria Berlin gesagt. Den Auftrag ihres Trainers haben die Zweitligafußballer des DSC Arminia mit ihrem 1:0 (1:0)-Erfolg im Jahn-Sportpark erfüllt – mehr aber auch nicht.

Um positive Begleiterscheinungen des Zweitrundeneinzugs zu finden, mussten sogar die Bielefelder selbst ganz schön suchen. Tom Schütz wurde schließlich fündig. »Wir hatten im Vorfeld über genau die Situation gesprochen«, sagte der Einwechselspieler und meinte die enge Schlussphase. Doch anders als noch eine Woche zuvor bei der wilden Fahrt im Punktspiel beim VfL Bochum (ein glückliches 3:3 nach 2:0-Vorsprung), hielten die Bielefelder bei eigener Führung in einem Auswärtsspiel dieses Mal hinten dicht. Schütz »Da musst du bei dir bleiben und deinen Stiefel runterspielen, darfst nicht die Nerven verlieren, so dass alles kreuz und quer geht, auch wenn die Fans kommen.« Das sei gelungen. Und selbst wenn der Gegner nur ein Viertligist und die Partie »nicht hundertprozentig souverän« war, befand der 31-Jährige: »Das Spiel gibt uns mehr Sicherheit.«

Zähe Partie

Nach ihrem überzeugenden Start, den Andreas Voglsammer mit seinem Kopfballtor (Ecke von Jonathan Clauss) mit dem Führungstor garnierte (15.), kuppelten die Gäste aus und ließen bis zur Pause ausrollen. Der Regionalliga-Zehnte war drauf und dran, die Passivität des Favoriten zu bestrafen. Doch Torwart Stefan Ortega Moreno, bester Bielefelder, entschärfte die Schüsse von Rafael Brand (23.) und Yannis Becker (27.).

Die Partie blieb auch im zweiten Durchgang zäh. Weil die Gäste wiederholt das 2:0 verschluderten, wurde es zum Schluss sogar ein bisschen spannend. »Wir sind – im Unterschied zu mehreren Erstligisten – weiter. Wir haben es überstanden, letztlich auch nicht unverdient«, bilanzierte Neuhaus. Voglsammer sah es ähnlich und zog einen prominenten Vergleich: »Wir haben uns nicht mit Ruhm bekleckert. Aber das haben die Bayern auch nicht in der vergangenen Saison.« Die Münchener quälten sich 2018/19 zunächst von Runde zu Runde (1:0 bei Drochtersen/Assel, 2:1 beim SV Rödinghausen), und am Ende waren dann doch wieder sie diejenigen, die in Berlin triumphierten. Dass es für die Arminen im Mai 2020 zu einem weiteren Berlin-Besuch reichen könnte, bedarf nach der Vorstellung vom Wochenende allerdings einer Extraportion Fantasie.

Nilsson wirbt für sich

Am Samstag kehren die Arminen mit dem Heimspiel gegen Aue in den Alltag zurück. Von den drei im Vergleich zum Bochum-Spiel neuen Akteuren, die Neuhaus in Berlin beginnen ließ, dürfte sich maximal einer für einen erneuten Starteinsatz empfohlen haben. Denn während Nils Seufert und Marcel Hartel blass blieben, deutete Verteidiger Joakim Nilsson an, eine Verstärkung sein zu können. »Gutes Passspiel, sichere Aktionen, letztlich zu Null«, fasste Neuhaus das Debüt zusammen.

Berlin: Flauder - Daube, Kapp, Gunte (57. Schulz), Hoffmann, Röcker - Hüther (76. Yamada), Becker, Menz - Schmidt (60. Ndualu), Brand

Bielefeld: Ortega Moreno - Clauss (78. Kunze), Behrendt, Nilsson, Hartherz - Seufert (61. Schütz), Prietl, Hartel (90.+1 Pieper) - Edmundsson, Klos, Voglsammer

Schiedsrichter: Bokop (Vechta)

Zuschauer: 4503

Tore: 0:1 Voglsammer (15.)

Gelbe Karten: Hoffmann / -

Kommentare

Hartel eine Verstärkung?

Wohl eher nicht.
Nach Owusu der nächste Chancentod.
Der hat bei Union Berlin nichts getroffen und
wird auch hier nichts reißen.
Wer solche klaren Chancen gegen Viktoria
Berlin nicht verwandelt, der trifft in der 2. Liga
schon gar nicht.

Also souverän sieht für mich anders aus. Gerade in der ersten Halbzeit, als die Berliner zu einigen Chancen kamen, ging es hinten tlw. drunter und drüber. Ich ereinner mich an eine Hereingabe von rechts, bei der unsere rechte Abwehrseite völlig blank war und 3 Berliner dort standen. Gut nur, dass der Ball nicht ankam bzw. kläglich veregebn wurde.
Da waren einige Szenen, in denen die Stellung und die Zuordnung überhaupt nicht passte.
Viel Arbeit für die Defensivabteilung.
Und vorne darf gerne schneller agiert werden. Dieses behäbige Herumpassen und immer wieder klatschen lassen. Und selbst wenn man sich dann mal an die gegnerische box kombiniert hat ist der Ball tlw. in wenigen Sekunden wieder bei Ortega.

Man kann sich nur wundern

Ein gottenschlechtes Spiel scheint den Protagonisten die Laune nicht zu verderben. Da muss man schon schlucken. Ob die 2000 mitgereisten Fans auch etwas zu Lachen hatten? Eigentlich hätten diese Anspruch auf Erstattung der Reisekosten. Es sind nämlich nicht unbedingt die Reichsten, die ihren Verein zu Auswärtsspielen begleiten. Um nicht falsch verstanden zu werden: Es ist nicht entscheidend, ob man gewinnt, oder verliert. Auf das "Wie" kommt es an. Uninspirierter Angsthasenfußball gehört nicht dazu. Das Gegenteil ist man aber den treuen Fans schuldig !

3 Kommentare

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