>

Fr., 16.08.2019

Arminia Bielefeld setzt auf Mehrwegbecher und will weiteren Müll vermeiden Schlange stehen für die Umwelt

Trotz Pfand: Immer wieder landet auch der ein oder andere Getränkebecher auf dem Rasen der Schüco-Arena.

Trotz Pfand: Immer wieder landet auch der ein oder andere Getränkebecher auf dem Rasen der Schüco-Arena. Foto: Thomas F. Starke

Von Henrik Wittenborn

Bielefeld (WB). Runter von der Tribüne, noch schnell den leeren Getränkebecher abgeben und den Pfand-Euro zurückkriegen – das kann gerade nach gut besuchten Heimspielen von Arminia Bielefeld schon einmal zur dritten Halbzeit werden. Der DSC setzt in der Schüco-Arena seit Jahren auf Mehrwegbecher – und gehört damit zu den umweltfreundlicheren deutschen Klubs im Profifußball.

Laut einer Studie der Deutschen Umwelthilfe (DUH) müssen die Fans von 35 der 56 Profivereine in der ersten, zweiten und dritten Liga derzeit nach dem Spiel noch einmal den Weg zum Getränkestand antreten, um ihre Becher zurück zu geben. Für die DUH noch zu wenig: Sie fordert von der Deutschen Fußball-Liga eine Pflicht zum Einsatz von Mehrwegbechern in Stadien. Zwar habe sich die Situation bereits deutlich verbessert, für die laufende Saison rechne man aber dennoch mit einem Müllberg von 7 Millionen Einwegbechern.

Sollte die Pflicht zum Mehrwegbecher tatsächlich kommen, würde sich für Arminia selbst nichts ändern. »Wir nutzen die Mehrwegbecher seit Jahren und denken dabei auch an die Umwelt«, sagt Klubsprecher Daniel Mucha auf Anfrage. Das bringe für alle Beteiligten – auch für den Verein selbst – einen erhöhten Aufwand mit sich. Einwegbecher könnten bei der Reinigung des Stadions schließlich in einem Arbeitsgang gleich mit entsorgt werden. »Aber was ist denn nerviger? Ein paar Minuten Warten oder eine vermüllte Umwelt?«

Stadionzeitschrift verkleinert

Und Arminia tut seit dieser Saison noch ein bisschen mehr für den Umweltschutz. »Wir wollen den Müll im Stadion ganz gezielt reduzieren«, sagt Mucha. So sei auch die Stadionzeitschrift »Halbvier« zur neuen Saison deutlich verkleinert worden. Sie erscheint mittlerweile nur noch im Taschenformat. In der Vergangenheit seien laut Mucha viele gedruckte Exemplare übrig geblieben, die ebenfalls eine Menge unnötigen Müll verursacht hätten.

Wie lange ein Mehrwegbecher im Stadion im Umlauf ist, sei allerdings nur schwer nachzuvollziehen. Laut Zahlen der DUH ist der Mehrwegbecher aber schon nach der fünften Nutzung umweltfreundlicher als sein Pendant zum Wegwerfen. Übrigens: Wer sich das Anstehen für die Pfandrückgabe nach dem Heimspiel gegen Erzgebirge Aue am Samstag sparen will, kann damit Arminias Jugendabteilung etwas Gutes tun: An den Ausgängen können die Becher in Sammelboxen geworfen werden, der Pfanderlös fließt dann in die Kasse des DSC-Nachwuchses.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6852424?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2536432%2F