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Di., 20.08.2019

Wie Norbert Eilenfeldt Klos’ 60. Zweitligator für Arminia erlebte »Ich gönne Fabi den Rekord«

Im April 1978 erzielte Norbert Eilenfeldt gegen Hannover 96 (hier Torwart Hillmann) zwei seiner 59 Zweitligatore für den DSC.

Im April 1978 erzielte Norbert Eilenfeldt gegen Hannover 96 (hier Torwart Hillmann) zwei seiner 59 Zweitligatore für den DSC. Foto: imago

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). »Meinen Glückwunsch an Fabi!«, gratuliert Norbert Eilenfeldt nach dem Heimsieg des DSC Arminia gegen Erzgebirge Aue. Seit Samstag darf sich Fabian Klos alleiniger Zweitliga-Rekordtorschütze des DSC nennen. Gegen Aue gelang dem Stürmer das 2:0 (Endstand 3:1). 60 Tore hat er in dieser Spielklasse nun schon für Arminia erzielt – eins mehr als Eilenfeldt.

Allein an der Spitze

Dank seines 60. Tores führt Fabian Klos die Top 10 der Arminia-Profis mit den meisten Treffern in der 2. Liga vor Norbert Eilenfeldt nun allein an. * noch aktiv

60 Fabian Klos*59 Norbert Eilenfeldt49 Christian Sackewitz42 Volker Graul39 Bruno Labbadia38 Artur Wichniarek36 Andreas Voglsammer*28 Roland Peitsch24 Ewald Lienen22 Helmut Schröder

In der Sportschau hat sich der 63 Jahre alte Ex-Armine am Samstagabend vor dem Fernseher angesehen, wie Klos in der 61. Minute nach feinem Zuspiel von Manuel Prietl erst Aues Torwart Martin Männel umkurvte, um mit dem linken Fuß den Ball dann ins verwaiste Tor zu schießen. Hundertprozentig genießen konnte Klos seinen Treffer zunächst allerdings nicht: »Auf dem Weg Richtung Tor habe ich einmal rübergeguckt zum Linienrichter, anschließend auch nochmal.« Die Fahne blieb unten. Doch aus Sorge, der Video-Schiedsrichter könnte sich aus dem Kölner Keller zu Wort melden, um ihm den eben erst errungen Rekord gleich wieder abspenstig zu machen, »kam von mir auch kein großartiger Jubel«, erklärt Klos. Die Ungewissheit nehme »einem Stürmer so ein bisschen die Emotion«, sagt der 31-Jährige.

Doch der Treffer zählte. Der Jubel in der Schüco-Arena war groß. Und auch vor dem Fernseher in seinem Zuhause in Steinhagen freute sich einer mit, der seinen Rekord in diesem Augenblick los war. »Rekorde sind da, um gebrochen zu werden«, sagt Eilenfeldt. Er habe großen Respekt vor der Leistung von Fabian Klos und hätte den Moment der Ablösung auch gern live im Stadion erlebt. »Doch leider lässt es meine Zeit nicht zu, bei jedem Spiel dabei zu sein«, sagt Eilenfeldt, dessen Herz noch immer an Arminia hängt.

Fabian Klos trägt seit 2011 das Trikot von Arminia Bielefeld. Foto: Starke

1976 kam der gebürtige Gelsenkirchener vom 1. FC Mülheim nach Bielefeld. Er blieb bis 1981 ein Armine, stieg mit dem DSC in dieser Zeit zwei Mal in die Bundesliga auf. Über Kaiserslautern und Schalke führte sein Weg 1986 noch einmal nach Bielefeld zurück. Wegen eines Knorpelschadens im Knie musste Eilenfeldt seine Spielerkarriere 1988 jedoch beenden.

Der Arminia blieb er als Jugendtrainer treu, er war in dieser Rolle später unter anderem auch beim SC Verl und bei der Spvg. Steinhagen tätig.

2005 wurde Eilenfeldt anlässlich des 100-jährigen Arminia-Bestehens in die »Jahrhundert-Elf« des Vereins gewählt.

Klos ist seit 2011 bei Arminia

Für Klos kam diese Wahl zu früh. Erst 2011 schloss sich der gebürtige Gifhorner dem DSC an. Im April 2018 stellte er mit seinem Treffer zum 2:0 ebenfalls gegen Aue den klubinternen Pflichtspiel-Torrekord von Ernst Kuster ein. Es war Klos’ 111. Treffer für Arminia. Mittlerweile sind es 132.

»Fabian hat sich seinen Status bei Arminia über die Jahre hart erarbeitet«, sagt Eilenfeldt. »Ich gönne ihm sehr, dass er jetzt den Rekord für sich hat.«

Was Eilenfeldt Klos allerdings noch voraus hat: Der frühere Stürmer und Mittelfeldspieler traf für Arminia auch in der 1. Bundesliga ins Tor. 21 Mal war Eilenfeldt hier für die Blauen erfolgreich. »Ich wünsche Fabian und dem Verein, dass Arminia bald endlich mal wieder in der 1. Liga spielen wird«, betont Eilenfeldt. Dass es mit dem Aufstieg schon in dieser Saison klappt, mag er aber nicht so recht glauben. »Wenn man sieht, welche Möglichkeiten andere Klubs wie Hamburg, Hannover oder Stuttgart haben, kann ich es mir nicht vorstellen«, sagt er. »Aber wünschen würde ich es mir schon sehr.«

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