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Fr., 23.08.2019

Mittelfeld-Laufwunder Manuel Prietl ist begeistert von Arminias Spielstil »Der beste Fußball«

Manuel Prietl ackert und dirigiert die Arminia im Mittelfeld.

Manuel Prietl ackert und dirigiert die Arminia im Mittelfeld. Foto: Thomas F. Starke

Von Sebastian Bauer

Bielefeld (WB). Das ist mal eine Ansage: Als den »besten Fußball, seit ich Fußball spiele« bezeichnet Manuel Prietl das, was der Mittelfeldspieler aktuell auf dem Platz bei und mit Zweitligist Arminia Bielefeld erlebt.

Man möchte dem Österreicher bei solch einer Aussage fast unterstellen, dass der hochverdiente und spielerisch überzeugende 3:1-Sieg gegen Aue vom vergangenen Wochenende noch eine berauschende Restwirkung hatte. Doch wer den 28-Jährigen kennt, der weiß: Der eher zurückhaltende, aber sehr analytische Manuel Prietl weiß genau, was er sagt.

»Wir haben einen klaren Plan«, begründet Prietl (seit 2016 beim DSC), weshalb er den aktuellen Stil nicht nur als den »besten Fußball, seit ich hier bin« bezeichnet, sondern sogar als den besten seiner gesamten Fußballerkarriere.

Tatsächlich kamen die Arminen gegen Aue dem spielerischen Niveau, das sich Trainer Uwe Neuhaus wünscht, schon sehr nahe. Ihren dominanten Ballbesitzfußball wollen die Bielefelder nun am Samstag beim SSV Jahn Regensburg (13 Uhr, Continental Arena) erneut auf den Rasen bringen.

Laufwunder aus Österreich

Mehr und mehr hat sich Manuel Prietl zum Dreh- und Angelpunkt in diesem Arminia-System entwickelt. Als Laufwunder war der Österreicher, der an fast jedem Spieltag die meisten Kilometer aller DSC-Profis abspult, sowieso schon bekannt. Doch Prietl ruft mittlerweile noch mehr Qualitäten ab, die auch sein Trainer schätzt: »Jede Mannschaft braucht einen Spieler, der Löcher stopfen und Zweikämpfe gewinnen kann. Aber darüber hinaus ist er noch ein zentraler Anspielpunkt. Da hat er sich deutlich verbessert. Das macht er mittlerweile richtig gut.«

Beim Laufen, defensiven Absichern und dem Mehr an Gestalten beließ es Prietl in den ersten Spielen aber nicht. Beim Saisonauftakt gegen den FC St. Pauli traf er kurz vor Schluss selbst zum wichtigen 1:1 – sein erstes Tor nach mehr als zweieinhalb Jahren. Und gegen Aue bereitete Manuel Prietl das vorentscheidende 2:0 mit einem starken Pass in die Tiefe vor. Eine Entwicklung, die der Armine allerdings eher aus der Sicht des rackernden Mittelfeldspielers und nicht aus der Perspektive der fokussierten Tormaschine beurteilt: »Es ist schön, wenn man nach zweieinhalb Jahren mal wieder ein Tor schießt. Wichtig ist aber, dass wir zu Chancen kommen. Wer dann vorne einen reinmacht, ist vollkommen egal.«

Gegen Aue gebremst

So oder so: Es läuft bei Manuel Prietl im Sommer 2019. Manchmal sogar so gut, dass der Trainer seine Laufmaschine auf dem Weg in die Offensive ein wenig einbremsen muss – wie gegen Aue. Ein klein wenig zu oft verließ Prietl da nach dem Geschmack von Uwe Neuhaus die wichtige Zone vor der Abwehr. »Grundsätzlich ist meine Aufgabe im defensiven Bereich, den Jungs vor mir den Rücken frei zu halten. Gegen Aue musste er mich ein wenig bremsen, damit ich vor der Abwehr bleibe«, sagt der Mittelfeldspieler. Neuhaus erklärt: »Weil wir sehr offensiv angelaufen sind, sollte Manuel das Zentrum schließen.«

Ansonsten wollen sich die Arminen in dieser Saison keinesfalls bremsen lassen. Auch dann nicht, wenn es mal nicht so rund laufen sollte. Rückschläge werden kommen, davon geht Manuel Prietl aus. Genau so sicher ist er, dass den DSC mögliche Niederlagen nicht aus der Bahn werfen werden: »Wir haben einen super Spirit. Das hilft in solchen Situationen. Es wird auch eine Phase geben, in der es nicht so läuft. Dann ist es gut, wenn du einen guten Kern hast – den haben wir.«

Das wird in Regensburg nötig sein. Als »Stresstest« bezeichnet der Trainer das Spiel in Bayern. Und auch Prietl weiß, dass der Jahn den Arminen alles abverlangen wird: »Regensburg ist ein sehr, sehr unangenehmer Gegner. Sie werden permanent versuchen, uns unter Druck zu setzen. Wir müssen ihnen unser Spiel aufzwingen.« Und das soll laut Manuel Prietl aktuell ja ganz gut sein.

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