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Do., 19.09.2019

Wirklich ein Spitzenteam? Arminia muss das in Wiesbaden bestätigen – Mit Video »Das wird viel schwieriger«

Arminia geht als Favorit in die Partie in Wiesbaden. Doch Trainer Uwe Neuhaus weiß um die Schwere der Aufgabe.

Arminia geht als Favorit in die Partie in Wiesbaden. Doch Trainer Uwe Neuhaus weiß um die Schwere der Aufgabe. Foto: Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). Einerseits, so ist zu vernehmen, kann Uwe Neuhaus es sich ziemlich gut vorstellen, seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag bei Arminia Bielefeld vorzeitig zu verlängern. Andererseits möchte der Trainer gerne in die Bundesliga. Doch wer weiß, womöglich kann der 59-Jährige in Bielefeld ja zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Neuhaus hat die Ostwestfalen im oberen Tabellendrittel etabliert. Der jüngste 2:0-Erfolg beim Erstligaabsteiger Hannover 96 hat untermauert, dass Arminia vor der Saison offenbar nicht zu Unrecht von einigen Experten zum Geheimfavoriten erklärt worden war. »Ich glaube, dass es schon auch mal dazu gehört, einen in Anführungsstrichen Großen zu schlagen, wenn man sich in diesem Tabellenbereich befindet. Auch um dieses Gefühl zu bekommen, dass alles möglich ist«, sagt Neuhaus mit dem Blick auf den Sieg in Niedersachsen – aber auch mit dem Blick auf das, was noch kommen könnte.

Als Tabellendritter geht Arminia nun in das nächste Punktspiel am Samstag beim SV Wehen Wiesbaden (13 Uhr, Brita-Arena). Mit einem weiteren Sieg würden die Bielefelder bestätigen, dass sie zurecht der Spitzengruppe angehören.

Erste Liga ist das Ziel

Zuletzt war Neuhaus’ Berater Markus Buchbinder derjenige, der gegenüber der »Sport-Bild« betont hatte, dass sein Mandant die 1. Liga als Ziel vor Augen habe. Aber auch der ehemalige Erstligaprofi selbst hatte bereits im März im Interview mit dieser Zeitung zu diesem Thema erklärt: »Warum soll mir das als Trainer nicht gelingen? Das ist mein Ziel und das bleibt mein Ziel, solange bis es nicht mehr erfüllbar ist.«

Im November wird Neuhaus 60. Dass er sehr genau gucken muss, wo sich sein großes Ziel am ehesten realisieren lässt, ist nachvollziehbar. Und genauso nachvollziehbar wäre, wenn andere Klubs bei Berater Buchbinder schon ihr Interesse hinterlegt haben sollten, Neuhaus für eine künftige Zusammenarbeit zu gewinnen. Unter dem gebürtigen Hattinger punktet Arminia seit seinem Amtsantritt im Dezember 2018 konstant im Stile eines Aufstiegsaspiranten. So etwas bleibt in der Branche natürlich niemandem verborgen.

Neuhaus fühlt sich wohl beim DSC

Doch Neuhaus fühlt sich wohl beim DSC. Und die Arminen sind froh, dass sie ihn haben. »Wir sind mit Uwes Arbeit sehr zufrieden«, hatte Samir Arabi unlängst erklärt, als der Sport-Geschäftsführer mit dem Thema Vertragsverlängerung konfrontiert wurde.

Es liegt nun auch an den Arminia-Profis, ihren Trainer davon zu überzeugen, dass sich eine Verlängerung beim DSC für ihn nicht nur finanziell lohnen könnte. Siege sind das stärkste Argument. Neuhaus selbst hat eigenen Angaben zufolge keinen Zweifel, dass seine Spieler weiterhin gierig sind. »Nichts deutet darauf hin, dass der kommende Gegner unterschätzt wird und wir die Aufgabe zu leicht nehmen könnten«, sagt er mit Blick auf die Begegnung in Wiesbaden.

Gleichwohl erklärt er die Partie dort zu einer komplizierten Aufgabe. »Das wird viel, viel schwieriger als in Hannover«, sagt Neuhaus und verweist dabei auf die defensivere Spielweise und die spezielle Situation der Hessen.

Aufsteiger ist Tabellenletzter

Der Aufsteiger ist Tabellenletzter. Trainer Rüdiger Rehm steht nach nur einem Unentschieden und fünf Niederlagen bereits gehörig unter Erfolgsdruck. Natürlich habe man durchaus ein gewisses Mitgefühl mit dem Kollegen, sagt Neuhaus – »aber erst nach dem Spiel«. Arminias Coach weiter: »Ich denke, dass fast jeder Trainer so eine Situation schon mal durchlebt hat.« Es gebe nur ganz wenige Ausnahmen, die noch nicht in diesen Regionen festgesessen hätten. »Aber man versucht natürlich trotzdem, die Situation für sich auszunutzen und die drei Punkte zu holen. Das ist davon unabhängig.«

Nachdem Arminia in Hannover vor einer Bundesligakulisse spielte (37.200), werden in der Brita-Arena lediglich rund 5000 Besucher erwartet. »Hannover war ein Highlight«, schwärmt Neuhaus. Nun warte eine kleinere Bühne. »Die Aufgabe aber«, sagt der Trainer, »bleibt die gleiche«.

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