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Sa., 21.09.2019

Turbulentes Spiel: DSC siegt 5:2 bei Wehen Wiesbaden – Klos trifft doppelt Arminia stürmt mit fünf Toren auf Platz zwei

Andreas Voglsammer (links) und Cebio Soukou (rechts) bejubel das 2:1 von Arminias Rekordtorjäger Fabian Klos in dessen 300. Pflichtspiel für den DSC.

Andreas Voglsammer (links) und Cebio Soukou (rechts) bejubel das 2:1 von Arminias Rekordtorjäger Fabian Klos in dessen 300. Pflichtspiel für den DSC. Foto: Thomas F. Starke

Von Sebastian Bauer

Wiesbaden (WB). Arminia Bielefeld setzt sich weiter unter den Top 3 der 2. Liga fest. Am Samstag siegte der DSC in einem turbulenten Spiel beim SV Wehen Wiesbaden mit 5:2 (3:1) und hat damit vorerst Tabellenplatz zwei übernommen.

Ein Woche nachdem der DSC vor großer Kulisse (37.200 Zuschauer) in Hannover groß aufspielte und 2:0 gewann , waren die Arminen nun ganz anders gefordert. Der Gegner kein Erstligaabsteiger, sondern Zweitligaschlusslicht. Die Spielweise voll auf Defensive und keinesfalls auf Spielgestaltung ausgelegt. Deshalb hatte auch Trainer Uwe Neuhaus im Vorfeld gewarnt : »Das wird viel, viel schwieriger als in Hannover.«

Die einzige Änderung im Gegensatz zum Hannover-Spiel: Amos Pieper startete in der Innenverteidigung für Alex Perez. Der Spanier, der auf der Bank saß, war nach seinem ersten Einsatz über 90 Minuten noch nicht wieder bei 100 Prozent, wie der DSC mitteilte.

Ganz da war der DSC zu Beginnn des Spiels gegen den ehemaligen Arminia-Trainer und heutigen Wiesbadener Coach Rüdiger Rehm nicht. Kurz nach einer eigenen guten Offensivaktion verlor Manuel Prietl im Mittelfeld den Ball. Der SVWW schalteten blitzschnell um. Zum Ende des starken Konters spielte der Ex-Armine Stefan Aigner den Ball flach in den Strafraum, wo Manuel Schäffler nur noch zum 1:0 vollstrecken musste (4.).

Soukou gleicht aus

Die Führung verlieh Wehen Flügel. Mit viel Tempo ging es immer wieder aufs Bielefelder Tor zu. Doch die Gäste hielten dem anfänglichen Druck Stand. Angetrieben von den gut 1000 mitgereisten Fans kam Arminia nach 14 Minuten zum ersten Abschluss – Jonathan Clauss’ Schuss landete aber in den Armen von SVWW-Torwart Lukas Watkowiak.

Clauss sucht womöglich gezielt den Ausflug in den Strafraum, um der Bauzaun-Atmosphäre auf seiner rechten Seite für einen Moment zu entfliehen. Denn statt vier umrunden das Wiesbadener Stadion aktuell nur drei Tribünen. Bis Ende 2020 will der Verein eine neue Westtribüne hochziehen. Noch stehen aber ausschließlich Bauzäune am Spielfeldrand.

Der Vorstoß des Franzosen war jedenfalls ein Weckruf. Arminia hatte nun das Kommando übernommen und kam kurz darauf zum Ausgleich. Cebio Soukou hatte von der Strafraumgrenze abgezogen und Watkowiak war der Ball unter den Händen hindruch gerutscht – ein klarer Torwartfehler (20.). Zwei Minuten später hatte Fabian Klos das 2:1 auf dem Fuß, erwischte den Ball aber nicht richtig. Auf der Gegenseite rettete DSC-Keeper Stefan Ortega Moreno in höchster Not gegen Daniel Kofi Kyereh (25.).

Obwohl auch Wehen Wiesbaden weiter drückte, machte der DSC das 2:1. Mit einem Heber über die Abwehr hatte Marcel Hartel erst Andreas Voglsammer bedient. Voglsammer legte auf den rechten Pfosten ab, wo Klos den Ball zur Führung ins Tor stocherte. Obwohl nicht klar zu erkennen war, dass der Ball die Linie tatsächlich überquert hatte, gab Schiedsrichter Patrick Alt den Treffer (34.). Es war der fünfte Saisontreffer von Arminias Rekordtorjäger in seinem 300. Pflichtspiel für den DSC.

Fehler, Edmundsson, 3:1

Dann wurde es wild in der Brita-Arena. Erst parierte Ortega Moreno erneut stark gegen Aigner. Wenig später rutscht ein Abstoß des Bielefelder Torhüters Wiesbadens Verteidiger Maximilian Dittgen unter dem Fuß durch. Joan Simun Edmundsson schnappte sich den Ball und hatte keine Probleme, nach seinem einsamen Weg zum Tor auf 3:1 zu erhöhen (43.). Für die Zuschauer war es ein sehr unterhaltsames Spiel. Vor allem auch deshalb, weil beide Abwehrreihen nicht den stabilsten Eindruck machten und somit immer wieder Chancen ermöglichten.

In der zweiten Hälfte ging es anschließend genau so turbulent zu wie im ersten Durchgang. Erst erhöhte Voglsammer per Kopf auf 4:1 (52.). Vier Minuten später machte Schäffler den Anschlusstreffer für Wiesbaden. Kurz darauf hat Edmundsson die große Chance zum 5:2, doch ein Wiesbadener stoppte den Ball mit der Fußsohle auf der Linie (57.). Gegenüber reagierte Ortega Moreno bei einem Dittgen-Schuss mit einem großartigen Reflex und verhinderte so das 3:4 (58.).

Das Schlusslicht aus Wiesbaden zeigte keine Anzeichen, aufgeben zu wollen. Erst das 5:2 durch Klos nahm den Hausherren den Wind aus den Segeln. Und es kam noch dicker für das Rehm-Team: Benedikt Röcker foult Klos im Strafraum – Elfmeter. Wiesbadens Verteidiger verletzte sich bei der Aktion zudem noch und musste vom Feld. Andreas Voglsammer trat anschließend zum Strafstoß an – und verschoss (79.). Es war der erste Bielefelder Elfmeter-Fehlschuss seit Herbst 2016.

In Überzahl ließen die Ostwestfalen schließlich nichts mehr anbrennen und dürfen sich nun umso mehr auf das Spitzenduell mit Tabellenführer VfB Stuttgart am kommenden Freitag (18.30 Uhr, Schüco-Arena) freuen.

Wehen Wiesbaden: Watkowiak - Kuhn, Medic, Röcker, Franke (80. Gül), Dittgen - Mrowca, Titsch-Rivero (80. Mockenhaupt), Aigner, Kyereh (80. Niemeyer) - Schäffler

Bielefeld: Ortega Moreno - Clauss (72. Schütz), Pietir, Nilsson, Hartherz - Prietl - Edmundsson (87. Staude), Hartel - Soukou (61. Brunner), Klos, Voglsammer

Schiedsrichter: Alt (Illingen)

Zuschauer: 4621

Tore: 1:0 Schäffler (4.), 1:1 Soukou (20.), 2:1 Klos (34.), 3:1 Edmundsson (43.), 4:1 Voglsammer (52.), 2:4 Schäffler (56.), 2:5 Klos (73.)

Gelbe Karten: Schäffler (3), Aigner / Voglsammer, Prietl (3)

Rote Karten: Röcker (76., Notbremse) / -

Bes. Vorkommnisse: Watkowiak (Wiesbaden) hält Foulelfmeter von Voglsammer (Bielefeld)

Kommentare

Verdienter Sieg

Bei einem angeschlagenen Gegner muss man erst mal 5:2 gewinnen. Das war schon recht ordentlich. Allerdings darf nicht übersehen werden, dass die Abwehr alles andere als sattelfest ist. Wenn sich dass nicht bessert, bekommen wir am Freitag gegen Stuttgart drei Stück. Und dass Arminia dann vier Tore schießt, glaubt bei diesem Gegner wohl auch der größte Optimist nicht. Voglsammer sollte das Elfmeterschießen üben. Sagt ihm eigentlich keiner, dass man auch mal auf den Torwart schauen sollte, wie sich dieser bewegt ? Vielleicht kann David Ulm mit Rat und Tat zur Seite stehen. Der wußte nämlich wie es geht.

Glückwunsch...

Ist mir ja am liebsten,... Herzlichen Glückwunsch an die Mannschaft,den Vorstandsbremsen zum Trotz das unbequeme Ding gewonnen.Lasst es laufen,lässt die Prämien purzeln....absolut verdient.Rejek sollte schwitzen

2 Kommentare

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