>

Mo., 23.09.2019

5:2 in Wiesbaden: Arminia schießt sich für Stuttgart warm – Klos glänzt in 300. Partie Bereit für das Spitzenspiel

Torschützen unter sich: Andreas Voglsammer (links) und Cebio Soukou (rechts) feiern Fabian Klos, der in Wiesbaden erneut brillierte.

Torschützen unter sich: Andreas Voglsammer (links) und Cebio Soukou (rechts) feiern Fabian Klos, der in Wiesbaden erneut brillierte. Foto: Thomas F. Starke

Von Sebastian Bauer

Wiesbaden (WB). Fette Bässe wummerten in Arminias Kabine. Die Profis genossen für kurze Zeit den Moment nach dem verdienten 5:2 (3:1)-Erfolg beim SV Wehen Wiesbaden. Doch trotz des Zweitliga-Hochs, das der DSC gerade erlebt, blieb es lediglich bei einem Anflug von Ausgelassenheit.

Ostwestfälisch zurückhaltend war die DSC-Devise. »Wir dürfen nicht zur Überheblichkeit neigen, die Saison ist noch lang«, warnte Stürmer Andreas Voglsammer. Alle Beteiligten waren spürbar um eine nüchterne Analyse des Sieges und des Ist-Zustands bemüht.

Dabei wartet nach der 5:2-Party in Wiesbaden schon ein mögliches, nächstes Fest auf die Arminen. Als Tabellendritter empfangen die in dieser Saison noch ungeschlagenen Bielefelder am Freitag (18.30 Uhr) den ebenfalls noch unbesiegten Spitzenreiter VfB Stuttgart. Ein Flutlichtgipfel, der allein wegen der Konstellation Hochspannung und eine stimmungsvolle Atmosphäre verspricht. »Man kann zum jetzigen Zeitpunkt von einem Spitzenspiel sprechen«, betonte auch Sport-Geschäftsführer Samir Arabi.

Weiter ungeschlagen

Mit nun sieben Spielen ohne Niederlage, 15 Punkten und 19 erzielten Toren (Ligabestwert) kann der Geheimfavorit, zu dem einige Experten die Arminia vor der Saison auserkoren hatten, das »Geheim« vielleicht schon bald streichen. Im Sinne ostwestfälischer Zurückhaltung sah Arabi das allerdings ganz anders: »Es entbehrt jeder Grundlage, dass wir ein Favorit sind. Wir sind überzeugt und glauben brutal an die Qualität unserer Truppe. Aber Favorit sind wir in dieser Liga nicht. Stuttgart hat zwei Spieler gekauft, die teurer sind als Arminias komplette Lizenzspielerabteilung – das muss man mal einordnen.«

Tatsächlich darf sich der DSC defensive Aussetzer wie am Samstag in Wiesbaden gegen die Stuttgarter nicht leisten. Die teils wackelige Bielefelder Abwehrreihe lud die Hausherren zumindest in der ersten Hälfte immer wieder zu gefährlichen Offensivaktionen ein. Wie beim frühen 1:0 (4. Minute) der Wiesbadener durch Manuel Schäffler, dem ein Fehlpass des sonst so zuverlässigen Manuel Prietl vorausgegangen war.

Klos glänzt als Kapitän

»Wir haben nicht gut verteidigt, das war ein Punkt, den wir in der Halbzeitpause angesprochen haben. In der zweiten Halbzeit haben wir es schon ordentlich gemacht. Wir haben nicht viele Möglichkeiten zugelassen«, fasste Trainer Uwe Neuhaus zusammen.

Vor allem spielte den Arminen ihre eigene schlagkräftige Offensive sowie die nicht zweitligatauglich Abwehr des von Ex-DSC-Coach Rüdiger Rehm trainierten SVWW in die Karten. Ein Torwartfehler ermöglichte das 1:1 von Cebio Soukou (20., Torpremiere für den DSC). Beim 2:1 durch Fabian Klos (34.) war die komplette hessische Defensive nicht Herr der Lage. Vor dem 3:1 von Joan Simun Edmundsson rutschte Wiesbadens Maximilian Dittgen der Ball unter dem Fuß her. Beim 4:1 (52.) stieg Andreas Voglsammer unbedrängt zum Kopfball hoch und beim 5:2 (73.), Klos’ zweitem Treffer, sah Torwart Lukas Watkowiak erneut nicht wirklich gut aus. Schäfflers 2:4 (56.) und Voglsammers Elfmeter-Fehlschuss blieben am Ende ohne Nachwirkungen.

»Dass wir nach vorne Qualität haben, ist in Deutschland mittlerweile kein Geheimnis mehr«, betonte Voglsammer anschließend angesichts der Bielefelder Offensivdarbietung. Vor allem eine der Angriffskräfte unterstrich erneut seine Ausnahmestellung bei Arminia: Fabian Klos. Passend zu seinem 300. Pflichtspiel für den DSC schnürte der Rekordtorjäger einen Doppelpack und glänzte als Kapitän auch wieder in seiner Rolle als Anführer und Antreiber.

Gewachsenes Selbstvertrauen

In der vielleicht besten Phase seiner Karriere wird Klos auch gegen den VfB Stuttgart ein entscheidender Faktor sein. Ein weiterer ist der aktuelle Lauf und das damit gewachsene Selbstvertrauen der Arminen. »Man hat die Gelegenheit zu zeigen, ob man auf Dauer oben dran bleiben kann. Und man kann sehen, ob wir auch mental so weit sind, so ein Spiel frech anzugehen«, sagte Neuhaus.

Für das Topspiel war die Aufgabe beim Schlusslicht laut Voglsammer der passende Prüfstein: »Wenn man oben mitspielen will, wenn man dran bleiben will, dann muss man ein Spiel gegen Wiesbaden gewinnen. Das ist die Kunst der ganz großen Mannschaften gegen die kleineren.«

Kommentare

Worte schießen keine Tore

Wie sagte schon seinerzeit Adi Preißler: „Grau is' im Leben alle Theorie – aber entscheidend is' auf’m Platz.
Und da gibt es durchaus eine kleine Baustelle. Die Abwehr ist derzeit die Achillesferse der Mannschaft. Unter Druck agiert sie oft konfus und neigt zu katastrophalen Stellungsfehlern. Zudem fiel bei Soukou auf, dass er nicht konsequent nach hinten arbeitet. Das führt dazu, dass häufig die rechte Seite einladend offen ist. Stuttgart wird das zu nutzen wissen.
In diesem Zusammenhang wäre interessant, ob Neuhaus mal seine Viererabwehr umbaut, um dieser etwas mehr Stabilität zu verleihen. Warum nicht Nilsson als linker Außenverteidiger, daneben Perez, Pieper und Brunner ?
Man darf auf Freitag gespannt sein. Die Spiele gegen Stuttgart und den HSV werden zeigen, wohin die Reise geht.

1 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6951892?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2536432%2F