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Mo., 07.10.2019

Arminen freuen sich auf das Derby in Osnabrück – auch ohne Klos »Fußball pur«

Auch Arminias Trainer Uwe Neuhaus reist gerne zum Derby nach Osnabrück.

Auch Arminias Trainer Uwe Neuhaus reist gerne zum Derby nach Osnabrück. Foto: imago

Von Jens Brinkmeier

Bielefeld (WB). Darauf haben die Fans mehr als viereinhalb Jahre warten müssen: Erstmals seit dem 18. Februar 2015 treffen der VfL Osnabrück und Arminia Bielefeld in einem Punktspiel aufeinander. Die Zweitligabegegnung wird am Montag um 20.30 Uhr angepfiffen.

An die letzte Begegnung haben die DSC-Fans, von denen etwa 2500 erwartet werden – sehr gute Erinnerungen. 4:0 gewann Arminia das damalige Drittligaduell. Bielefeld stieg am Saisonende in die 2. Liga auf. Vor dem Wiedersehen an der Bremer Brücke ist die Vorfreude auf beiden Seiten groß – trotz des angekündigten Stimmungsboykotts der VfL-Fans, die in den ersten 45 Minuten aus Protest gegen die Montagsspiele schweigen wollen.

»Es wird eine heiße Atmosphäre, definitiv. Auch wenn es in der ersten Halbzeit etwas ruhiger sein sollte«, sagt Arminias Trainer Uwe Neuhaus. Der 59-Jährige erinnert sich: »Ich kenne die Stimmung dort sehr gut. Ich war als Spieler und als Trainer einige Male da. Es hat immer Spaß gemacht, weil es einfach Fußball pur ist. Wir können uns darauf freuen. Es wird ein intensives, heiß umkämpftes Spiel werden. « Neuhaus Bilanz als Trainer gegen den VfL ist mit sechs Siegen, zwei Unentschieden und nur einer Niederlage positiv.

Stimmungsboykott zwiespältig gesehen

Den Stimmungsboykott sieht er zwiespältig: »Ich habe lieber tolle Stimmung. Da ist mir dann auch egal, ob es mehrheitlich für oder gegen uns ist. Unsere Fans werden wir auf jeden Fall hören. Wir müssen uns darauf einstellen, dass es ein bisschen komisch ist. Das darf uns aber nicht davon abhalten, unsere Leistung abzurufen.«

Für die Lila-Weißen, mit zehn Punkten aus acht Spielen im Mittelfeld, hat Neuhaus lobende Worte: »Sie haben die Euphorie vom Aufstieg mitgenommen, ihre Spielweise nicht verändert. Da müssen wir uns gut drauf einstellen. Sie können jedem Gegner in der Liga gefährlich werden.«

Arminias Abwehrspieler Amos Pieper sagt zum Boykott: »Sowas habe ich noch nicht erlebt und ich finde es auch ein bisschen schade. Als Fußballer lechzt man ja nach guter Stimmung, egal ob die von den gegnerischen Fans ist. Obwohl ich natürlich lieber die eigenen Fans höre. Unsere Auswärtsfans sind sowieso überragend. Es hilft, wenn sie uns anfeuern.«

Pieper: »Wird ein cooles Spiel«

Pieper und Co. sind überzeugt, dass sie die erste Saisonniederlage – das 0:1 gegen den VfB Stuttgart – weggesteckt haben. »Natürlich war es bitter, aber das ist nicht mehr in unseren Köpfen. Wir haben auch viele Sachen aus dem Spiel mitgenommen, die gut waren«, betont der Innenverteidiger. Sollte Arminia den fünften Saisonsieg holen, stünden nach neun Partien 18 Punkte auf der Habenseite. Der DSC könnte mit einem super Gefühl und nur zwei Punkten Rückstand auf das Führungsduo Hamburger SV und Stuttgart in die zweite Länderspielpause gehen. Danach steht dann der nächste Kracher an: Am 21. Oktober kommt der HSV auf die Alm. Doch zunächst liegt der Bielefelder Fokus auf Osnabrück. Auch Pieper freut sich: »Ich denke, es wird ein cooles Spiel.«

VfL-Trainer Daniel Thioune freut sich ebenfalls »riesig auf das Derby«. Der 45-Jährige lobt die Arminen und glaubt auch, dass der DSC den Ausfall von Fabian Klos (gesperrt) kompensiert. »Es ist keine Überraschung, dass Arminia in der Tabelle so gut steht. Klos ist ein absolut wichtiger Faktor bei Arminia. Es ist ein Verlust, aber der wiegt nicht ganz so schwer, weil es das Kollektiv auffängt.«

So könnte Arminia spielen

Ortega Moreno - Brunner, Pieper, Nilsson, Hartherz - Prietl - Edmundsson, Hartel - Soukou, Voglsammer, Staude

VfL setzt auf Amenyido und Danneberg

Osnabrücks Stürmer Etienne Amenyido redet die Bedeutung des Spiels gegen Arminia Bielefeld im Vorfeld nicht bewusst klein. Der 21-Jährige wurde in Herford geboren und wuchs in Bünde auf. Die Nähe nach Bielefeld hat er früher genutzt. »Es ist schon ein besonderes Spiel, ja. Ich war früher oft auf der Alm«, verriet Amenyido auf der Pressekonferenz des VfL.

Der Rechtsfuß (sechs Saisonspiele, ein Tor) ist seit Sommer 2018 ein Lila-Weißer, sein Vertrag beim Aufsteiger läuft aktuell bis 30. Juni 2021. Für Arminia gespielt hat Amenyido nie, sein Weg führte über den Bünder SV in die Jugend von Borussia Dortmund und nach einer Leihe nach Venlo zum VfL Osnabrück.

Ein Co-Trainer dort ist seit Juli Tim Danneberg. Der 33-Jährige hat eine lange DSC-Vergangenheit. Der gebürtige Mindener stand von 2000 bis 2008 in Bielefeld unter Vertrag. Danneberg führt mit 332 Einsätzen die Liste mit den meisten Drittligaspielen an.

 

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