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Mo., 21.10.2019

1:1 – Starke Arminia verdient sich einen Punkt gegen Tabellenführer Hamburger SV Top drauf im Topspiel

Gefeierter Kapitän: Fabian Klos (Zweiter von rechts) sichert Arminia mit seinem Treffer einen Punkt.

Gefeierter Kapitän: Fabian Klos (Zweiter von rechts) sichert Arminia mit seinem Treffer einen Punkt. Foto: Thomas F. Starke

Von Sebastian Bauer

Bielefeld (WB). Arminia Bielefeld unterstreicht weiter beeindruckend, wieso man in der 2. Liga ganz oben mitmischt: Im Topspiel gegen Tabellenführer Hamburger SV zeigt der Ligadritte eine starke Leistung, muss sich am Ende aber mit einem 1:1 (0:1) und einem Punkt begnügen.

Alles war angerichtet für ein Topspiel, das diesen Namen wirklich verdiente: Erster (HSV) gegen Dritter (DSC). Dem Sieger winkte der Verbleib an der Tabellenspitze (HSV) oder eben die Übernahme der Führungsposition (DSC). Und wirklich niemand auf dem Platz ließ Zweifel an der Bedeutung dieses Spiels aufkommen.

Gerade mal zehn Minuten waren gespielt, da hatten die 26.515 Zuschauer in der ausverkauften Schüco-Arena bereits jede Menge spannende Offensivaktionen zu sehen bekommen. Erst einen Schuss von Cebio Soukou, der in den Armen von HSV-Torwart Daniel Heuer Fernandes landete. Dann musste sein Gegenüber Stefan Ortega Moreno in höchster Not gegen Lukas Hinterseer retten (4.). Schließlich zielte Florian Hartherz knapp rechts vorbei (8.).

Offene Visiere

Es war Leben in der Bude und die Visiere waren so offen, offener konnten sie gar nicht sein. Wie die Spieler auf dem Feld für ein unterhaltsames Hin und Her sorgten, so stimmungsvoll ging es auf den Tribünen zu. Hier die gut gelaunten 3400 Hamburger, da die lautstarken Bielefelder Fans. Doch die Heimfans verstummten ganz plötzlich in der 14. Minute. Der HSV führte: Dank großer Unterstützung des Arminen Joan Simun Edmundsson. In der eigenen Hälfte wollte der Färinger einen Pass zu seinem Torwart zurückspielen und übersah dabei den Hamburger Hinterseer. Der zeigte nach dem geschenkten Ballgewinn im Eins gegen Eins mit Ortega keine Nerven und vollstreckte zur Gästeführung.

Was trotz des Rückstands auffiel: Aufstiegs-Geheimfavorit Arminia zeigte sich gegen den glasklaren Aufstiegsfavoriten Hamburger SV von Beginn an deutlich mutiger und zielstrebiger, als es noch einige Wochen zuvor gegen den VfB Stuttgart (0:1) der Fall war, als die Arminen gut 30 Minuten benötigten, um die Ehrfurcht vor dem Ligafavoriten abzulegen.

Nicht verstecken

Schon vor der Partie hatte DSC-Trainer Uwe Neuhaus betont, dass seine Mannschaft mental voll auf der Höhe und auch für den Aufstiegskampf gewappnet sei: »Mit der Erwartungshaltung, die geschürt wird, muss man umgehen können. Und bis jetzt kann die Mannschaft das.«

Deshalb versteckten sich die Bielefelder nach dem 0:1 auch nicht, sondern suchten weiter überzeugt den Weg nach vorne. Etwa durch Fabian Klos, der aber ebenfalls an Heuer Fernandes scheiterte (20.). Nach seiner Gelb-Rot-Sperre war der Kapitän zurück in der Startelf. Ein Sturmkollege von Klos schaffte es trotz steigender Formkurve allerdings noch nicht in den Spieltagskader: Sven Schipplock. Neuhaus hatte eine Berufung des 30-Jährigen nach langer Verletzungspause zuvor nicht ausgeschlossen. Doch Schipplock fehlte schließlich doch im Aufgebot gegen seinen Ex-Klub.

Auf dem Rasen blieb die Partie eine Unterhaltungsshow auf hohem Niveau. Bakery Jatta hätte auf 2:0 für den HSV erhöhen können (29.). Dann scheiterte Klos gleich mit einer Doppelchance daran, das Spiel auszugleichen (33.). Eine Minute darauf strich der Schuss von Hamburgs Jeremy Dusziak haarscharf am Tor vorbei (34.). Und schließlich jubelten die Hamburger erneut – aber umsonst. Martin Harnik hatte bei seinem Treffer im Abseits gestanden (38.).

Gut im Griff

Die topspielreife Atmosphäre erlebte nach 50 Minuten den nächsten Höhepunkt. Der Bielefelder Rekordtorjäger Fabian Klos traf per Kopf zum Ausgleich. Genau acht Jahre nach seinem ersten Ligatreffer für den DSC erzielte der 31-Jährige sein 137. Pflichtspieltor im Dress der Blauen.

Überhaupt hatten die Arminen ihre Gäste nun gut im Griff. Zur Entfaltung kam die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking nun kaum noch. Torchancen hatten vor allem die Bielefelder, etwa durch Andreas Voglsammer (70.). Oder eben Fabian Klos, der das Ziel nach einem Brunner-Pass nur ganz knapp verfehlte (73.). Zehn Minuten vor Schluss köpfte Klos dann völlig freistehend in die Arme von Heuer Fernandes. Auf der Gegenseite traf Dudziak nur die Latte (86.) Ein Bielefelder Sieg wäre aufgrund der dominanteren zweiten Hälfte verdient gewesen, mehr als ein Punkt war den Arminen aber nicht mehr vergönnt.

Auf den DSC wartet nach dem Gastspiel in Dresden am Samstag bereits nächste Woche Dienstag ein weiterer dicker Brocken: In der zweiten Runde des DFB-Pokals ist Schalke 04 auf der Alm zu Gast.

Statistik

Arminia Bielefeld: Ortega - Brunner, Pieper, Nilsson, Hartherz - Prietl - Soukou (68. Clauss), Hartel (89. Schütz), Edmundsson (46. Yabo) - Klos, Voglsammer

Hamburger SV: Heuer Fernandes - Vagnoman, Letschert, van Drongelen, Leibold - Fein - Dudziak (87. G. Jung), Kittel (78. Kinsombi) - Harnik (75. Narey), Hinterseer, Jatta

Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück)

Zuschauer: 26.515

Tore: 0:1 Hinterseer (14.), 1:1 Klos (50.)

Gelbe Karten: Klos (2), Brunner (1) / -

 

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