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Mi., 23.10.2019

Arminen sehen sich auf einem guten Weg, bleiben aber bescheiden »Nicht reden, sondern machen«

Mit vollem Einsatz wollen sich die Bielefelder um Cedric Brunner (rechts) oben festbeißen.

Mit vollem Einsatz wollen sich die Bielefelder um Cedric Brunner (rechts) oben festbeißen. Foto: Thomas F. Starke

Von Jens Brinkmeier

Bielefeld (WB). Dass sie mit den Aufstiegsfavoriten auf Augenhöhe sind, haben die Arminen am Montagabend beim 1:1 gegen den Hamburger SV erneut bewiesen. Aus zehn Spielen haben die Bielefelder 19 Punkte geholt und sind Dritter. Wohin kann die DSC-Reise in dieser Saison gehen?

»Es ist unser Ziel und auch unser Anspruch, oben dabei zu sein, aber das ist ein langer Weg. Wie der Trainer immer sagt: nicht reden, sondern machen«, erklärte Arminias Torwart Stefan Ortega Moreno nach dem Spitzenspiel gegen den Tabellenführer.

Mittelfeldspieler Manuel Prietl hielt fest: »Wir haben schon in der Rückrunde der vergangenen Saison gezeigt, dass wir eine sehr gute Mannschaft haben. Das hat sich fortgesetzt. Wir können die Großen ärgern.«

»Wir sind Dynamo und ihr nicht«

Zu den Großen der Liga gehört der kommende Gegner sicher nicht. Am Samstag (13 Uhr) tritt der DSC bei Dynamo Dresden an, die Sachsen sind mit nur neun Punkten Vorletzter und stehen im Heimspiel gegen Arminia unter Druck. Die Fans sind schon auf dem Baum.

»Wir sind Dynamo und ihr nicht«, ließen sie die Spieler nach dem 0:2 in Fürth wissen. Uwe Neuhaus kennt sich in Dresden bestens aus. Der Arminia-Trainer war von Juli 2015 bis August 2018 Coach bei Dynamo. Vor der Rückkehr am Wochenende warnt er sein aktuelles Team schon einmal vor einem »ekligen Spiel. Da müssen wir uns gut vorbereiten, und viel Zeit haben wir dafür nicht.«

Dass sich die Krise in Sachsen zuspitzen würde, sollte der DSC dort gewinnen, darauf will Neuhaus trotz früherer Verbundenheit keine Rücksicht nehmen. »Ich denke nur daran, wie wir das Spiel gewinnen. Die Auswirkungen sind ja nicht mein Problem.« An die bisher letzte Partie in Dresden erinnert sich der DSC-Trainer gerne. Nach einem 1:3-Rückstand gewannen die Arminen im ersten Ligaspiel des Jahres 2019 noch 4:3.

Bielefelder Qualität 

Das war damals ein Sieg der Moral und der Anfang einer starken Serie. Immer wieder haben die Bielefelder nach Rückständen nicht aufgegeben, sondern aufgedreht und noch gepunktet. So wie auch am Montag gegen den HSV, der nach einem fatalen Fehlpass von Joan Simun Edmundsson früh in Führung gegangen war (Lukas Hinterseer, 14. Minute).

Fabian Klos gelang der Ausgleich (50.). Uwe Neuhaus: »Ich muss ehrlich sagen, dass ich die Mannschaft gar nicht anders kenne. Wir haben viele Spiele gedreht, haben nie aufgesteckt. Das hat in Dresden angefangen. Nach 1:3-Rückstand noch 4:3 zu gewinnen, war eine grandiose Leistung. Das gibt der Mannschaft den Glauben daran, dass es möglich ist, und das haben wir häufig genug bewiesen.«

Diese Bielefelder Qualität nötigte auch den Hamburgern Respekt ab. HSV-Trainer Dieter Hecking hatte zwar vor dem 1:1 ein Foulspiel der Gastgeber gesehen und befand, das Spiel sei dadurch »gekippt. Danach hatten wir nicht die Lösungen gefunden wie noch in der ersten Halbzeit.« Doch er lobte auch den DSC: »Man muss den Bielefeldern ein Riesenkompliment machen. Das war ein richtig gutes Zweitliga-Spiel, vielleicht eines der besten im bisherigen Saisonverlauf mit einer herausragenden Atmosphäre.«

Der HSV (21 Punkte) erwartet am Samstag den VfB Stuttgart (20) im heimischen Volkspark. Trennen sich die Favoriten unentschieden, könnte Arminia (19) mit einem Sieg in Dresden zu Hamburg aufschließen. »Dresden war zuletzt immer ein gutes Pflaster für uns«, sagte Manuel Prietl. Zudem ist Arminia die beste Auswärtsmannschaft der 2. Liga (vier Siege, ein Unentschieden).

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