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Mo., 28.10.2019

Mit dem Abpfiff des 1:0 in Dresden begann Arminias Vorbereitung auf den Pokalkracher Jetzt zählt nur noch Schalke

Kurze Party in Dresden, dann zählte nur noch das Pokalduell am Dienstag für die Arminen.

Kurze Party in Dresden, dann zählte nur noch das Pokalduell am Dienstag für die Arminen. Foto: Thomas F. Starke

Von Sebastian Bauer

Dresden (WB). Uwe Neuhaus wollte keine Zeit verlieren. Direkt nach dem 1:0-Sieg in Dresden begann Arminias Trainer mit der Vorbreitung auf den Pokalkracher gegen Schalke am Dienstag (20.45 Uhr, Schüco-Arena). Schon im Mannschaftsbus startete die blau-weiße DSC-Berieselung.

Während das Teamgefährt am Samstagnachmittag vom Parkplatz des Rudolf-Harbig-Stadions fuhr, sollte auf den Fernsehern im Bus bereits das gerade stattfindende Derby der Schalker gegen den BVB laufen. »Das werden wir zum Auftakt gucken«, kündigte der DSC-Coach nach dem Spiel zu der kurzen, aber intensiven Vorbereitung auf den nächsten namhaften Gegner an: »Schalke ist gleich Thema. Wir haben nicht viel Zeit. Jetzt gibt es nur noch Blau-Weiß in die Köpfe.«

Nur 78 Stunden nach dem Abpfiff in Dresden müssen seine Kicker schließlich wieder gut vorbereitet beim Anpfiff für das Zweitrunden-Pokalspiel bereit stehen. Das erfordert Mut zur Lücke, weshalb Neuhaus sogar auf die sonst übliche Rückschau auf das vergangene Spiel verzichtete. Der Blick sollte nur nach vorne gehen. Voller Fokus auf Schalke 04.

Für die Bielefelder ist das Flutlicht-Duell vor ausverkauftem Haus nicht nur eine sportliche Belohnung, sondern könnte sich im Fall eines Sieges auch wirtschaftlich enorm auszahlen. Im eher unwahrscheinlichen Fall, dass sich der Zweit- gegen den Erstligisten durchsetzt, wären den Arminen bereits 702.000 Euro Prämie für das Erreichen des Achtelfinals sicher. So oder so: Eine prickelnde Atmosphäre ist garantiert.

Die Bedenken, dass das Duell mit dem Bundesligisten womöglich auch schon gegen Dynamo eine dominante Rolle in den Köpfen der Arminen spielen könnte, bestätigte sich nicht. In Sachsen zeigte der DSC abermals eine abgeklärte Leistung und hatte den Gegner, der sichtlich Respekt vor den Bielefeldern hatte, jederzeit im Griff. »Wir haben uns vorgenommen souverän zu spielen, clever und abgebrüht. Ich glaube, dass uns das in fast allen Situationen schon gut gelungen ist«, stellte Uwe Neuhaus deshalb zufrieden nach dem Sieg fest. Es war bereits der fünfte Auswärtserfolg im sechsten Auswärtsspiel der Saison. Mit dem 3:3 in Bochum sammelten die Ostwestfalen in der Fremde damit bereits 16 Punkte ein – Vereinsrekord.

Einziges Manko: die Chancenverwertung

Einziges Manko gegen die Dresdner: die Chancenverwertung. Allein Andreas Voglsammer hatte in der ersten Halbzeit drei so klare Möglichkeiten, dass es einen sehr wundern musste, warum der DSC nicht bereits zur Pause klar führte. Immerhin bügelte der Stürmer das in der 63. Minute mit seinem Siegtreffer wieder aus: »Nach den vergebenen Chancen in der ersten Halbzeit war ich das ja ein wenig schuldig.«

Dass es Dienstag ungleich schwerer wird, ist den Arminen bewusst. Unter dem neuen Trainer David Wagner hat sich der Ligasiebte bereits nach kurzer Zeit viel Respekt in der Bundesliga erspielt. Den Arminen ist durchaus klar, welche Größenordnung an Gegner auf sie zukommt. Neuhaus: »Wir wissen, wie schwer die Aufgabe wird. Es ist eine Herausforderung – und das ist toll.« Deshalb sind die Rollen klar verteilt: hier der Underdog, da der Topklub. »Selbst wenn wir in Dresden 0:4 verloren oder 8:0 gewonnen hätten, ist Schalke der Favorit. Am Ende ist es aber ein Highlight und wir brauchen das Publikum«, betonte Sport-Geschäftsführer Samir Arabi.

Tiefstapeln wollen die Arminen nicht

Auf dicke Hose wollte niemand machen. Nur Tiefstapeln war genau so wenig das Mittel der Wahl. Der aktuelle Lauf, der die Arminen am vergangenen Spieltag sogar auf Tabellenplatz zwei befördert hat, lässt die Brust der Bielefelder Woche für Woche noch ein Stückchen breiter werden. Passender könnte ein Gegner dieser Kragenweite also gar nicht kommen. »Auch das Spiel muss erst einmal gespielt werden. Das ist Pokal, da passieren die wildesten Sachen. Wir müssen uns nicht verstecken, aber mit einer großen Portion Respekt an die Sache ran gehen«, forderte etwa Torhüter Stefan Ortega Moreno und machte gleich noch in Richtung Schalke klar, welche Mentalität die Gäste auf der Alm erwartet: »Es ist schwer, uns so niederzuringen, dass wir nicht mehr ans uns glauben. Egal, was jetzt vorkommt, wir wissen, dass wir alles aufholen können. Das macht uns aktuell so stark.« Schalke dürfte damit gewarnt sein.

Entwarnung gab es noch am Samstagabend bei Cédric Brunner. Der Linksverteidiger musste in Dresden kurz vor Schluss mit einer Kopfverletzung ausgewechselt werden. Die Blessur stellte sich als harmlose Beule und nicht als Gehirnerschütterung heraus. Brunner hatte sich erst im Mai im Spiel gegen Paderborn eine schwere Gehirnerschütterung und eine Schultereckgelenksprengung zugezogen.

Schalkes makellose Bilanz gegen den DSC

Rein statistich darf sich Arminia nur wenig Hoffungen machen, Schalke 04 am Dienstag aus dem Pokal zu befördern. Denn bei den bislang drei Pokal-Duellen zog der DSC jeweils den Kürzeren. Liegt die Bielefelder Chance also im ungeschrieben Gesetz, dass jede Serie irgendwann endet?

Kurios: Beim dreifachen Pokal-Aus musste Arminia insgesamt viermal gegen die Knappen antreten. In der Saison 1982/83 trennten sich beide Klubs beim Achtelfinale im Parkstadion mit 2:2 nach Verlängerung. Da ein Elfmeterschießen noch nicht vorgesehen war, fiel die Entscheidung erst in einem Wiederholungsspiel in Bielefeld, das Schalke 1:0 gewann.

Erstmals schieden die Bielefelder in der ersten Runde der Saison 1967/68 in einem Heimspiel (0:1) gegen die Schalker aus. Das letzte Pokalduell spielten beide Teams im November 2001 auf der Alm aus. Schalke gewann durch Tore von Ebbe Sand und Andreas Möller mit 2:1. Für den DSC traf Artur Wichniarek zum 1:1.

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