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Di., 29.10.2019

Mit Rostock Pokalcoup geschafft – am Dienstag mit Bielefeld gegen Schalke? Soukou weiß wie es geht

Arminias Neuzugang Cebio Soukou (links, hier beim Spiel in Dresden) glaubt an die Chance gegen Schalke.

Arminias Neuzugang Cebio Soukou (links, hier beim Spiel in Dresden) glaubt an die Chance gegen Schalke. Foto: Thomas F. Starke

Von Jens Brinkmeier

Bielefeld (WB). Es ist angerichtet: Vor ausverkauftem Haus will Arminia Bielefeld am Dienstagabend (20.45 Uhr) den Favoriten Schalke 04 aus dem DFB-Pokal kegeln. Die Gastgeber fühlen sich wohl in der Rolle des Außenseiters, chancenlos sehen sie sich gegen den Erstligisten keineswegs.

»Jeder hat schon einmal erlebt, was im Pokal alles passieren kann«, sagte Bielefelds Offensivspieler Cebio Soukou, dem im Vorjahr genauso eine Überraschung gelang, auf die die Arminen auch heute hoffen. Mit dem Drittligisten Hansa Rostock siegte Soukou in der ersten Pokalrunde 2018/19 gegen den damaligen Erstligisten VfB Stuttgart 2:0. Soukou schoss ein Tor selbst und bereitete das zweite vor. »So etwas vergisst man nicht«, meinte der 27-Jährige.

Unvergessen sind natürlich auch die Bielefelder Pokalerfolge aus der Saison 2014/15. DSC-Trainer Uwe Neuhaus (59) hat ebenfalls schon einige denkwürdige Pokalspiele erlebt, und das Einzigartige dieses Wettbewerbs stimmt auch ihn positiv. »Klar hat Schalke die Favoritenrolle. Aber es ist DFB-Pokal und wir sind im Moment sehr gut drauf. Das gibt uns beides Hoffnung«, erklärte der Coach vor dem Duell mit dem aktuellen Tabellensiebten der Bundesliga. Sein Team ist Zweiter der 2. Liga, Schalke ist gewarnt.

»Ein Bundesligist hat keine Schwächen«

»Die Mannschaft will dem Publikum zeigen, dass sie gewinnen und eine Überraschung möglich machen will. Unser Ziel ist es, die Zuschauer unabhängig vom Ergebnis zufrieden nach Hause gehen zu lassen«, sagte Neuhaus, der auf der Pressekonferenz am Montag über mögliche Schwächen des Gegners nicht reden wollte. »Ein Bundesligist hat keine Schwächen.«

Die Stärken der Königsblauen lägen »eindeutig in der aggressiven Spielweise. Sie sind 90 Minuten im extrem hohen Tempo unterwegs und wollen den Gegner nicht zur Ruhe kommen lassen. Da muss man sich einiges einfallen lassen, um sich spielerisch lösen zu können. Es ist ein sehr aufwendiges Spiel, was Schalke betreibt. Aber sehr effektiv, wie die aktuelle Saison beweist«, so Neuhaus.

Doch unabhängig von der Stärke des Gegners freuen sich beim Außenseiter alle auf diesen Pokalabend, »weil wir im Moment ein gutes Gefühl haben. Es läuft vieles in die richtige Richtung. Aber wir überschätzen uns nicht und hauen Parolen raus wie: ›Die hauen wir weg!‹ Wir wissen und spüren, dass es möglich ist. Aber wir müssen unsere beste Leistung abrufen, das ist auch klar«, ergänzte Neuhaus. Cebio Soukou verwies darauf, dass die Arminen auch ihre Qualitäten hätten. »Das hat man in den letzten Wochen gesehen. Wir sind gut im Verteidigen, wir können Tore schießen. Mit dem Publikum im Rücken kann es auch gegen Schalke funktionieren«, sagte Soukou.

Klos, Brunner und Nilsson mit Blessuren

Sein Trainer wollte über Taktik und Personal nichts verraten. Fabian Klos, Cedric Brunner und Joakim Nilsson hätten Blessuren aus dem Ligaspiel am vorigen Samstag bei Dynamo Dresden (1:0) davon getragen. Er müsse das Abschlusstraining am Dienstagmorgen abwarten, äußerte Neuhaus. Dramatisch sähe es bei allen aber nicht aus. Neuhaus hat bei aller Pokal-Vorfreude aber auch klar gemacht, dass die Liga Priorität genieße. »Wenn man gerade den zweiten Tabellenplatz eingenommen hat, denkt man auch daran, dass die zusätzliche Belastung Auswirkungen auf die Meisterschaft haben kann«, sagte er. Am Sonntag (13.30 Uhr) geht es in der 2. Liga mit dem Heimspiel gegen Holstein Kiel weiter.

Doch jetzt richten sich alle Augen auf Schalke. Sollte die Entscheidung erst im Elfmeterschießen fallen, wären die Arminen allerdings vermutlich unvorbereitet. Neuhaus sagte, er werde wohl keine Strafstöße trainieren lassen. »Ich glaube, dass es nichts bringt. Im Spiel ist einfach eine andere Situation. Die Wichtigkeit des einen Schusses kann man nicht simulieren. Deshalb tendiere ich eher dahin, dass wir es nicht machen«, sagte er und verriet: »Ich habe beide Varianten durch. Wenn wir Elfmeter trainiert haben, sind wir nicht bis dahin gekommen. Wenn wir sie nicht trainiert haben, hatten wir wechselnden Erfolg: Mal sind wir ausgeschieden, mal weitergekommen.«

So könnten sie spielen

Bielefeld: Ortega Moreno - Brunner, Pieper, Nilsson, Hartherz - Prietl - Yabo (Edmundsson), Hartel - Clauss (Soukou), Klos, Voglsammer

Schalke: Nübel - Kenny, Kabak, Nastasic, Oczipka - McKennie - Schöpf, Uth, Raman - Matondo, Kutucu

Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)

Es geht um viel (Geld)

Im DFB-Pokal gibt es in der aktuellen Saison so viel Geld zu verdienen wie nie zuvor. Erreichen die Arminen das Achtelfinale, bekommen sie eine Prämie von 702.000 Euro. Im Vorjahr waren es noch 686.000. Die Steigerung ist auf die neuen TV-Verträge zurückzuführen. In jeder Runde werden nun mindestens zwei Spiele im Free-TV gezeigt. Arminia gegen Schalke wird live im Pay-TV übertragen (bei Sky), über die App One Football kann die Partie ebenfalls gegen Bezahlung (Pay-per-view) geschaut werden. Eine Zusammenfassung ist später in der ARD-Sportschau zu sehen (22 bis 23.30 Uhr).

Schöne Erinnerungen

Die Pokalbilanz gegen Schalke macht den Bielefeldern keinen Mut: Vier Spiele gab es, keines konnte Arminia gewinnen. Doch dafür dient die Erinnerung an die Pokalsaison 2014/15 unbedingt als Mutmacher für alle DSC-Fans. Damals mischte Arminia als Drittligist den Cupwettbewerb richtig auf und spielte sich bis ins Halbfinale. Nacheinander wurden zuhause die Erstligisten Hertha BSC (2. Runde, 4:2 im Elfmeterschießen), Werder Bremen (Achtelfinale, 3:1) und Borussia Mönchengladbach (Viertelfinale, 5:4 im Elfmeterschießen) rausgekegelt. Erst im Halbfinale war gegen den späteren Pokalsieger VfL Wolfsburg Endstation (0:4).

Fantrennung per Netz

Die Schüco-Arena wird heute Abend mit 26.200 Zuschauern ausverkauft sein. Beim Ligaspiel gegen den Hamburger SV (1:1) am 21. Oktober war die Alm ebenfalls ausverkauft, allerdings mit 26.515 Besuchern. DSC-Pressesprecher Daniel Mucha erklärte die Differenz damit, dass auf der Nordtribüne ein Netz aufgespannt werde, um eine Trennung der Fanlager zu gewährleisten. Das koste einige Plätze. Das offizielle Kontingent für Schalke-Fans beträgt 3400 Karten.

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