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Mo., 04.11.2019

2:1 gegen Kiel – Arminia punktgleich mit Spitzenreiter HSV Mitfavorit? »Es scheint so«

Andreas Voglsammer (Mitte) hat abgezogen, Kiels Keeper Gelios streckt sich vergeblich. Es ist das Siegtor für den DSC.

Andreas Voglsammer (Mitte) hat abgezogen, Kiels Keeper Gelios streckt sich vergeblich. Es ist das Siegtor für den DSC. Foto: Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). Ohne Kenntnis des Endresultats hätte man beim Schlusspfiff durchaus auf die Idee kommen können, dass Holstein Kiel die Schüco-Arena am Sonntag zumindest nicht als Verlierer verlässt. Doch so war es nicht. Es war bloß so, dass die Arminen derart platt waren am Enc de ihrer Englischen Woche, dass sie sich nach ihrem hart erkämpften 2:1 (1:0)-Erfolg über die Kieler erstmal entkräftet auf den Boden plumpsen ließen.

»Wir hatten das dritte Spiel in einer Woche, wir waren am Limit«, sagte Florian Hartherz stellvertretend für seine Teamkollegen. Auch Uwe Neuhaus gab an, froh zu sein, dass bis zum nächsten Spiel am kommenden Sonntag in Nürnberg ein bisschen Zeit ist – obwohl: »Jetzt Mittwoch Champions League würde ich auch gerne nehmen«, scherzte der Coach.

Königsklasse wäre frühestens in der übernächsten Saison möglich, Bundesliga dagegen bereits in der nächsten. Weil der Hamburger SV noch das späte 1:1 gegen Wiesbaden kassierte, zog Verfolger Arminia nach Punkten mit dem Spitzenreiter gleich. Der DSC ist weiter mittendrin unter den Topteams. »Das kann ich nicht leugnen«, sagte Neuhaus. Ist aus dem Geheimfavoriten Arminia nun ein echter Mitfavorit auf den Aufstieg geworden? Der Trainer: »Es scheint im Moment so. Wir haben ein Drittel der Saison hinter uns, zwei Drittel kommen noch. Das ist ein sehr, sehr langer Weg. Wir müssen weiterhin beißen und eine Gier an den Tag legen wie diesmal.«

Die Arminen konnten zwar nicht mehr, aber sie wollten unbedingt. Exemplarisch dafür stand die Szene in der Nachspielzeit, als Joakim Nilsson sich ebenso geistesgegenwärtig wie entschlossen für seinen geschlagenen Keeper Stefan Ortega Moreno in einen Kopfball des Kielers Janni Serra warf (90.+2). Lange Bälle auf die langen Spieler lautete das Rezept der Gäste in der Schlussphase, in der laut Neuhaus »alles vorhanden gewesen ist, was ein mitfiebernder Fan so braucht, um am Ende umso glücklicher zu sein«.

Arminen gucken nur nach vorne

Sechs Punkte haben die Ostwestfalen nun schon Vorsprung auf den Tabellenvierten Aue. Doch Abwehrspieler Amos Pieper versicherte: »Wir gucken nicht darauf, was von hinten kommt. Wir wollen unser Ding durchziehen.« Die Arminen gucken demnach nur nach vorne. »Wir sind punktgleich mit dem Ersten. Das ist ein tolles Gefühl, da oben mitzuspielen. Ich hoffe, dass es noch lange anhält«, sagte Hartherz und meinte: »Diese knappen Siege wie in Dresden und nun gegen Kiel sind die wichtigsten, um oben dran zu bleiben.«

In einem phasenweise recht zähen Spiel war beiden Teams die Zusatzschicht im DFB-Pokal anzumerken. Die Arminen zogen am Dienstag gegen Schalke den Kürzeren (2:3), Kiel verlor einen Tag später beim Viertligisten Verl  im Elfmeterschießen. »Einen richtigen Unterschied zwischen beiden Mannschaften gab es nicht«, befand Neuhaus. Doch, gab es. Den Unterschied machten – mal wieder – Fabian Klos und Andreas Voglsammer. Klos versenkte zunächst einen Elfmeter (33., Foul von Jonas Meffert an Marcel Hartel). Später bereitete Bielefelds Toptorjäger (8 Saisontreffer) das 2:1 für Voglsammer (7 Saisontreffer) vor (73.). Kurz zuvor hatte Emmanuel Iyoha für den verdienten Kieler Ausgleich gesorgt (68.).

Zweigleisige Planung

Neuhaus lobte die Moral seiner Mannschaft und hatte die passende Belohnung parat: »Die Spieler haben alles reingehauen und sich zwei freie Tage verdient.«

Gemeinsam mit Sport-Geschäftsführer Samir Arabi hat der Trainer, dessen Vertragsverlängerung in Kürze erwartet wird, in den kommenden Wochen und Monaten die Aufgabe, die Arminia-Zukunft zweigleisig zu planen. »Das macht uns nicht so viel aus. Ich kenne das hier gar nicht anders«, sagte Arabi. Oft genug hatte der 40-Jährige dabei für den Zweit- und Drittligafall planen müssen. Diesmal nicht.

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