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Mi., 06.11.2019

Sheffield Wednesdays Fans verehren Arminias früheren Verteidiger Börner, der Burner

Julian Börner stand in 14 von 15 Ligaspielen für Sheffield Wednesday jeweils 90 Minuten auf dem Platz und traf einmal.

Julian Börner stand in 14 von 15 Ligaspielen für Sheffield Wednesday jeweils 90 Minuten auf dem Platz und traf einmal. Foto: imago

Von Sebastian Bauer

Bielefeld/Sheffield  (WB). Der Verteidiger, das raubeinige Wesen: Es ist diese Spezies mit ihren fußballerischen Eigenschaften, die besonders in England wertgeschätzt wird. Diesen Stellwert erfährt aktuell auch Arminia Bielefelds Ex-Kapitän Julian Börner in der 2. englischen Liga.

Seit dem Sommer spielt Börner nach seinem überraschenden Abgang aus Bielefeld bei Sheffield Wednesday. Dass ihn und seine Familie der Weg nach England geführt hat, hat der 28-Jährige bis heute nicht eine Sekunde bereut: »Wir sind total happy hier. Ich habe keinen Tag gezweifelt, ob es richtig war. Man freut sich jeden Tag aufs Training, auf jedes Spiel. Und ich freue mich umso mehr, wenn ich auf der Couch die Arminia-Spiele angucken kann.«

Fahne mit Gesicht drauf

Und dann ist da noch diese typisch britische Art mit der Verehrung für verteidigende Fußballer. Börner bestritt erst sein viertes Ligaspiel für Sheffield, als er plötzlich lautstark seinen Namen im Stadion wahrnahm. »Alle haben Julian Borner gesungen. Und wenig später sehe ich bei unseren Fans eine Fahne mit meinem Gesicht drauf. Das ist alles unglaublich«, erzählt der Ex-Armine.

Börner-Kult auf der Tribüne: Die Fans der »Owls«, der Eulen, wie Wednesday auch genannt wird, schätzen den Verteidiger.

So schallt seit Monaten der »Borner-Song«, weil die Briten kein »Ö« kennen, aus tausenden Kehlen: »Julian Borner, Julian Borner, he plays for Wednesday, he hates United« – »Julian Börner, Julian Börner, er spielt für Wednesday, er hasst United (Lokalrivale Sheffield United, Anm. d. Red.)«. Und, very british, loben die Fans in einer weiteren Zeile des Lieds die Manneskraft des Verteidigers. »Das ist hier einfach so«, sagt Börner. Britischer Humor eben.

Euphorie der Fans überrascht

Die Euphorie der Fans überrascht aber selbst einen gestandenen Profi wie Julian Börner hin und wieder noch. Etwa an dem Tag, als ihm Sheffield Wednesdays Zeugwart ein Video vom Auswärtsspiel bei Preston North End zeigte. Darauf zu sehen: Hunderte Sheffield-Fans besangen in der Halbzeitpause in den Stadionkatakomben den deutschen Verteidiger. »Das war einfach krass, als ich das zum ersten Mal gesehen habe«, berichtet Börner.

Huldigung für Spieler mit besonderen Abwehrkräften

Die Huldigung für Spieler mit besonderen Abwehrkräften gefällt dem gebürtigen Weimarer: »Man genießt das schon. Verteidiger werden hier einfach anders gesehen. In Deutschland wird nach einem 1:0-Sieg nicht der Verteidiger, der jeden Zweikampf gewonnen hat, sondern der Torschütze besungen. Das ist in England vollkommen anders. Hier hat jeder denselben Stellenwert, egal ob das ein Stürmer, Torwart oder die Nummer 20 im Kader ist.«

Mit den »Eulen« auf Platz sieben

Auch sportlich läuft es mit Wednesday. »The Owls« (die Eulen), wie der Klub in England genannt wird, liegen als Siebter (24) nur sechs Punkte hinter dem Tabellenführer West Bromwich Albion. Börner: »Von der Mannschaft her haben wir das Zeug, um aufzusteigen. So lange wir in dem Kreis in der Tabelle dabei sind, wo wir jetzt stehen, ist alles gut. Gefühlt wollen hier halt 15 Mannschaften aufsteigen.« Insgesamt sei das Leistungsniveau im Vergleich mit der 2. Bundesliga ähnlich, die Voraussetzungen seien dennoch ganz andere, betont Börner: »Bei uns im Staff gibt es allein sieben hauptamtliche Physiotherapeuten und vier hauptamtliche Greenkeeper. Hier spielt Geld keine Rolle.«

Entwicklung überrascht Börner nicht

Und was denkt der ehemalige Armine über den Zweitligazweiten Arminia? »Mich überrascht die Entwicklung ehrlich gesagt nicht. Das zeichnete sich bereits in der Rückrunde ab. Ich freue mich sehr für den DSC. Bei mir läuft es sportlich und privat. Und bei Arminia läuft es auch. Dann haben es doch alle Seiten richtig gemacht.«

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