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Di., 12.11.2019

Die Arminen Klos und Voglsammer sind Lazios Supersturm auf den Fersen »Ein ziemlicher Lauf«

Sie könnten die ganze Welt umarmen: die Arminen Andreas Voglsammer und Fabian Klos beim Sieg in Nürnberg.

Sie könnten die ganze Welt umarmen: die Arminen Andreas Voglsammer und Fabian Klos beim Sieg in Nürnberg. Foto: Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). So langsam wird es unheimlich: Seit ihrer Gala beim 5:1-Erfolg am Sonntag in Nürnberg bilden Fabian Klos und Andreas Vogl­sammer das zweitbeste Angriffsduo in den Ligen der großen europäischen Fußballnationen. Nur Ciro Immobile und Luis Alberto waren für ihren Klub Lazio Rom in Italiens Serie A bisher an noch mehr Toren direkt beteiligt als die Arminen.

Der Vergleich mit den zwei Angreifern aus der italienischen Eliteliga, den der TV-Sender Sky am Sonntag vornahm, mag durchaus ein wenig gewagt wirken. Andererseits: Die Zahlen lügen nicht. Auf 27 Torbeteiligungen nach 13 Spieltagen bringen es Klos und Voglsammer gemeinsam. Klos kommt auf zehn selbst erzielte Treffer, fünf bereitete er vor. Voglsammer traf acht Mal, vier Mal leistete er die Vorarbeit. Immobile und Alberto kommen nach zwölf Spieltagen zusammen auf 29 Torbeteiligungen.

Im Zweitligaspiel in Nürnberg polierten die beiden Bielefelder ihre bis dahin schon bemerkenswerte Bilanz weiter auf. Klos erzielte zwei Tore, Voglsammer hatte mit einem Tor und zwei Torvorlagen ebenfalls erheblichen Anteil am Sieg. »Manchmal haben Stürmer einfach einen Lauf – und 2019 haben wir beide einen ziemlichen Lauf«, sagte Klos bei Sky. Und Voglsammer meinte mit Blick auf das vorherige 2:1 gegen Kiel und das 1:0 in Osnabrück (9. Spieltag): »Wir haben auch in den letzten Spielen schon eine enorme Effizienz an den Tag gelegt.«

Voglsammer betonte, dass »wir zwei uns gegenseitig vorangebracht haben. Wir sind super aufeinander abgestimmt.« Seit Januar 2016 spielen Klos und Voglsammer schon zusammen für Arminia. Es hat eine Weile gedauert, ehe sie jene gegenseitige hohe Wertschätzung füreinander aufgebracht haben, die sie heute unter anderem so erfolgreich macht.

»Unfassbar weiterentwickelt«

»Fabian hat sich unfassbar weiterentwickelt, vor allem fitnessmäßig. Ich habe ihn ganz anders kennengelernt«, erinnerte sich Voglsammer an eine Zeit, in der Klos bereits ein guter, aber eben noch kein sehr guter Zweitligastürmer war. Und auch Klos hat nicht vergessen, dass Voglsammer fast zehn Monate gebraucht hat, um im Oktober 2016 endlich sein erstes Tor für Arminia zu erzielen. »Vogis Abschluss ist so viel besser geworden mit den Jahren«, lobte Klos die »sehr, sehr positive Entwicklung« seines Nebenmannes. Zudem sei Voglsammer nicht nur ausgesprochen athletisch, sondern auch »verflucht schnell« und zudem »gut im Kopfball«. Klos: »Vogi ist eine Maschine, das sage ich ihm fünf, sechs Mal im Spiel. Es ist unfassbar schwer, ihn zu verteidigen. Aber ich will ihm auch nicht zu viel Honig um den Bart schmieren.«

Von Voglsammers Kopfballstärke profitierte Klos in Nürnberg bei seinem Tor zum 4:1. Einen langen Ball von Torwart Stefan Ortega Moreno verlängerte Voglsammer per Kopf genau in den Lauf von Klos, der eiskalt vollendete. »Ich weiß, dass der lange Ball kommt und Klosi dann in die Tiefe geht. Das sollte die Liga auch wissen – und trotzdem ist es schwer zu verteidigen«, erklärte Voglsammer.

DSC-Trainer Uwe Neuhaus gefielen in Nürnberg besonders »die Zielstrebigkeit, das Tempo nach vorne und die Präzision. Das war schon eiskalt«, lobte der Coach. So eiskalt, dass ein User noch während des Spiels via Twitter mutmaßte, Klos alleine könnte vielleicht den Klimawandel aufhalten.

»Wir sind verdienter Tabellenführer«, sagte Klos im Brustton der Überzeugung. Der Erfolg sei »kein Zufall. Wir zeigen schon das ganze Jahr über gute Leistungen. Ich sehe uns unter den Top drei.«

Sie sind noch gefährlicher

Mit zusammen 29 Torbeteiligungen bilden Ciro Immobile (rechts) und Luis Alberto von Lazio Rom aktuell das erfolgreichste Offensivduo in den Ligen der großen europäischen Fußballnationen. Der Ex-Dortmunder Immobile erzielte 14 Tore selbst, 5 Tore bereitete er vor. Der Spanier Alberto markierte einen Treffer und legte neun Tore auf.

Zerrung bei Nilsson

Arminias Innenverteidiger Joakim Nilsson war in der Halbzeit des Zweitligaspiels beim 1. FC Nürnberg verletzt ausgewechselt worden. Am Montag gab der Klub die Diagnose bekannt. Der Schwede hat sich eine Zerrung der Achillessehne zugezogen und muss zunächst etwas kürzer treten. Für das nächste Punktspiel am Samstag, 23. November, gegen den SV Sandhausen dürfte Nilsson aber wieder zur Verfügung stehen. Cebio Soukou, der aufgrund einer Magen-Darm-Grippe kurzfristig ausgefallen war, befinde sich nach Klubangaben im regenerativen Aufbautraining.

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