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Mo., 25.11.2019

Beim 1:1 gegen Sandhausen hadert Arminia mit dem Gegner und der eigenen Offensive Nicht ihr Tag

Die in der Liga gefürchteten Fabian Klos (links) und Andreas Voglsammer bleiben gegen Sandhausen zu ungefährlich.

Die in der Liga gefürchteten Fabian Klos (links) und Andreas Voglsammer bleiben gegen Sandhausen zu ungefährlich. Foto: Thomas F. Starke

Von Sebastian Bauer

Bielefeld (WB). Sicherlich hat Arminia Bielefeld in den vergangenen Monaten schon bessere Tage erwischt als den beim 1:1 (1:1) gegen den SV Sandhausen. Doch der Punkt- und Spitzenplatzverlust schmerzte beim DSC nicht wirklich. »Kein Beinbruch« lautete das kollektive Motto.

Nur Uwe Neuhaus ließ kurz durchblicken , dass die verlorene Tabellenführung an den Hamburger SV (2:1 gegen Dresden) ihn schon ein klein wenig ärgerte: »Ich wäre schon lieber Tabellenführer als Zweiter, das muss ich sagen«, sagte der Trainer und relativierte kurz darauf, dass dieser Umstand aber doch nur eine untergeordnete Rolle spiele.

Um die 2. Liga weiter anführen zu können, fehlten dem aktuellen Tabellenzweiten am Samstag doch einige Faktoren gegen einen starken SV Sandhausen. Der vermeintlich Kleine lieferte nämlich phasenweise Großes in der Schüco-Arena ab. Die kompakte SVS-Raute im Mittelfeld und die beiden bulligen Stürmer Aziz Bouhaddouz und Kevin Behrens machten dem DSC »das Leben schwer« (Neuhaus).

Noch erschwerender kam hinzu, dass das sonst so treffsichere Offensivduo Fabian Klos/Andreas Voglsammer gar nicht zündete. »Heute war nicht unbedingt unser Tag, nicht unbedingt mein Tag in der Offensive. Ich glaube, die letzten Wochen hätten wir das Spiel gewonnen. Heute war es anders. Aber das ist auch nicht schlimm, das ist kein Beinbruch«, betonte Klos.

Der zehnfache Saisontorschütze fiel vor allem auf, als er mit einem Foul an Bouhaddouz einen Strafstoß verursachte. Doch Behrens scheiterte aus elf Metern an DSC-Torwart Stefan Ortega Moreno (9.), dem am Samstag besten Arminen. Zehn Minuten später gingen dafür die Bielefelder in Führung. Der französische Geniestreich von Jonathan Clauss blieb aber eines der wenigen offensiven Glanzlichter dieses Tages. Sehenswert schlenzte der 27-Jährige den Ball in den linken Winkel. Sandhausen antwortete noch vor der Pause mit dem verdienten 1:1 von Behrens (32.). »Sandhausen war ein toller Gegner mit der besseren ersten Hälfte. Wir haben es nicht ganz so geschafft, Tempo in unser Spiel zu bekommen«, lobte auch Neuhaus den engagierten Auftritt der Kurpfälzer.

Arminia steigert sich nach 60 Minuten

Erst nach 60 Minuten erarbeitete sich der Ex-Spitzenreiter offensiv ein Übergewicht. Jedoch scheiterten Klos, Joan Simun Edmundsson und Amos Pieper bei ihren Versuchen.

Fabian Klos haderte später vor allem mit der öffentlichen Erwartungshaltung bei Spielen gegen den vermeintlich kleinen SV Sandhausen. »Sandhausen hat es gut gemacht. Bei Arminia-Spielen gegen Sandhausen wird immer ein drei oder vier zu Null erwartet«, begegnete der Torjäger kritischen Fragen direkt.

Fakt ist: Mit der bislang so erfolgreichen Saison steigen auch die Ansprüche an die Arminia. Genau so steht fest: Ohne weitere Punktverluste wird der DSC ganz sicher nicht durch die Saison kommen. Auch deshalb konnten sich die Hausherren gut mit dem 1:1 arrangieren. »Wir haben kein schlechtes Spiel gemacht, wir haben nur nicht gewonnen. Man muss auch mal akzeptieren, dass wir nur einen Punkt mitnehmen«, meinte Mittelfeldspieler Manuel Prietl.

Es besser machen und dreifach punkten könnten die Arminen am kommenden Sonntag: beim Tabellen-13. SV Darmstadt 98.

Kommentare

"Alles kein Beinbruch!". Endlich mal ein vernünftiger ostwestfälischer Kommentar. Seien wir ehrlich, das steht uns doch viel besser. Wie sagte kürzlich schon Sven Pisstor (toller Name für einen Effzeh-Fan, um den ich den echt beneide) während seiner letzten Theateraufführung in der Aula der Gesamtschule Erkenschwick-Süd mit seinem Bühnenprogramm "Vollpfosten Reloaded": "Wer Fan von Arminia Bielefeld ist, der meint es wirklich ernst mit dem Fußball". Ganz genau. Während der VfL Bochum in seiner Hymne nur behauptet, alle Gegner mit dem Doppelpass nasszumachen, praktizieren wir das an jedem Spieltag, sogar im eigenen Strafraum. Ich finde toll, so wie es jetzt wieder ist. 13 Tage stolz ergooglen, was die Süddeutsche, die FAZ, der Spiegel und die Welt über Arminias Höhenflug staunend zum Besten geben? Nä, das bin ich nicht. Mir dagegen gefällt der für lange Zeit letzte einseitige (!!!) BamS-Bericht über den abgestürzten 13-Tage-Spitzereiter. Ich finde auch viel besser, dass Preußen Münster als zukünftiger Viertligist in den OWL-Ausgaben der BILD mehr Zeilen bekommt als wir, da können wir schön bescheiden im Hintergrund bleiben.

Und wenn ich nach dem Spiel gegen Sandhausen auf der Standspur in die lippische Provinz zurückfahre, reicht mir das nackte Ergebnis im Trecker-Radio von WDR2, um aus meinen Bundesliga-Träumen aufzuwachen. Die genaue Torfolge des erneuten 3:3 des VfL Bochum in einem Heimspiel dagegen interessiert wirklich keine Sau auf meinem Bauernhof. Das interessiert nicht mal Sven Pisstor vom WDR.

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