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Fr., 06.12.2019

Nach 2:2 gegen Karlsruhe: Arminia ist Platz eins in der Hinrunde nicht mehr zu nehmen Per Remis zum Herbstmeister

Verladen: Fabian Klos trifft aus elf Metern zum 1:1.

Verladen: Fabian Klos trifft aus elf Metern zum 1:1. Foto: Thomas F. Starke

Von Sebastian Bauer

Bielefeld (WB). Der Nikolaustag hatte eine besondere Überraschung für Arminia Bielefeld parat: Mit dem 2:2 (0:1) gegen den Karlsruher SC sicherte sich der DSC den vorzeitigen Gewinn des Herbstmeistertitels und konnte den Ausrutscher des Hamburger SV (0:1 gegen Heidenheim) damit perfekt ausnutzen.

Seufert gibt Startelfdebüt

Trainer Uwe Neuhaus verhalf im letzten Heimspiel des Jahres Nils Seufert zu seinem Startelfdebüt in dieser Saison. Der Mittelfeldspieler rückte für Joan Simun Edmundsson in die Mannschaft. Der Färinger schaute zunächst von der Bank aus zu.

Was Edmundsson und die 20.426 Zuschauer zu sehen bekamen ähnelte stark dem, was Arminia in dieser Saison schon häufig in den eigenen vier Wänden zeigte: Der DSC tat sich gegen einen gut stehenden Gegner schwer, ins Spiel zu kommen. Die Fäden liefen nach vorne zu oft nicht zusammen.

Hartel scheitert zweimal aus der Distanz

15 Minuten dauerte es in der Schüco-Arena bis zum ersten Torschuss, den Karlsruhes Marvin Wanitzek aber zu hoch ansetzte. Kurz darauf musste Arminias Torwart Stefan Ortega Moreno einen Kopfball von Philipp Hofmann über die Latte spitzeln (16.). Die Partie nahm offensiv nun Fahrt auf. Zweimal scheiterte Bielefelds Dribbelkünstler Marcel Hartel (17./20.) aus der Distanz. Dann köpfte Andreas Voglsammer vorbei.

Ex-Armine Lorenz trifft zum 0:1

Es musste erst ein ehemaliger Armine Maß nehmen, um ins Schwarze zu treffen. Der Ball landete an der Strafraumgrenze bei Marc Lorenz, der von 2012 bis 2015 beim DSC spielte. Lorenz fackelte nicht und versenkte den Ball im linken oberen Toreck – und jubelte aufgrund der Bielefelder Vergangenheit zurückhaltend (25.). Und die zuhause bislang nicht aufstiegsreife Arminia musste erneut einem Rückstand hinterher laufen.

Problem: Ball will nicht ins Tor

Das verflixte an der Situation: Schon vor dem Rückstand waren die Hausherren spielerisch dominanter und sie bleiben es auch nach dem 0:1. Das Problem: Der Ball wollte nichts ins Tor. Weder bei Voglsammers hochkarätiger Chance, noch bei Amos Piepers Schuss. Arminia lieferte mit 74 Prozent Ballbesitz und zahlreichen Chancen ein Beispiel an Dominanz ab, ging aber trotzdem ohne Treffer in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel tut sich der DSC schwer

So spielbestimmend die Ostwestfalen die Sache in den ersten 45 Minuten gestalteten, so schwer tat sich der DSC nach dem Seitenwechsel, wieder für Gefahr zu sorgen. Also plätscherte das Spiel dahin wie der ostwestfälische Dauerregen. Bei den Gastgebern fehlte der Druck, den der KSC im ersten Spielabschnitt noch deutlich zu spüren kam.

Furiose Schlussphase

So tat sich lange nichts vor de Tor auf der einen und dem Kasten auf der anderen Seite. Ein Hauch von Torgefahr war erst wieder bei einem Voglsammer-Kopfball ans Außennetz zu spüren. Ein Bielefelder Erweckungsmoment? Plötzlich suchten die Bielefelder wieder verstärkt den Weg nach vorne. Doch erneut scheiterte Hartel mit einem Schüsschen aus kurzer Distanz (77.).

Klos trifft vom Punkt (81.)

Dann sollte es doch mit dem verdienten Ausgleich klappen. Fabian Klos traf per Strafstoß zum 1:1 (81.), nachdem Pieper im Strafraum von Hofmann gefoult worden war. Für Arminias Rekordtorjäger war es das 13. Saisontor.

Zwei Treffer in der Nachspielzeit

Dann wurde es turbulent. Arminias Nilsson trat über den Ball, so dass Karlsruhes Wanitzek freie Bahn zur erneuten KSC-Führung hatte (90.+1). Dann stand die Alm Kopf: Kurz vor Schluss traf der eingewechselte Joan Simun Edmundsson zum 2:2 (90.+3) und sicherte damit einen Spieltag vor Hinrundenschluss den Herbstmeistertitel.

So spielten sie

Bielefeld: Ortega Moreno - Brunner, Pieper, Nilsson, Hartherz - Prietl (79. Edmundsson) - Seufert (60. Soukou), Hartel - Clauss, Klos, Voglsammer

Karlsruhe: Uphoff - Thiede, Gordon, Pisot, Roßbach - Kobald, Wanitzek - Stiefler, Lorenz - Fink (79. Fröde), Hofmann (90.+5 Pourié)

Schiedsrichter: Petersen (Stuttgart)

Zuschauer: 20.426

Tore: 0:1 Lorenz (25.), 1:1 Klos (81., Foulelfmeter), 1:2 Wanitzek (90.+1), 2:2 Edmundsson (90.+3)

Gelbe Karten: Edmundsson / Roßbach (3), Kobald (3), Thiede (2), Sportlicher Leiter Kreuzer

Kommentare

Schade

Erst einmal Glückwunsch zur Herbstmeisterschaft. Eine tolle Leistung, die vor der Saison kaum für möglich gehalten wurde.Man kann natürlich auf hohem Niveau jammern, aber wie man sieht, auch die vor der Saison hochgelobten Aufstiegsaspiranten haben Probleme, ihre Spiele zu Hause erfolgreich zu gestalten. Allerdings: Für die Almbesucher wären natürlich drei Heimpunkte schöner, als drei Auswärtszähler. Ich würde der Mannschaft wünschen, dass sie etwas mehr Risiko geht. Für eine hohe Passquote kann man sich nichts kaufen, wenn wenn es in brotloser Kunst ausartet. Es ist doch egal, wenn das Zuspiel in die Spitze mal beim Gegner landet. Mehr Zug zum Tor ist jedoch allemal schöner, als fortwährende Sicherheirspässe im eigenen Drittel.Vorraussetzung ist natürlich, dass man sich vorne auch ein wenig bewegt, um anspielbar zu werden. Da ist noch deutlich Luft nach oben, wie auch bei der Geschwindigkeit. Noch zwei Spiele, dann etwas Erholung und dann Zeit, am verbesserten Aufbauspiel zu arbeiten. Wird schon klappen.

Was stimmt denn da nicht???

Eigentlich sollte man sich freuen,wenn in der Nachspielzeit doch noch der mehr als verdiente Ausgleich fällt...Ich kann es einfach nicht. Diese Leistungsunterschiede zwischen auswärts und Alm sind doch nicht mehr normal.Auswärts eine Punkte Maschine,zu Hause eine Therapiegruppe.Lieber Uwe Neuhaus,heute mal no Limits.Trainer gibt nen Fässchen auf den Herbstmeister aus und keiner geht eher nach Hause,als das das Pils alle ist.Angst vor Heimsiegen kann man weg trinken,das hilft immer.Jetzt kommt FC Schnatterer bei Heidenheim....da geht mir die Düse.Ich würde ja fast nen großes Döschen Krombacher den Jungs spendieren,wenn dieser Schnatterer diesmal kein Tor schießt.Allein mir fehlt der Glaube daran,ich setze lieber realistische Ziele.Vogl und Klos für uns und 2 von Schnatterer bei Heidenheim.Schönes Wochenende als Auswärtsherbstmeister.Skol.

2 Kommentare

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