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Mo., 23.12.2019

Nach 0:3 auf St. Pauli geht Trainer Uwe Neuhaus zu den Fans Es war ihm ein Bedürfnis

Von Jens Brinkmeier

Hamburg (WB). Pfiffe gab es keine, im Gegenteil. Die etwa 3000 mitgereisten Fans des DSC Arminia Bielefeld bewiesen am Samstag am Millerntor ein feines Gespür. Trotz der 0:3 (0:2)-Pleite beim FC St. Pauli bekamen die Spieler viel Applaus und Zuspruch. Da war es auch Trainer Uwe Neuhaus ein Bedürfnis, erstmals in dieser Saison den direkten Austausch mit den Anhängern zu suchen.

„Es war an der Zeit, für die Unterstützung zu danken. 3000 hier in Hamburg, das ist nicht selbstverständlich. Sie haben uns in allen Spielen überragend unterstützt. Dafür muss man auch mal Danke sagen“, erklärte Neuhaus seinen Weg an den Zaun.

In den 90 Minuten zuvor war deutlich geworden, dass das Fußballjahr für die Arminen mindestens eine Woche zu spät zu Ende ging. „Die Spieler waren müde im Kopf. Wir sind froh, dass Pause ist. Manche haben das Ende ein bisschen herbei gesehnt“, verriet der Trainer, der aber auch nicht vergaß, den Gastgebern zu einem „verdienten Sieg“ zu gratulieren.

„Die Welt ist nicht untergegangen“

Im zehnten Auswärtsspiel hatte der DSC die erste Niederlage kassiert. Zum zweiten Mal in Folge blieb die zweitbeste Offensive der 2. Liga (35 Tore) ohne Treffer. „Unsere Offensive hat 2019 hervorragend geliefert, in den letzten zwei Spielen ist uns ein bisschen die Luft ausgegangen“, sagte Fabian Klos. Der Kapitän ärgerte sich über die klare Niederlage, doch der 32-Jährige wollte nach einem insgesamt herausragenden Jahr nicht zu viel Kritik üben. „Klar ärgern wir uns, aber ich habe es den Jungs gerade gesagt: Die Welt ist nicht untergegangen. Das war das zweite Spiel, das wir verloren haben. Das kann passieren“, sagte Klos.

St. Pauli machte seinem Ruf als Bielefelder Angstgegner alle Ehre. In der 2. Liga hat der DSC bei keinem anderen Verein so oft verloren (jetzt neunmal). Nach nur zweieinhalb Minuten waren die Hausherren schon in Führung gegangen. Nach einer kurz ausgeführten Ecke köpfte Henk Veerman das 1:0. Auch das zweite Tor erzielte der lange Niederländer (2,01 Meter), weil Amos Pieper die Flanke von Victor Gyökeres nicht verhinderte und Joakim Nilsson Veerman entwischen ließ (25.).

Arminia gab sich nicht geschlagen und kam zu Chancen. Und wer weiß, was passiert wäre, hätte Klos in der 44. Minute aus kurzer Distanz auf 1:2 verkürzt. So aber machten die Gastgeber in der 54. Minute durch Gyökeres den Deckel drauf. Symptomatisch für die 90 Minuten aus Bielefelder Sicht war noch die Szene in der 87. Minute: Andreas Voglsammer schoss den Ball an den linken Torpfosten. „Wir hätten noch lange spielen können und trotzdem kein Tor gemacht“, sagte Klos.

Zum dritten Mal das letzte Spiel verloren

Zum dritten Mal in Folge verlor Arminia das letzte Spiel des Kalenderjahres. Neuhaus hatte das „Unheil“ schon kommen sehen. „Es hat sich in den letzten zwei Wochen so ein kleines bisschen angedeutet. Es war nicht so, dass die Mannschaft nicht wollte. Wir waren einfach ein bisschen träge“, sagte der Trainer und meinte damit sowohl die körperliche als auch die mentale Seite. Trotz der Niederlage war es dem 60-Jährigen aber wichtig festzuhalten: „Wir lassen uns das hervorragende Jahr nicht nehmen, wir waren beständig gut und stehen zurecht da oben.“

Mittelfeldspieler Manuel Prietl schaute kurz nach dem Abpfiff schon voraus. „Wir haben noch viel vor und wollen im neuen Jahr voll angreifen“, sagte der Österreicher. Am 4. Januar um 10 Uhr nehmen die Bielefelder die Vorbereitung wieder auf. Das erste Punktspiel des neuen Jahres steigt am 28. Januar um 18.30 Uhr gegen den VfL Bochum. Die Grundlagen für den harten Aufstiegskampf sollen im Trainingslager im spanischen Benidorm gelegt werden (12. bis 19. Januar). Dort gibt es ein Wiedersehen mit dem FC St. Pauli, denn am 18. Januar bestreiten die beiden Klubs ein Testspiel.

Den Plan für die nächsten Wochen gab Neuhaus noch am Samstag aus: „Wir müssen uns jetzt erholen, dann in der Vorbereitung Gas geben und wieder in die Spur kommen.“

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