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Mi., 15.01.2020

Bielefelds Behrendt kämpft fürs Comeback – Blick zu den Mitspielern schmerzt – mit Video „Es tut immer noch weh“

Die Leidenszeit ist noch nicht vorbei. Brian Behrendt muss weiter hart arbeiten, um wieder spielen zu können – sehr oft allein.

Die Leidenszeit ist noch nicht vorbei. Brian Behrendt muss weiter hart arbeiten, um wieder spielen zu können – sehr oft allein. Foto: Thomas F. Starke

Benidorm (WB). Das Knie erholt sich gut, es sind andere Schmerzen, die Brian Behrendt zu schaffen machen. Denn während der 28-Jährige viereinhalb Monate nach seinem Kreuzbandriss zumeist mit Athletiktrainer Reinhard Schnittker arbeiten muss, findet nebenan das „richtige“ Training statt. Das seiner Mannschaft, zu der Behrendt so schnell wie möglich auch wieder gehören möchte.

„Es bedeutet mir viel, hier dabei zu sein. Aber es tut auch nach viereinhalb Monaten noch weh, wenn man auf den Trainingsplatz zu den anderen hinüber blickt“, verrät der Innenverteidiger. Aber Behrendt sagt auch über sich, „grundsätzlich ein positiver Mensch“ zu sein. „So langsam ist es jetzt ja absehbar, wann ich zurückkomme, und ich mache das Beste draus“, erklärt der DSC-Profi. Wenn die Reha weiter so gut voran gehe, könnte Behrendt sein ersehntes Comeback Ende März/Anfang April geben.

Zum zweiten Mal in seiner Karriere fällt er jetzt lange aus. In der Saison 2014/15, damals im Trikot von Rapid Wien, war es ein Mittelfußbruch, der zur Zwangspause führte. „Wenn ich es mir hätte aussuchen können, hätte ich wieder einen Mittelfußbruch genommen. Ein Kreuzbandriss ist nicht ohne, weil da so viele Komponenten dazu gehören“, sagt Behrendt. Ein Bruch verheilt in der Regel gut, Kreuzbänder sind da viel instabiler, die Gefahr einer Re-Ruptur (erneuter Riss) ist immer gegeben. Doch daran will Behrendt möglichst wenig denken, wenngleich er zugibt, besonders „feinfühlig, fast ein Hypochonder“ zu sein, was sein Knie angeht. „Die ganze Phase ist schon sehr schwierig für den Kopf. Man macht sich ständig Gedanken. Zum Glück hatte ich bis jetzt keine echten Tiefpunkte.“

Was den Arminen besonders ärgert, ist die Situation, die zum Kreuzbandriss führte. Ende August waren im Zweitligaspiel beim SSV Jahn Regensburg erst wenige Minuten gespielt, als Behrendt einen Ball abschirmen wollte, damit dieser ins Aus geht. Von hinten kam Jahn-Stürmer Marco Grüttner angelaufen und traf den Bielefelder. „Auf dem Boden liegend habe ich schon gemerkt, das war jetzt nicht bloß ein Pferdekuss. Mein Kopf hatte mir dann schnell signalisiert, dass ich nicht aufstehen könnte. Ich habe sofort an das Schlimmste, also sechs Monate Pause nach einem Kreuzbandriss, gedacht. Der Gedanke war irgendwie sofort da“, erinnert er sich. Die Diagnose später bestätigte den Verdacht. „Als die Diagnose kam, war es bei mir ein Mix aus Lachen und Weinen. Wegen so einer Drecks-Aktion ein halbes Jahr raus zu sein, das habe ich nicht richtig realisiert. Im Grunde war es wie eine persönliche Beleidigung, so eine Verletzung hinnehmen zu müssen und so lange auszufallen“, beschreibt Behrendt seine Gefühle von damals.

Zwar habe sich Grüttner schnell entschuldigt, doch Verzeihen kann Behrendt ihm nicht. „Ich bin selten nachtragend, aber das nehme ich ihm übel. Es war so völlig unnötig“, ärgert sich der Abwehrspieler. Während dessen Abwesenheit hat seine Mannschaft die Tabellenspitze übernommen. Der Aufstieg ist möglich. Behrendt, seit Juli 2015 beim DSC, sagt: „Es ist witzig, wie sich in den fünf Jahren die Zielsetzungen verändert haben. Wenn man nach der Hinrunde Erster ist, dann hat man nicht mehr das Ziel, 40 Punkte zu holen, dann hat man andere Ziele. Das erfüllt mich mit sehr viel Stolz, aber ich mache mir auch selbst Druck, weil ich aktiv etwas dafür tun möchte. Ich denke, ich habe auch etwas dazu beigetragen. Vor der Verletzung habe ich gut gespielt.“ Brian Behrendt will mithelfen, den Aufstiegstraum wahr werden zu lassen. Auf dem Platz, nicht daneben.

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