Trainer Uwe Neuhaus setzt auch im neuen Jahr zunächst auf Altbewährtes
Arminias Startelf steht – fast

Bielefeld (WB). Im letzten Testspiel vor dem Restrückrundenstart setzte Arminia Bielefelds Trainer Uwe Neuhaus ein Zeichen. Gegen den FC St. Pauli (4:3 nach 120 Minuten) ließ er in den ersten 60 Minuten seine vermeintliche Stammelf ran, auch wenn der 60-Jährige danach erklärte, es seien noch drei Positionen offen. Wirklich offen ist das Rennen vor dem Auftaktduell mit dem VfL Bochum (Dienstag, 18.30 Uhr) aber wohl nur auf einer Position.

Donnerstag, 23.01.2020, 02:38 Uhr aktualisiert: 23.01.2020, 07:46 Uhr
Duell auf Augenhöhe: Joan Simun Edmundsson (links) und Reinhold Yabo kämpfen um einen Platz in der Startelf. Foto: Thomas F. Starke
Duell auf Augenhöhe: Joan Simun Edmundsson (links) und Reinhold Yabo kämpfen um einen Platz in der Startelf. Foto: Thomas F. Starke

TOR: Hier ist alles glasklar. Stefan Ortega Moreno hat eine bärenstarke Hinrunde gespielt, der 27-Jährige wurde völlig verdient vom „Kicker“ zum besten Torwart der 2. Liga gekürt. An seinem Stammplatz ändert weder die Verpflichtung von Oscar Linnér (22, von AIK Solna) etwas noch die Tatsache, dass seine Vertragssituation derzeit noch ungeklärt ist.

 

ABWEHR: Im letzten Spiel des alten Jahres erwischten praktisch alle Arminen einen gebrauchten Tag, das 0:3 beim FC St. Pauli am 21. Dezember war Ausdruck dessen. Doch dieses eine Spiel ändert nichts daran, dass sich die Viererkette mit Cedric Brunner, Amos Pieper, Joakim Nilsson und Florian Hartherz (von rechts) bewährt hat. Vor dem Pauli-0:3 kassierte der DSC in 17 Hinrundenspielen nur 18 Gegentore. Der Schwede Nilsson (25) hat die Erwartungen, als neuer Abwehrchef Julian Börner (im Sommer zu Sheffield Wednesday) zu ersetzen, komplett erfüllt. An seiner Seite ist auch Pieper (seit voriger Woche erst 22) immer souveräner geworden. Die erstmalige Berufung in die U21-Nationalmannschaft und das große Lob von DFB-Coach Stefan Kuntz (wir berichteten) kommen nicht von ungefähr. Rechts hinten führt kein Weg an Brunner vorbei, der sehr stabil spielt. Und links hat Hartherz keine Spielminute verpasst. Sein Konkurrent Anderson Lucoqui konnte seine Chance im Test gegen St. Pauli nicht nutzen.

 

MITTELFELD DEFENSIV: Im bewährten 4-3-3-System von Uwe Neuhaus ist nur Platz für einen Sechser, und der heißt Manuel Prietl. Der Österreicher ist einer der besten Balleroberer der 2. Liga, er ist laufstark wie wenige andere, und inzwischen ist er sogar torgefährlich geworden. Erster Ersatzkandidat ist Tom Schütz (32), auf den sich Neuhaus immer verlassen kann. Auch Stephan Salger, gelernter Innenverteidiger, kann im defensiven Mittelfeld spielen, wie auch Fabian Kunze. Der 21-Jährige ist auch eine Option als Rechtsverteidiger.

 

MITTELFELD OFFENSIV: Hier gilt für Marcel Hartel dasselbe wie für Manuel Prietl auf der Sechs: Hartel ist unantastbar. Zwar geht dem seit Sonntag 24-Jährigen, der Ende Juli von Union Berlin nach Bielefeld kam, die Torgefahr bisher ab, aber dafür hat er bereits sechs Treffer direkt vorbereitet. Zudem kann Hartel auch mal mehrere Gegner ausspielen und reißt so Lücken für seine Mitspieler. Um die Position des zweiten Achters liefern sich Joan Simun Edmundsson (28) und Reinhold Yabo (28) ein Duell auf Augenhöhe. Im ersten Saisonteil kam der färingische Nationalspieler auf 16 Einsätze (13 Mal in der Startelf), in denen er vier Tore erzielte und zwei vorbereitete. Yabo verpasste sechs Partien verletzt oder erkrankt, er stand neun Mal in der Startelf und wurde zwei Mal eingewechselt (zwei Tore, keine Vorlage). Im Trainingslager machte der „Herausforderer“ einen spritzigeren Eindruck als in einigen Hinrundenspielen. Hier ist das Rennen wohl wirklich bis zum Schluss offen, die Trainingseindrücke und das Bauchgefühl von Neuhaus dürften entscheiden.

 

ANGRIFF: Jonathan Clauss rechts, Andreas Voglsammer links und Fabian Klos in der Mitte: An dieser Dreierbesetzung des Sturms wird Neuhaus aller Voraussicht nach nichts ändern – dafür gibt es auch keinen Grund. Das kongeniale Duo Klos (13 Tore, 5 Vorlagen) und Voglsammer (9 Tore, 5 Vorlagen) ist das Beste, was die Liga zu bieten hat. Und Clauss bringt viel Tempo ins Bielefelder Spiel, zudem hat er immerhin auch schon zwei Treffer erzielt und drei vorbereitet. Cebio Soukou bleibt wohl zunächst erste Einwechseloption, Keanu Staude konnte im Test gegen St. Pauli mit zwei Toren ein bisschen Eigenwerbung betreiben. Neuzugang Sebastian Müller (seit heute 19 Jahre jung) ist zunächst zum Lernen da, er konnte seine Stürmer-Qualitäten aber schon andeuten.

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