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Fr., 31.01.2020

2. Liga: Auch Arminia kann in Aue nicht gewinnen Viel Kampf, keine Tore

Drin oder nicht drin: Aues Torwart Martin Männel klärt den Kopfball von Fabian Klos – hinter der Linie?

Drin oder nicht drin: Aues Torwart Martin Männel klärt den Kopfball von Fabian Klos – hinter der Linie? Foto: Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster

Aue (WB). Auch der DSC Arminia Bielefeld hat es nicht geschafft, dem FC Erzgebirge Aue die erste Heimniederlage der Saison zuzufügen. Am Freitagabend trennten sich die Sachsen und die Ostwestfalen in einer verbissen geführten Fußball-Zweitligapartie vor 9000 Zuschauern im Erzgebirgsstadion 0:0.

Es war der insgesamt siebte Auftritt für Arminia in Aue. Die Bilanz nach Freitagabend aus Bielefelder Sicht: ein Sieg, vier Unentschieden, zwei Niederlagen. Das Hinspiel auf der Alm hatte Bielefeld Mitte August mit 3:1 für sich entschieden.

Arminia-Coach Uwe Neuhaus hatte in der früheren Bergbau-Hochburg nichts anderes als ein hammerhartes Auswärtsspiel erwartet. Aue sei „sehr robust und mit einer unglaublichen Kampfkraft ausgestattet”, sagte der 60-Jährige vor dem Anpfiff. Aues größter Trumpf? “Das schnelle Umschaltspiel.”

Drin? Nicht drin?

Und auch Dirk Schuster äußerte im Vorfeld der Begegnung großen Respekt vor dem Gegner. Der FCE-Trainer nannte Bielefeld „das Nonplusultra der Liga“.

Aue trat exakt so auf, wie Neuhaus das erwartet hatte. Die Heim-Elf überließ Arminia zumeist den Ball, hielt den Spitzenreiter aber weitgehend von der Gefahrenzone fern und verließ sich auf das eingeübte Umschaltspiel. Immer wieder setzte das Heimteam Nadelstiche. So wie in der 16. Minute, als Joakim Nilsson Aue-Angreifer Jan Hochscheidt entwischen ließ. Hochscheidt spielte den Ball in hohem Bogen rüber zu Florian Krüger, doch dessen Schuss wurde gerade noch abgeblockt.

Beim FCE lief in der Startphase nach vorne wenig, bei Arminia lief gar nichts. Aussichtsreiche Standards oder Flanken landeten stets in den fangbereiten Armen von Aues Kapitän und Kult-Keeper Martin Männel.

Es dauerte bis zur 30. Minute, ehe es für Männel gefährlich wurde. Nach einer Flanke von Jonathan Clauss kam Fabian Klos zum Kopfball. Männel wehrte den Ball auf der Linie ab. Drin? Nicht drin? Auch wenn Klos es nicht glauben mochte – der Videoschiedsrichter in Köln sah von einer Korrektur ab. Kein Tor, das Spiel lief weiter. Die Torlinientechologie gibt es in der 2. Liga nicht.

Kurz vor der Pause war es dann erneut Klos, der nach einer Hereingabe von Cedric Brunner an Männel scheiterte (44.). Mehr als diese zwei Möglichkeiten wurde den Gästen von den heimstarken Veilchen im ersten Durchgang nicht gegönnt.

Hartherz plötzlich frei durch

Und auch nach dem Wechsel tat sich kaum mehr. Bielefeld dominierte die umkämpfte Partie, Chancen sprangen aber kaum heraus. Andreas Voglsammer probierte es mit einem strammen Schuss aus spitzem Winkel, Männel war zur Stelle (53.).

Schuster brachte in Pascal Testroet (55.) einen ehemaligen DSC-Profi in die Partie. Doch der Angreifer blieb blass.

Dann die Mega-Chance für Arminia: Hartherz war plötzlich frei durch, seine Vorlage für den freistehenden Cebio Soukou geriet aber deutlich zu kurz, ein Auer klärte zur Ecke (76.).

In der Schlussphase hofften beide Teams noch auf den Lucky Punch – vergeblich.

Arminias Finanzgeschäftsführer Markus Rejek dürfte zu Spielbeginn beim Blick in Richtung Gästeblock kräftig die Augen verdreht haben. Ein Teil der 500 mitgereisten Arminias-Fans brannte reichlich pyrotechnisches Material ab. Es darf von einer empfindlichen Strafe für den DSC ausgegangen werden – nicht die erste in dieser Saison.

Statistik

Aue: Männel - Mihojevic, Gonther, Rasmussen - Rizzuto (60. Strauß), Riese, Fandrich, Kempe - Hochscheidt - Nazarov (80. Daferner), Krüger (55. Testroet)

Bielefeld: Ortega - Brunner, Pieper, Nilsson, Hartherz - Prietl, Hartel - Clauss (62. Soukou), Yabo (72. Edmundsson), Voglsammer (85. Kunze) - Klos

Schiedsrichter: Winkmann (Kerken)

Zuschauer: 9000

Gelbe Karten: Rizzuto (5), Mihojevic (4), Trainer Schuster, Kempe / Brunner (4), Edmundsson (3)

 

Kommentare

Destruktiv

Der Trainer nannte es das "erwartet schwere Spiel ". Natürlich, Aue ist ein heimstarker Verein, aber keine Übermannschaft. Angsthasenfußball schießt keine Tore und Ballbesitz auch nicht. Es war ein grausames Spiel, ohne Ideen und ohne Zug zum Tor. Destruktiv halt und für die Zuschauer eine Zumutung. Fußball ist nicht Selbstzweck sondern eine Form der Unterhaltung. 70 Minuten Ballgeschiebe hat damit allerdings herzlich wenig zu tun. Sollte Herr Neuhaus weiterhin diese Philosophie vertreten, kann der Aufstieg getrost abgehakt werden. Und auch die Frage, warum das Stadion nicht voller wird, wäre damit beantwortet.
Nun das nächste Problem: Voglsammer langfristig verletzt. Mußte man so etwas nicht einkalkulieren ? Kein Backup für die erfolgreichsten Stürmer zu besitzen, ist schon ziemlich fahrlässig. Aber egal. Ich bin eh der Meinung, dass Arminia in der 2. Liga besser aufgehoben ist.

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