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Mo., 10.02.2020

Kommentar zu Arminia Bielefeld Das Kollektiv überzeugt

Die DSC-Spieler beglückwünschen sich zum 6:0 gegen Regensburg.

Die DSC-Spieler beglückwünschen sich zum 6:0 gegen Regensburg. Foto: Thomas F. Starke

Von Sebastian Bauer

Zwischenzeitlich konnte man am vorvergangenen Wochenende das Gefühl bekommen, Arminia stecke mitten in der großen Depression. Nach Andreas Voglsammers Mittelfußbruch, dem feststehenden Ausfall der wichtigen Stammkraft und dem befürchteten Verlust von jeder Menge offensiven Gefahrenpotenzials sahen einige die Aufstiegschancen des DSC schon in rapidem Tempo sinken. Dann das: 6:0. Ein Fußballfest. Ohne Voglsammer. Weiter Spitzenreiter.

Hätte man dieses Drehbuch vor dem Anpfiff so auf der Alm präsentiert, es wäre wohl als zu fiktiv oder arg kitschig durchgefallen.

Zugegeben, ein ziemlich schwacher Gegner aus Regensburg griff den Arminen enorm unter die Arme, um derart glänzen zu können. Vor allem bewies dieser Sieg im ersten Spiel nach der Voglsammer-Verletzung aber eines: Die Arminen zeichnet das von ihnen selbst so oft beschworene Kollektiv aus. Trainer Uwe Neuhaus hatte es unter der Woche mehrmals betont, dass die Mannschaft den Ausfall nur gemeinsam kompensieren könne, dass jeder jetzt noch einen Zahn zulegen müsse. Gesagt, getan.

Dieser überzeugende Sieg war ein Sieg der Mannschaft für den verletzten Voglsammer, wie Teamkollege Manuel Prietl betonte. Es war aber auch ein Erfolg, der bewies, dass mit dieser Mannschaft im Aufstiegsrennen trotz Widrigkeiten unbedingt weiter zu rechnen ist. Das gibt Selbstvertrauen und Schub für die kommenden, Voglsammer-losen Wochen.

Kommentare

Aufstieg?

Ein tolles Spiel! Wir spielen um den Aufstieg! Heißt leider nicht das es auch klappt. Ich bin zuversichtlich, das Arminia weiter zuverlässig punktet. Denke aber auch, das die beiden Konkurenten nicht mehr so viel liegen lassen werden.
Aber was solls, man kann nur alles versuchen. Ob es am Ende reicht wird man sehen.

Seien wir ehrlich, ...

... das Leben ist lebensgefährlich. Die Aufstiegschancen sind mit oder ohne Vogl gefährdet. Es wird nur mit der Mischung aus Arbeit, mannschaftlicher Geschlossenheit, Uneigennützigkeit und individuellen Leistungen (Clauss, Hartel!) gehen, und etwas Glück gehört auch dazu. Der Jahn ist nicht sehr stark gewesen, aber man hat was fürs Torverhältnis getan, was noch wichtig werden kann. Mir hat gefallen, wie unser Toptorjäger in der Nachspielzeit seinem Verteidiger das sechste Tor auflegt und sich dann mit ihm freut. Ich denke, Uwe Neuhaus lässt sich nicht blenden und lässt die Mannschaft weiter arbeiten ("Pässe üben bis zum Erbrechen«, wie Klos sinngemäß sagte).

Alert bleiben, Alarm auf dem Platz machen

Das Spiel 1 nach Voglsammers Ausfalls ist entscheidend für die Selbsteinschätzung der Mannschaft, was ohne Vogl geht. Daher war dieses Spiel ein Meilenstein auf dem langen und schweren Weg zum Aufstieg. Aber: dieser Triumph darf nicht dazu führen, dass man jetzt meint, Vogls Ausfall wiege doch nicht so schwer. Es wird auch in den nächsten „Vogl-freien“ Spielen einer solchen Maximalleistung bedürfen, um diesen Ausfall zu kompensieren. Wer jetzt nachlässt, den bestraft das Leben. Daher wäre es völlig kontraproduktiv, nun eine triumphale Pose einzunehmen und diejenigen Sichtweisen als hysterisch („große Depression“) abzutun, die darauf hinweisen, dass Vogls Ausfall die Aufstiegschancen gefährdet. Das ist nämlich nach wie vor der Fall! Nur wenn die Mannschaft praktisch Woche für Woche über sich hinauswächst wie Sonntag, kann sie es schaffen. Das Spiel gegen Regensburg zeigte, dass die Mannschaft sich dieser Tatsache voll bewusst ist. Ich hoffe, das bleibt so. Möge die Mannschaft alert bleiben und sich nicht in falscher (Selbst-)Sicherheit wiegen (lassen).

3 Kommentare

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