Von den vergangenen zwölf Spielen zuhause verlor Arminia nur eins
Plötzlich wieder heimstark?

Bielefeld (WB). Zwei Heimspiele, zwei Siege und 8:0 Tore: Arminia Bielefeld scheint auf einem guten Weg zu sein, die Heimschwäche der Hinrunde vergessen zu machen. Von den acht Partien, die der DSC in der Hinserie in der Schüco-Arena absolvierte, wurden nur zwei gewonnen, fünf Spiele endeten mit einem Unentschieden. Der VfB Stuttgart siegte 1:0 auf der Alm. Ihre sensationelle Auswärtsserie (sieben Siege, zwei Unentschieden) machte die Arminen zum Herbstmeister.

Dienstag, 11.02.2020, 07:31 Uhr
Alle Mann antreten zum Jubeln: Die Arminen feiern beim 6:0 gegen Regensburg, es war der zweite Heimsieg in Folge. Foto: Thomas F. Starke
Alle Mann antreten zum Jubeln: Die Arminen feiern beim 6:0 gegen Regensburg, es war der zweite Heimsieg in Folge. Foto: Thomas F. Starke

Doch im neuen Jahr läuft es daheim. Dem 2:0 gegen den VfL Bochum Ende Januar folgte am Sonntag das 6:0 gegen den SSV Jahn Regensburg. Von den (saisonübergreifend) vergangenen zwölf Heimspielen ging nur das gegen Stuttgart verloren. Wenn die Alm wieder zur Festung wird, ist der Aufstieg wahrscheinlicher. Zumal die Gegner der restlichen sieben Heimpartien allesamt als schlagbar einzustufen sind. Als nächstes kommt Hannover 96 (23. Februar), es folgen Wehen Wiesbaden, Osnabrück, Dresden, Nürnberg, Darmstadt und im Saisonfinale am 17. Mai der Stand jetzt stärkste Gegner, Heidenheim.

Ligabestwert in den letzten 13 Spielen

So weit denkt DSC-Trainer Uwe Neuhaus nicht voraus. Der 60-Jährige lobte seine Spieler nach dem 6:0 gegen Regensburg am Sonntag für die „Gier und ihre Bereitschaft“. Der erfahrene Coach betonte aber auch: „Es war ein kleiner Schritt von vielen, die wir noch vor uns haben. Wir müssen nicht glauben, dass es jede Woche so geht. Wir müssen sehr viel dafür arbeiten, um am Samstag in Fürth wieder eine gute Leistung zu bringen.“ Grundlage für den Kantersieg war wieder die stabile Defensive. Als einzige Mannschaft der 2. Liga ist Arminia in diesem Jahr noch ohne Gegentor. Neuhaus legte aber Wert auf die Feststellung, dass die Zu-Null-Serie „nicht ermauert wurde“. Generell sei es wichtig, hinten gut zu stehen, „weil es Sicherheit gibt, die man für die nächsten Wochen benötigt“, so Neuhaus.

26 Punkte hat Bielefeld aus den vergangenen 13 Spielen geholt. Das ist Ligabestwert. Hält der DSC den Zweierschnitt, dürfte der Aufstieg tatsächlich gelingen. So viele Punkte wie jetzt (41) hatten die Arminen in ihrer Zweitligahistorie nach 21 Partien übrigens noch nie.

„Wir beschäftigen uns nicht mit Hamburg und Stuttgart“

Doch Zahlenspiele interessieren die Profis ebenso wenig wie die Ergebnisse der Konkurrenten. Das betonte zumindest Mittelfeldspieler Manuel Prietl. „Wir beschäftigen uns nicht mit Hamburg und Stuttgart. Wir versuchen einfach, unser Ding bis zum Ende durchzuziehen. Wir dürfen nicht locker lassen“, sagte der Österreicher, der gegen Regensburg seinen dritten Saisontreffer feierte.

Alle fünf selbst erzielten Tore beim 6:0 – Regensburg traf einmal ins eigene Tor – wurden von verschiedenen Schützen erzielt. Fabian Klos (14 Saisontore) war nicht darunter, ebenso wenig logischerweise der verletzte Andreas Voglsammer. „Das Spiel hat gezeigt, dass der DSC nicht nur aus Klos und Voglsammer besteht, sondern dass wir jeden Spieler im Kader brauchen. Das haben wir immer gesagt und das hat man nun gesehen“, stellte Sport-Geschäftsführer Samir Arabi fest. Wie auch der Trainer forderte Arabi, nicht locker zu lassen: „Die Mannschaft darf nicht einen Schritt weniger machen.“

Kommentare

Block1  schrieb: 11.02.2020 23:10
Objektive Sichtweisen
...ich habe ja den Seitenhieb vom Bäumling aus der Holte auf dem anderen Kanal vernommen.Mir fehlt zu dessen Fussballmeinung jedes Verständnis.Meinen beiden Vorschreibern kann ich nur gratulieren,zu gesundem Fussballverstand.Norbert Meier 2.0 Fussball wird nicht zum direkten Aufstieg führen.
Ich frage mich auch,was Arminia mit maximal 15 gleichwertigen Spielern in Liga1 veranstalten möchte?Die Qualität ist ab Kaderplatz 16 sehr überschaubar.Das wird sich so schnell auch nicht ändern.Das 6:0 mag ja wirklich toll gewesen sein,aber einen Gegner könnte ich in diesem Spiel nicht erkennen...Nun denn,jetzt Fürth und 96.Bin gespannt,was dabei raus kommt.Möge fomi weiterhin vom Transsib träumen,ich befürchte eher eine Draisinenfahrt nach PB für ihn... bisschen Bewegung könnte ihm auch nicht schaden,gell.;)))
Hans-Joachim Krumrey  schrieb: 11.02.2020 14:33
Nicht überbewerten
So prima wie das 6:0 auch war,bitte jetzt nicht abheben und von einer Heimstärke sprechen.Gegen Bochum,die hinten dicht machten,war vieles Stückwerk,selbst gegen 10 musste man bis zum 2:0 zittern.Regensburg versuchte mit zu spielen,das und das frühe 1:0 kamen uns entgegen.Die Mannschaften die noch kommen mehr oder weniger jetzt als schlagbar ab zu tun,ziemlich überheblich.H'96 ohne Slomka im Aufwind außerdem ist das ein Nachbarschaftsduell und die werden einige tausend Fans mitbringen. Michix2 hat Recht,wir haben einen Kader mit max.13 tauglichen Spielern,wollen wir dieses hohe Niveau halten.Was z.b.sollten Klos und Hartel ausfallen,oder Soukou und....gleichwertige Ersatzspieler sehe ich nicht.
michix2  schrieb: 11.02.2020 13:16
Heimspiele / mangelnde Kadertiefe
Gegen Bochum und gegen Regensburg waren es sehr unterschiedliche Spiele. Was man sehen konnte - und das bestätigt vorherige Eindrücke: wenn der Gegner wie Regensburg presst und sich nicht hinten mit 5er-Kette reinstellt, ist es für Arminia einfacher. Gegen tiefer stehende Bochumer war es deutlich zäher. Ich würde also weniger von Heimstärke oder Heimschwäche reden und aus dem Regensburg-Spiel vor allem keine neue Heimstärke-Tendenz ableiten. Entscheidend ist, ob der Gegner sich hinten reinstellt - wie zuletzt selbst Aue Zuhause - oder mitspielen will.

Vogls physische Wucht werden wir gegen tief stehende Gegner stärker vermissen als gegen Pressing spielende Mannschaften, die Arminia mehr Raum lassen. Insofern sollte dem Regensburg-Spiel auch was den Verlust Voglsammers betrifft, nicht zu viel Aussagekraft beigemessen werden.

Es wäre schön, wenn es so wäre, dass Arminia alle Spieler im Kader gebrauchen kann. Die Einsatzzeiten-Statistik spricht leider eine andere Sprache. Darüber können auch die 2 Alibi-Minuten für Lucoqui nicht hinwegtäuschen. Neuhaus setzt von den aktuell zur Verfügung stehenden Spielern nur 13 ernsthaft ein. Die ersten Elf, dann Yabo und seit neuestem Kunze. Die Einsatzzeiten zeigen es doch: Weihrauch, Staude, Schipplock, Seufert, Salger, Perez, Schütz und auch Lucoqui sind de facto aussortiert. Beim Bochum-Spiel hat der Trainer mit Müller und Consbruch 2 A-Jugendliche statt Staude und Schipplock in den Kader berufen. Das sagt doch alles.
3 Kommentare
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