Weder bisher ausgebliebene Vertragsgespräche noch Kritik stören Arminias Linksverteidiger
Hartherz bleibt ganz entspannt

Bielefeld (WB). Wenn man manche Internetkommentare liest könnte man meinen, Florian Hartherz sei so ziemlich der schlechteste Spieler der 2. Fußball-Bundesliga. Einige Fans von Arminia Bielefeld kritisieren den Linksverteidiger immer am meisten. Doch das prallt an dem 26-Jährigen ab.

Donnerstag, 20.02.2020, 08:23 Uhr aktualisiert: 20.02.2020, 08:26 Uhr
Arminias Linksverteidiger Florian Hartherz (vorne) stand 1978 von 1980 möglichen Spielminuten auf dem Platz. Foto: Thomas F. Starke
Arminias Linksverteidiger Florian Hartherz (vorne) stand 1978 von 1980 möglichen Spielminuten auf dem Platz. Foto: Thomas F. Starke

„Ich habe in dreieinhalb Jahren 112 Spiele gemacht (von 124 möglichen in der 2. Liga, Anm. der Red.). Kontinuierlich ging es von Platz 15 hoch über Platz vier, Platz sieben – und jetzt sind wir auf Platz eins und spielen um den Aufstieg. So schlecht kann ich es ja auf links nicht machen“, entgegnet Hartherz. Vielleicht liege es ja auch daran, dass er im Sommer 2016 vom SC Paderborn nach Bielefeld gewechselt war, mutmaßt der gebürtige Offenbacher.

„Die Bude wird brennen“

Klar, Hartherz ist kein begnadeter Techniker, und manche Flanke ist auch schon hinter das Tor geflogen. Trotzdem spielt er doch meistens mindestens sehr solide, Ausreißer in beide Richtungen eingeschlossen. Für Anderson Lucoqui, seit Sommer 2018 in Bielefeld, ist jedenfalls weiter kein Vorbeikommen. Trotzdem plant der DSC im Sommer etwas Neues auf der Linksverteidigerposition. Jacob Laursen von Odense BK soll nach Bielefeld kommen.

Ob der 25-jährige Däne sich dann ein Duell mit Hartherz liefert, ist derzeit offen. „Bis jetzt haben wir noch nicht gesprochen“, sagt Hartherz, der damit sich und Sport-Geschäftsführer Samir Arabi meint. Sein Vertrag endet am 30. Juni. Doch wie bei der Kritik an seiner Spielweise bleibt der DSC-Profi auch bei diesem Thema ganz entspannt. „Ich konzentriere mich voll auf Arminia, auf den Aufstieg. Alles andere schauen wir nach der Saison“, sagt er.

Erst einmal schaut Hartherz auf Hannover 96, den Gegner am 23. Zweitligaspieltag. Bis Mittwochmittag waren 25.000 Karten für die Partie am Sonntag (13.30 Uhr) verkauft. Die Schüco-Arena (26.515 Plätze) wird voll. Nicht nur bei Florian Hartherz ist die Vorfreude schon groß: „Die Bude wird brennen.“

Gegen Hannover ist Arminia Favorit

Tabellenführer Arminia (44 Punkte) gehe „als Favorit“ ins Spiel gegen den Tabellenzwölften (26), „das ist klar. Aber Hannover hat sich stabilisiert, gegen den HSV haben sie bis zur 96. Minute geführt. Wir müssen extrem aufpassen und unseren Plan durchsetzen. Wenn wir dann auch gut in die Zweikämpfe kommen, gibt es einen Sieger, und das sind wir“, betont Hartherz.

Als sehr gute Zeichen sieht der bisher 20 Mal in der Bundesliga aufgelaufene Linksfuß zwei Dinge: Zum einen den Frust, den Torwart Stefan Ortega Moreno seine Vorderleute nach den beiden unnötigen Gegentoren beim 4:2-Sieg in Fürth am vorigen Samstag spüren ließ. Zum anderen die Aggressivität inklusive „Gemotze“ im Trainingsspiel am Mittwoch. „Klar ärgert einen ein Gegentor immer, und Torhüter noch mehr. Die wollen immer zu Null spielen“, so Hartherz. Und im Training „gibt jeder Vollgas. Der Konkurrenzkampf ist da.“

Kommentare

Dieter Pete  schrieb: 20.02.2020 08:44
Die angesprochenen Internetkommentare sind ähnlich sinnvoll wie das Geschwurbel betrunkener, älterer, dicker Männer am Stammtisch in den 80ern, schwankend zwischen Hybris und Dummheit. Kein Mensch wäre damals auf die Idee gekommen, dem irgendeine Bedeutung zu geben.
1 Kommentare
Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7274087?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2536432%2F
Anklage fordert zehn Jahre Haft
Seit Dezember müssen sich Ismet A. (32, vorne) und sein Bruder Ferhan (34) vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Bielefeld verantworten. Die Staatsanwaltschaft will sie für zehn beziehungsweise neuneinhalb Jahre hinter Gittern sehen. Foto: David Inderlied
Nachrichten-Ticker