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So., 23.02.2020

Arminia besiegt Hannover 96 mit 1:0 – Spiel stand wegen starken Regens auf der Kippe Sieg in der Wasserschlacht

Fabian Klos (links) und Hannovers Waldemar Anton liefern sich eine Wasserschlacht.

Fabian Klos (links) und Hannovers Waldemar Anton liefern sich eine Wasserschlacht. Foto: Thomas F. Starke

Von Sebastian Bauer

Bielefeld (WB). Vom Regen ins Glück: In der Wasserschlacht von Bielefeld hat sich Zweitligist DSC Arminia am Sonntag drei ganz wichtige Punkte im Aufstiegsrennen gesichert. Mit dem 1:0 (0:0) gegen Hannover 96 untermauerte der Spitzenreiter seine Ambitionen. Damit liegt der DSC (47 Punkte) drei Zähler vor dem VfB Stuttgart und sechs vor dem Hamburger SV.

Zunächst mussten beide Mannschaften und 26.285 Fans abwarten, ob überhaupt gespielt werden konnte.  Wegen des starken Regens stand das Spiel auf der Kippe . Erst gegen 13.25 Uhr entschied Schiedsrichter Robert Hartmann, dass der Platz bespielbar ist und verlegte den Anstoß von 13.30 auf 14 Uhr.

Wasserball auf der Alm. Foto: Starke

Eine ausverkaufte Schüco-Arena, die Kulisse stimmungsvoll, die Atmosphäre erstklassig: An Tagen wie diesen ist Bielefelds Sehnsucht nach der Bundesliga förmlich spürbar. So passte es perfekt ins Bild, dass mit Hannover 96 – vor dieser Saison von der 1. in die 2. Klasse versetzt – der Klub zu Gast war, gegen den die Arminia letztmalig Bundesliga-Fußball auf der Alm zeigen durfte. Das war am 23. Mai 2009, als ein 2:2 gegen die Niedersachsen die bislang elfjährige Erstligaabwesenheit des DSC besiegelte. Zu einer Zeit, als die Bundesliga noch bei Premiere lief und TV-Rechte am Spiel mit dem Ball „nur“ 400 Millionen und nicht 1,4 Milliarden Euro kosteten.

Klitschnasser, rutschiger Boden

Obwohl Hannover in dieser Saison sportlich kaum eine Rolle spielt, lockten der Name des Gegners, die Historie und natürlich die Aussicht auf einen weiteren wichtigen Bielefelder Schritt Richtung Aufstieg die Massen am Sonntag ins Stadion – trotz Windböen und nicht enden wollenden Regens.

Der Fußball hatte anschließend etwas von Lotterie. Der klitschnasse, rutschige und tiefe Boden machte ein Kombinationsspiel nahezu unmöglich. Weil die Arminen die Bälle bei diesen Bedingungen in der Anfangsphase nicht vernünftig klärten, kam Hannover durch Sebastian Jung und John Alberto Guidetti zu frühen Chancen (3. und 6. Minute). Arminias Marcel Hartel versuchte es nach zehn Minuten aus der Distanz, doch der Ball ging klar rechts vorbei.

Beide Mannschaften benötigten etwa 15 Minuten, um sich auf die erschwerten Platzbedingungen einzustellen. Beide Seiten waren bemüht, nach vorne zu spielen. Zwingende Chancen entstanden dabei aber wenige. So war es mehr ein Zufallsprodukt, als eine Flanke von Hannovers Jung gefährlich Richtung Tor flog und erst von der Latte gestoppt wurde (24.).

Gute Chance vor der Pause

Auch der DSC war bemüht, näherte sich dem Tor aber doch nicht so gefährlich, wie es die Gäste hin und wieder schafften: Etwa in der 37. Minute, als sich ein Schuss von Cedric Teuchert noch gefährlich Richtung Bielefelder Kasten drehte. Kurz vor dem Pausenpfiff kam Arminia doch noch zu einer sehr guten Chance. Fabian Klos bediente Cebio Soukou im Strafraum, doch der Außenspieler legte sich den Ball etwas zu weit vor. 96-Torwart Ron-Robert Zieler konnte den Ball problemlos aufnehmen (42.).

Sowohl in der Halbzeit als auch beim Wiederanpfiff schüttete es über der Schüco-Arena weiter wie aus Kübeln. Und wie im ersten Durchgang gehörte auch in Halbzeit zwei die erste Chance den Gästen. Weil DSC-Torwart Stefan Ortega Moreno einen Ball nicht richtig klären konnte, kam Hannovers Teuchert zum Abschluss, verfehlte das leere Tor aber deutlich (47.).

Zu sehen bekamen die Zuschauer weiter eine technisch wenig ansehnliche Partie, was aufgrund des Zustands des Rasens wenig überraschte. Außerdem machten es die mit viel Druck spielenden Hannoveraner den Hausherren schwer, besser ins Spiel zu kommen. Offensiv fand der DSC deshalb kaum noch statt.

Es dauerte lange, bis auch in Hannovers Hälfte wieder etwas Sehenswertes passierte. Nach einem Konter landete der Ball beim eingewechselten Reinhold Yabo – doch der Schuss strich knapp am Pfosten vorbei (76.). Kurz darauf traf Klos den Ball nach einer Hartel-Hereingabe nicht richtig (78.).

Yabo trifft zum Sieg

Es war vor allem Yabo, der das Spiel belebte. Und es war Yabo, der die Alm schließlich zum Beben brachte. Eine Abwehr von Zieler staubte der Armine zur Führung ab – vom Regen ins Glück (83.). Hannover versuchte am Ende noch einmal alles, musste aber ohne Punkte die Heimreise antreten.

Am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) trifft der DSC zuhause auf den von Ex-Arminia-Coach Rüdiger Rehm trainierten SV Wehen Wiesbaden.

Statistik

Bielefeld: Ortega Moreno - Brunner, Pieper, Nilsson, Hartherz - Prietl - Edmundsson (70. Kunze), Hartel (86. Salger) - Clauss, Klos, Soukou (66. Yabo)

Hannover: Zieler - Elez, Hübers, Anton - Jung, Kaiser, Haraguchi, Horn - Teuchert (87. Ochs) - Maina (86. Stehle), Guidetti (77. Weyandt)

Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen)

Zuschauer: 26.285 (ausverkauft)

Gelbe Karten: Hartherz (2), Yabo / Haraguchi, Guidetti, Horn

Tore: 1:0 Yabo (83.)

Kommentare

1:0

1:0 ist besser als 0:0 ist besser als 0:1, so muss das WM-Halbfinale 1974 zwischen Deutschland und Polen gespielt worden sein, am Ende wurde Deutschland Weltmeister, am Ende wird Arminia Bundesliga-Aufsteiger!

Grenzwertige Bedingungen

Ich hatte bei diesem Wetter nichts Gutes erwartet. Lotteriespiel und Leistungssport passen nun einmal nicht zusammen. Dass es dennoch zu einem 1:0 Sieg reichte, war glücklich. Hannover ist mit den Bedingungen besser zurecht gekommen und setzte Arminia mächtig unte Druck. Gute Techniker können nun einmal Ihre Möglichkeiten auf einem wasserdurchtränkten Acker nicht so ausspielen. Und so sah man ein kick and rush Spiel, das nicht dem entspricht, was Arminia in den letzen Wochen perfektioniert hat.Sei es drum: Drei Punkte sind entscheidend. Und Sonntag gegen Wehen sind die Bedingungen hoffentlich etwas besser.

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