Arminias Trainer nimmt zu wichtigen Themen Stellung – Spiel gegen Wiesbaden soll stattfinden – mit Video
Neuhaus: „Rassismus noch gefährlicher als Corona“

Bielefeld (WB). Das Coronavirus und das Thema Rassismus sind auch im Fußball sehr präsent. Vor dem Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden (Sonntag, 13.30 Uhr) äußerte sich Arminia Bielefelds Trainer Uwe Neuhaus auf der Pressekonferenz am Freitagmittag zu diesen beiden Themenfeldern.

Freitag, 28.02.2020, 13:24 Uhr aktualisiert: 28.02.2020, 15:16 Uhr
Klare Standpunkte: Arminias Trainer Uwe Neuhaus Foto: Thomas F. Starke
Klare Standpunkte: Arminias Trainer Uwe Neuhaus Foto: Thomas F. Starke

Zum Thema Corona sagte Neuhaus: „Klar, vielleicht wird es ein kleines bisschen übertrieben, Panikkäufe, Deutschland steht ein bisschen Kopf. Auf der anderen Seite: Was passiert, wenn der erste Spieler von einem deutschen Verein das Virus hat? Fällt dann das Spiel aus? Muss die ganze Mannschaft 14 Tage in Quarantäne? Die Folgen sind noch nicht absehbar, deshalb sollte man nicht leichtfertig damit umgehen.“ Ein bisschen Hysterie sei bei dieser Sache vielleicht auch dabei. Aber es wisse ja auch niemand, wie es sich entwickele. Arminias Pressesprecher Daniel Mucha erklärte zu den Vorkehrungen des Vereins bezogen auf das Zweitligaheimspiel am Sonntag: „Wir sind im täglichen Austausch mit der Stadt, dem Gesundheitsamt. Wir sind auf die Experten angewiesen, weil wir keine Mediziner sind. Wir statten die Ordner und auch die Einlaufkinder mit Handschuhen aus. Unser Stand ist, dass das Spiel stattfindet. Es gibt keine andere Anzeichen derzeit.“

Affenlaute auch vor 30 Jahren im Stadion zu hören

Neuhaus’ Trainerkollege Dieter Hecking vom Hamburger SV hatte am Donnerstag erklärt, bei rassistischen Vorfällen während eines Spiels könne er sich vorstellen, „dass ich die Mannschaft vom Platz hole“. Neuhaus sagte auf die Frage, ob er ebenso handeln würde: „Ich habe das auch gelesen. Ich würde es sowieso nicht alleine entscheiden wollen, ich müsste mich mit Samir Arabi (Sportgeschäftsführer) und den anderen zuständigen Leuten besprechen. Rassismus ist vielleicht genauso akut wie Corona – und ich glaube noch wesentlich gefährlicher. Das braucht kein Mensch, das habe ich ja letzte Woche schon gesagt. Die Entscheidung, wie ich reagieren würde, habe ich für mich noch nicht getroffen.“

Der 60-Jährige sagte auch, dass er solche schlimmen Vorfälle selbst auch schon mitbekommen habe, zu seiner Zeit als Spieler der SG Wattenscheid: Damals war Souleymane Sane, Vater des aktuellen Nationalspielers Leroy (Manchester City), sein Mitspieler. „Gegen Sammy Sane kamen die berühmten Laute aus der Kurve, die auf dem Platz zu hören waren. Das gibt es schon sehr, sehr lange.“ Auf die Frage, ob das Thema heute mehr im Fokus sei als damals, sagte Neuhaus: „Die Medienlandschaft hat sich in den 30 Jahren seitdem brutal verändert. Wir haben die ganzen Brandbeschleuniger wie Social Media, wo alles x-fach potenziert wird. Ich glaube, dass das eine große Rolle spielt. Aber in solchen Fällen kann es eigentlich nicht groß genug sein, um sowas aufzudecken und es auch möglichst einzudämmen.“

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