50.000 Zuschauer sahen das Zweitliga-Topspiel
Verständnis für Zuschauer-Ausschluss

Stuttgart/Bielefeld (dpa/WB). Arminia Bielefeld verteidigt den Vorsprung von sechs Punkten vor dem VfB Stuttgart. Mehr als 50.000 Zuschauer sahen das Zweitliga-Topspiel. Womöglich die vorerst letzte große Kulisse in einer der beiden deutschen Topligen.

Dienstag, 10.03.2020, 08:24 Uhr aktualisiert: 10.03.2020, 08:46 Uhr
Das Spiel in der Mercedes-Benz Arena war womöglich die vorerst letzte Partie vor großer Kulisse. Foto: Thomas F. Starke
Das Spiel in der Mercedes-Benz Arena war womöglich die vorerst letzte Partie vor großer Kulisse. Foto: Thomas F. Starke

Auf dem angestrebten Weg in die Fußball-Bundesliga würde Bielefelds Trainer Uwe Neuhaus Spiele ohne Zuschauer als Folge der Ausbreitung des Coronavirus bedauern, hätte aber Verständnis. „Wahrscheinlich ist es das Vernünftigste, um einen noch größeren Schaden abzuwenden“, sagte der Coach nach dem 1:1 (0:0) von Arminia Bielefeld beim VfB Stuttgart. „Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es weitergeht, wenn die erste Mannschaft betroffen ist, wenn die ersten Spieler ausfallen, wie dann alles geregelt werden soll.“

Mit dem Remis im Spitzenspiel der 2. Liga am Montagabend hielt der Tabellenführer den schwäbischen Verfolger weiter sechs Punkte auf Distanz und ist dem Aufstieg einen Schritt näher gekommen. Die Partie fand vor 54.302 Zuschauern statt. Von der Empfehlung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen aufgrund der zunehmenden Ausbreitung des neuartigen Coronavirus abzusagen, war sie noch nicht betroffen.

Fans dürfen Desinfektionsmittel mitbringen

„Es wäre komisch gewesen, wenn keiner im Stadion gewesen wäre“, sagte Stuttgarts Gonzalo Castro. Statt dem Spiel fernbleiben zu müssen, durften die Zuschauer am Montagabend Desinfektionsmittel mit ins Stadion bringen. Bei der Kontrolle mussten Fans den Ordnern als Vorsichtsmaßnahme den Rücken zudrehen.

25. Spieltag: VfB Stuttgart vs. DSC Arminia (1:1)

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Am Wochenende drohen aber Geisterspiele. Bielefeld empfängt am Freitag den VfL Osnabrück, für den VfB geht es am Sonntag beim SV Wehen Wiesbaden weiter. „Ich finde, das ist höhere Gewalt. Das müssen wir nehmen, wie es kommt“, sagte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat. „Da geht Gesundheit vor allen anderen Faktoren.“ VfB-Verteidiger Pascal Stenzel war froh, dass der eigentlich auswärtsschwache VfB nun zweimal nacheinander in der Fremde antritt: „Von daher hätte es uns schlimmer treffen können. Zuhause auf die Fans zu verzichten, tut noch mehr weh.“

Im Spitzenspiel hatte der ehemalige Nationalstürmer Mario Gomez die Stuttgarter in Führung gebracht (53. Minute). Der eingewechselte Cebio Soukou verhinderte mit dem Ausgleich (76.) den Sieg der Gastgeber.

Die Arminia liegt damit weiter klar vor den beiden Aufstiegsfavoriten: Die Stuttgarter hinken sechs, der Hamburger SV auf Platz drei sogar sieben Punkte hinterher. „Heute hat man gesehen, dass wir uns nicht unterkriegen lassen“, sagte Bielefelds Marcel Hartel. „Wir müssen unser Ding gnadenlos durchziehen bis zum Ende der Saison.“ Anders als der VfB und der HSV sind die Bielefelder in diesem Jahr noch ungeschlagen. „Wir wollen erst Platz zwei behalten, dann wollen wir angreifen“, sagte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo dennoch. Castro meinte: „So wie Bielefeld die ganze Saison schon spielt, wird es schwer, sie einzuholen.“

Kommentare

advocatzus_diaboli  schrieb: 10.03.2020 14:50
Minister Spahn ist inkonsequent
In einer freiheitlichen Gesellschaft kann, soll und muss jeder Mensch für sein eigenes Handeln verantwortlich sein. Wenn der Bundesgesundheitsminister Spahn sagt, die Kitas müssen trotz Corona-Virus geöffent sein, damit deren Eltern zur Arbeit gehen können - und es gibt Betriebe mit über 1.000 Mitarbeitern -, ist diesem Minister eben nicht an der Gesundheit der Bevölkerung gelegen, zumindestens nicht in letzter Konsequenz. Wenn der Virus so schlimm ist, muss das gesamt öffentliche Leben lahm gelegt werden, also Freizeit fast für alle, bis auf diejenigen, die die Versorgung mit Medikamenten und Nahrungsmitteln sicherstellen müssen - bis zur Haustür. Die Absage von Freiluftveranstaltungen hat noch kein Mediziner begründet, und Kinder sollen in Kitas quasi mit ihren Besonderheiten im hygienischen Umgang miteinander von morgens bis abends "eingesperrt" sein? Als freiverantwortlicher Geist setze ich auf die Vernunft, dass kranke Menschen zuhause bleiben und Gesunde einen normalen geregelten Alltag leben. Es hat noch niemand bewiesen, dass dieser Virus für jeden Menschen gefährlich bis tödlich ist. Im 18 Milliionen-Volk NRW sprechen wir über eine 89jährige Tote und einen feierlustigen 78jährigen Toten (Herzversagen), bei denen man durchaus einen natürlichen Tod auch ohne das Virus vermuten könnte.
Keine Spielabsage am Freitag auf der Alm!
Zorro  schrieb: 10.03.2020 12:41
Keine EM
Es ist absolut keine klare Linie zu erkennen. Sehe es genauso. Ligababetrieb unterbrechen und EM ausfallen lassen oder aufs nächste Jahr verschieben. Die Verluste , die jetzt entstehen, kann nicht jeder Verein kompensieren.
Beutelipper  schrieb: 10.03.2020 10:36
Ich halte die geplanten Aktionen für halbherzig und aktionistisch. Sie werden so wenig bringen außer Reputation für den Gesundheitsminister. Warum lässt man den Ligabetrieb nicht europaweit komplett für 6 Wochen ruhen und verschiebt die Spiele in den Sommer, ggf. mit Englischen Wochen? Für eine durch Bestechungsgelder erkaufte WM in Katar (eine der ganz hässlichen Fratzen des Fußballs) wird schließlich auch der gesamte Ligabetrieb ausgesetzt bzw. angepasst.

Im Zweifel muss dann die EURO ausfallen oder um ein Jahr verschoben werden.
3 Kommentare
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