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Mi., 11.03.2020

Auch in Stuttgart kann Arminia nach einem Rückstand noch punkten Stehaufmännchen

Nicht so leicht umzuhauen: Die Arminen bewiesen auch in Stuttgart Nehmerqualitäten – und schlugen zurück.

Nicht so leicht umzuhauen: Die Arminen bewiesen auch in Stuttgart Nehmerqualitäten – und schlugen zurück. Foto: Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster

Stuttgart/Bielefeld (WB). Arminias Stehaufmännchen – schon wieder sind sie bei ihrem 1:1 (0:0) im Fußball-Zweitligaspiel in Stuttgart nach einem Rückstand zurückgekommen. „Man hat gesehen, dass wir uns nicht unterkriegen lassen – selbst nach einem Rückstand auswärts in Stuttgart nicht, wo die Fans nach der Führung brutal da sind und ihr Team anfeuern“, sagte Marcel Hartel. Der DSC-Mittelfeldspieler ergänzte: „Selbst da sind wir cool geblieben, haben die Kulisse ausgeblendet und unser Ding durchgezogen.“

Bereits zum siebten Mal in dieser Saison hat der DSC nach einem Rückstand noch gepunktet. Sechsmal einfach, einmal reichte es sogar noch zu einem Dreier. Beim Hinrundensieg in Wiesbaden hatten die Ostwestfalen 0:1 hinten gelegen, am Ende hieß es 5:2.

0:1 hieß es auch am Montagabend in der Mercedes-Benz-Arena. Und „dann kommen wir wieder und nehmen auch hier einen Punkt mit. Das ist überragend“, befand DSC-Kapitän Fabian Klos und meinte: „Charaktertest bestanden – definitiv.“

Neun Zähler nach Rückständen

Die insgesamt neun Zähler, die die Bielefelder nach Rückständen noch eingesammelt haben, nötigen auch der Konkurrenz Respekt ab. Die Stuttgarter jedenfalls scheinen nicht mehr so wirklich daran zu glauben, den DSC noch vom Spitzenplatz verdrängen zu können. VfB-Sportdirektor Sven Mislintat konstatierte nach dem Remis: „Arminia ist brutal stabil. Wir haben gegen einen Spitzenreiter gespielt, der auch wie ein Spitzenreiter aufgetreten ist – das heißt mit brutalem Selbstbewusstsein und einer erneut sehr hohen Effektivität.“ Auch darum erwarte er „keinen Einbruch dergestalt, dass wir an den nächsten beiden Spieltagen sechs Punkte aufholen werden“. Wenn die Schwaben doch noch an den Ostwestfalen vorbeiziehen wollen, „würde das einen langen Atem bedeuten“, so Mislintat. Jedoch sind nur noch neun Spiele zu spielen, weshalb der 47-Jährige wohl auch mit etwas weniger als Platz eins sehr gut leben könnte. „Wir sind weiter in der Position, dass wir aus eigener Kraft Zweiter werden können“, sagte Mislintat mit Blick auf den einen Zähler Vorsprung, den die Stuttgarter seit Montag nun wieder auf den Tabellendritten Hamburger SV haben.

Daran, dass es für den Gastgeber vor den 54.302 Zuschauern nicht zu mehr als einem 1:1 reichte, waren die Stuttgarter auch ein bisschen selbst schuld. Die Auswechslung von Führungstorschütze Mario Gomez, der per Kopf zum 1:0 getroffen hatte (53. Minute), spielte Arminia in die Karten. VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo veränderte mit der Herausnahme des Ex-Nationalspielers (73.) die Statik des Spiels zum eigenen Nachteil, was DSC-Coach Uwe Neuhaus wiederum mit der Hereinnahme der beiden frischen Offensivkräfte Cebio Soukou und Sven Schipplock auszunutzen verstand. „Wir haben mit den beiden Wechseln ganz gut gelegen“, befand Neuhaus. „Schipplock hat Stuttgart mit seinen Pressingläufen immer wieder Probleme bereitet“, lobte der 60-Jährige den zeitweise fast schon in Vergessenheit geratenen Stürmer, der auch schon eine Woche zuvor als Joker gegen Wehen Wiesbaden (1:0) überzeugt hatte.

„Da sind noch einige Stolpersteine“

Soukou war schließlich derjenige, der in der 75. Minute mit seinem Treffer für den 1:1-Endstand sorgte. Wenige Minuten vor dem Ende ließen die beiden bei einem Konter dann sogar die Riesenchance zum Siegtor liegen.

Sechs Punkte vor Stuttgart, sieben Punkte vor Hamburg – auf die Frage, ob den Arminen der Aufstieg überhaupt noch zu nehmen sei, antwortete Neuhaus: „Wir haben wenig Zeit, um bis zum Spiel am Freitag gegen Osnabrück zu regenerieren. Dann geht es nach Hamburg. Dann ist Länderspielpause.“ Und man wisse ja nie, ob ein Team nach so einer Unterbrechung gleich wieder den Rhythmus findet, weshalb Neuhaus meinte: „Da sind noch einige Stolpersteine.“ Doch echte Stehaufmännchen lassen sich auch davon nicht aus dem Tritt bringen.

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