Bündnispartner schalten sich ein – DSC-Profis beraten sich
Wegen Gehaltsverzicht: Krisen-Treffen bei Arminia

Bielefeld (WB). Viele Fußballer aus den ersten beiden Profiligen haben sich aufgrund der Corona-Krise dazu bereit erklärt, auf Gehalt zu verzichten. Am Mittwoch nahm dieses Thema auch bei Zweitliga-Tabellenführer Arminia Bielefeld mächtig Fahrt auf.

Mittwoch, 25.03.2020, 15:18 Uhr aktualisiert: 25.03.2020, 15:20 Uhr
Es gibt viel zu besprechen: Sport-Geschäftsführer Samir Arabi mit Kapitän Fabian Klos und Stephan Salger. Foto: Thomas F. Starke
Es gibt viel zu besprechen: Sport-Geschäftsführer Samir Arabi mit Kapitän Fabian Klos und Stephan Salger. Foto: Thomas F. Starke

Nach WESTFALEN-BLATT-Informationen traf sich der Profikader zu einem Krisen-Gespräch. Der Grund: Ursprünglich war geplant, dass die Spieler auf 50 Prozent ihrer Gehälter verzichten sollen – allerdings nur vorübergehend. Nach Vorstellungen des Klubs sollte die Hälfte des Gehalts lediglich gestundet werden. Das heißt: Nach dem Ende der Krise bekämen die Profis rückwirkend ihre vollen Bezüge.

Doch damit ist das Bündnis Ostwestfalen, das den Klub Ende 2017 vor der Insolvenz bewahrte und einen radikalen Schuldenschnitt ermöglichte, nicht einverstanden. Der Grund liegt auf der Hand. Während Mitarbeiter in den Unternehmen auch aus dem Bündnis die Auswirkungen der Corona-Krise deutlich zu spüren bekommen, könne es nicht angehen, dass die Profis weiterhin ihre vollen Bezüge erhalten. Darum sollen nach Informationen dieser Zeitung Arminias Profis nun auf ihre Prämien für den Monat März (1:0 gegen Wehen Wiesbaden und 1:1 beim VfB Stuttgart) sowie auf 20 Prozent ihres März-Gehaltes verzichten. Auf solche Zahlen hatten sich zuletzt zum Beispiel die Spieler des FC Bayern München mit dem Verein geeinigt. Auch bei kleinen Klubs wie dem Karlsruher SC und dem SV Wehen Wiesbaden haben sich die Spieler zu einem Gehaltsverzicht bereit erklärt.

Zum Bündnis Ostwestfalen gehören die zwölf Firmen Dr. Oetker, Böllhoff, Melitta, DMG Mori, Gauselmann, Goldbeck, Jab Anstoetz, Krombacher, Möller Group, Lagardere, Schüco und die Stockmeier Holding. Bündnispartner DMG Mori etwa hat vor wenigen Tagen für die Zeit vom 1. bis 30. April eine so genannte Betriebsruhe und Kurzarbeitergeld angekündigt. Gleiches gilt für die Gauselmann AG. Die Espelkamper haben alle ihre 700 Spielbetriebe in Deutschland und Europa schließen müssen, folglich gibt es auch bei Gauselmann Kurzarbeit.

Arabi: „Keine Denkverbote mehr“

In der vergangenen Woche hatte Arminias Sport-Geschäftsführer Samir Arabi erklärt , in Sachen Gehaltseinbußen der Profis gebe es „keine Denkverbote mehr. Es geht um viel mehr als Einzelschicksale.“ Ein DSC-Spieler, so Arabi, sei bis dahin noch nicht auf die Vereinsführung zugekommen, um einen Gehaltsverzicht anzubieten. „Aber ich kenne unsere Jungs und weiß: Wenn der Worst Case eintritt, würden wir mit den Spielern auch über das Thema Gehalt reden können. Wie gesagt: Wir müssen in alle Richtungen denken“, hatte Arabi in dem Interview erklärt.

Auch die Gedanken bezüglich Kurzarbeit in der Geschäftsstelle werden nach Informationen dieser Zeitung derzeit immer konkreter. Zu diesem Thema hatte der kaufmännische Geschäftsführer des DSC, Markus Rejek, in dem selben Interview vorige Woche erklärt: „Kurzarbeit ist aktuell noch kein Thema, wir müssen das aber prüfen. So wie wir tatsächlich alles prüfen müssen. Wirklich alles.“ Rejek und Arabi hatten zudem betont, Gehaltsverzichte in Kauf zu nehmen, wenn es nötig wird. Rejek: „Wenn wir das von unseren Angestellten einfordern würden, werden wir natürlich mit gutem Beispiel vorangehen, gar keine Frage.“

Am Dienstag hat das Präsidium der Deutschen Fußball Liga (DFL) empfohlen, dass die 1. und 2. Liga wegen der Corona-Krise mindestens bis zum 30. April den Spielbetrieb ruhen lassen. Die endgültige Entscheidung darüber soll auf der DFL-Vollversammlung mit den Vertretern der 36 Vereine am Dienstag fallen.

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