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Do., 14.05.2020

Medienbericht: Voglsammer liebäugelt mit England-Wechsel – Arminia-Stürmer dementiert – mit Video Ein Gerücht stört die Idylle

Andreas Voglsammer könnte gegen Osnabrück in der Startelf stehen.

Andreas Voglsammer könnte gegen Osnabrück in der Startelf stehen. Foto: Thomas F. Starke/DSC Arminia

Von Dirk Schuster

Marienfeld (WB). Um bestmöglich auf den Re-Start vorbereitet zu sein, hat Arminia Bielefeld die klösterliche Ruhe gesucht. Seit Montag bereitet sich der Fußball-Zweitligist in Harsewinkel-Marienfeld (Kreis Gütersloh) auf die Partie gegen den VfL Osnabrück vor (13.30 Uhr, Schüco-Arena). Am Mittwoch aber sorgte eine Nachricht für ein wenig Aufruhr in der Idylle des Hotels Klosterpforte. Unter der Überschrift „Die Brennpunkte der 2. Liga“ berichtete die Sport-Bild, dass Andreas Voglsammer bei den Arminia-Geschäftsführern sein Interesse hinterlegt habe, nach England wechseln zu wollen. Doch der Angreifer widerspricht.

„Ich habe keinen Wechselwunsch an den Verein herangetragen, daher ist die Aussage in der aktuellen Ausgabe der Sport-Bild nicht korrekt“, ließ Voglsammer am Mittag über DSC-Pressesprecher Daniel Mucha verkünden.

Dennis Eckert Ayensa. Foto: imago

Der Vertrag des gebürtigen Rosenheimers läuft noch bis zum 30. Juni 2021. Nur in der kommenden Wechselperiode würde der DSC also noch eine Ablöse kassieren können .  Sollte ein vernünftiges Angebot aus der ersten oder zweiten Liga Englands kommen, sei Voglsammer „wohl weg“, schrieb die Sport-Bild.

Eine vage Formulierung, die womöglich auf einer älteren Aussage Voglsammers fußt. Denn die England-Affinität des Angreifers ist nicht neu. So hat Voglsammer nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ihn ein Wechsel in das Mutterland des Fußballs, in dem sich nebenbei ganz gutes Geld verdienen lässt, reizen würde.

Wenn der 28-Jährige bei anderen Klubs – ob in England oder anderswo – Begehrlichkeiten geweckt haben sollte, dürfte das niemanden verwundern. Bevor Voglsammer sich Ende Januar beim Spiel in Aue (0:0) einen Mittelfußbruch zuzog, erzielte er in dieser Saison zehn Tore und bereitete fünf Treffer vor. Gemeinsam mit Fabian Klos (16 Tore, acht Vorlagen) bildete er ein bärenstarkes Angriffs-Duo.

Sollte der Rechtsfuß Zweitliga-Tabellenführer Arminia verlassen, hätten die Bielefelder laut Sport-Bild auch schon einen Ersatz im Visier: Dennis Eckert Ayensa (23) vom Drittliga-Fünften FC Ingolstadt. In der aktuellen Spielzeit kommt der ehemalige deutsche Junioren-Nationalspieler auf elf Tore und sechs Vorlagen in 19 Partien. Eckert Ayensa, der zuvor beim spanischen Erstligisten Celta Vigo unter Vertrag stand, soll eine Ausstiegsklausel nach dieser Saison besitzen, die laut Sport-Bild bei 500.000 Euro liegt, sollte Ingolstadt den Aufstieg in die 2. Liga nicht schaffen.

WESTFALEN-BLATT zu Besuch im Trainingslager

Zunächst aber vertrauen die Arminen ganz auf Voglsammer. Gut möglich, dass der Stürmer am Sonntag gegen Osnabrück bereits wieder in der Startelf stehen wird.

Beim gestrigen Training in Marienfeld mischte Voglsammer jedenfalls munter mit. Mit den Arminen in Kontakt zu treten, ist den Journalisten während des Quarantäne-Trainingslagers zwar nicht gestattet. Dafür zog Hoteldirektor Christopher Schemmink nach drei Tagen mit den Arminen ein erstes Zwischenfazit im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Obwohl der DSC regelmäßig Quartier in der Klosterpforte bezieht, müssten sich beide Seiten an vieles erst gewöhnen. So stellten die regelmäßigen Corona-Tests und die von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen sowohl die Profis als auch das Hotelpersonal vor große Herausforderungen.

Die Mitarbeiter der Klosterpforte – insgesamt 15 kümmern sich um den DSC – sind im Unterschied zu den Arminen nicht angehalten, sich den Corona-Schnelltests zu unterziehen. Schemmink: „Es gibt diesbezüglich keine Vorschrift. Dass wir getestet werden, sieht das Konzept der DFL nicht vor. Aber selbstverständlich halten wir die Abstände und die Schutzvorkehrungen ein.“

Das Ordnungsamt der Stadt Harsewinkel hat bereits angekündigt, die Bedingungen vor Ort gegebenenfalls zu überprüfen. „Ein Feedback wäre schön. Vielleicht gibt es hier und da noch Optimierungspotenzial“, hat Schemmink keine Einwände. Es sei schließlich nicht so einfach, „zu 100 Prozent alles richtig zu machen in der jetzigen Zeit“, auch wenn das Bemühen noch so groß sei. So unterstütze das Hotel den DSC auch bei dem Vorhaben, für etwas Abwechslung zum Training zu sorgen. Schemmink zufolge seien ein Kinoabend und ein Barbecue Bestandteile des DSC-Aufenthalts.

Ab Sonntag steht das Hotel dann zunächst wieder fast leer. Schemmink will die Mittagszeit nutzen, um sich das Spiel gegen Osnabrück im Fernsehen anzusehen. „Man fiebert natürlich mit und will ja auch sehen, wie die Durchführung eines Geisterspiels unter den neuen Rahmenbedingungen funktioniert.“ Denn er weiß ja, wie schwierig das ist.

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