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Do., 21.05.2020

Arminias Trainer feiert beim HSV Zweitliga-Jubiläum – ohne Gäste Neuhaus macht die 300 voll

Trainer Uwe Neuhaus während des Trainingslagers des DSC Arminia Bielefeld in Benidorm im Januar 2020.

Trainer Uwe Neuhaus während des Trainingslagers des DSC Arminia Bielefeld in Benidorm im Januar 2020. Foto: Thomas F. Starke

Von Jens Brinkmeier und Sebastian Bauer

Bielefeld (WB). Die großen, runden Jubiläen werden in der Regel im feierlichen Rahmen begangen – mit viel Tamtam und jeder Menge Gäste. Arminia Bielefelds Coach Uwe Neuhaus muss bei seinem 300. Zweitligaspiel als Trainer mit dem kleinen Besteck Vorlieb nehmen. Geisterspiel statt großer Sause. Leere Tribünen statt 57.000 Zuschauern im Hamburger Volksparkstadion.

Neuhaus’ Zweitliga-Meilensteine

50. Spiel (20. August 2010): Alemannia Aachen - Union Berlin 1:1

100. Spiel (2. Dezember 2011): Union Berlin - Energie Cottbus 1:0

150. Spiel (12. Mai 2013): Union Berlin - MSV Duisburg 2:1

200. Spiel (3. Dezember 2016): 1860 München - Dynamo Dresden 1:0

250. Spiel (22. April 2018): Kaiserslautern - Dynamo Dresden 1:0

Zweitligabilanz: 299 Zweitligaspiele (111 Siege, 84 Remis, 104 Niederlagen, 417 Punkte (Schnitt 1,39))

Die ungewöhnlichen Umstände beim Jubiläum im Topspiel gegen den Ligazweiten Hamburger SV am Sonntag (13.30 Uhr) stören Neuhaus allerdings nicht. „Wenn wir dort was mitbringen, könnte ich ganz gut damit leben. Es ist so wie es ist“, sagt Neuhaus, dem die 300 Spiele „gar nicht so viel“ vorkommen.

Als Retter eines Zweitligisten angestellt

Die Gesamtumstände, die der Trainer Neuhaus im Mai 2020 erlebt, mit dem Bundesligaaufstieg vor Augen, sind in Sachen Gefühlslage so gar nicht mit seinen Anfängen als Zweitligatrainer im April 2005 zu vergleichen.

Das vom Absturz in die Regionalliga bedrohte Rot-Weiss Essen hatte Neuhaus damals kurz vor Saisonende als Retter engagiert. Sein erstes Zweitligaspiel als Coach erlebte Uwe Neuhaus dann am 1. Mai 2005 bei 1860 München im Grünwalder Stadion. „Ich hatte RWE vier Spieltage vor Schluss übernommen, es drohte der Abstieg. Das 0:0 war leider für dieses Spiel zu wenig und wir konnten uns am Ende nicht aus der Situation befreien und sind abstiegen“, erinnert sich der 60-Jährige.

Aller Anfang ist schwer. Eine Erkenntnis, die bei Neuhaus vor allem der Start in Essen geprägt hat. „Das schlimmste Spiel war mein drittes Zweitligaspiel mit RWE bei LR Ahlen ( 1:3, Anm. d. Red. ), wir sind dadurch abgestiegen. Den Einstieg als Trainer in den Profifußball hatte ich mir sicher anders vorgestellt.“

Ende April 2005 übernahm Uwe Neuhaus als Trainer bei Rot-Weiss Essen – seiner ersten Station in der 2. Liga. Foto: imago

Negative Nachwirkungen hatte der alles andere als geglückte Start nicht. Bei Union Berlin war Uwe Neuhaus sieben Jahre als Trainer im Amt (2007 bis 2014). Den Hauptstadtklub führte er von der 3. in die 2. Liga. Derselbe Erfolg gelang ihm mit Dynamo Dresden (2015 bis 2018), ehe Neuhaus im Dezember 2018 beim DSC Arminia unterschrieb. Den Abstiegskandidaten formte Neuhaus seit dem Winter 2018 zum Zweitligaspitzenreiter und klaren Aufstiegsaspiranten.

Begonnen hatte die Trainerlaufbahn des gebürtigen Hattingers dagegen viel weiter unten. „Mein erstes Spiel als Trainer hatte ich schon in der Saison 1994/95 als Trainer der zweiten Amateurmannschaft von Wattenscheid 09. Ich war zeitgleich Spieler in der 2. Liga und habe die ersten Erfahrungen als Trainer gesammelt“, denkt Neuhaus zurück. Einige Amateur-, viele Drittliga und mehrer hundert Zweitligaspiele später steht der Coach nun vor der vorläufigen Krönung seiner Karriere.

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