Arminias Trainer Neuhaus könnte mit einem Punkt gut leben
„Der Druck liegt beim HSV“

Bielefeld (WB). Die gute Nachricht vorweg: Bei Arminia Bielefeld sind auch weiter alle Tests auf das Coronavirus negativ. Das bestätigte DSC-Trainer Uwe Neuhaus am Freitag, zwei Tage vor dem Zweitliga-Spitzenspiel beim Hamburger SV (Sonntag, 13.30 Uhr, Volksparkstadion).

Samstag, 23.05.2020, 04:01 Uhr aktualisiert: 23.05.2020, 05:00 Uhr
Uwe Neuhaus und seine Co-Trainer Sebastian Hille sowie Peter Nemeth (von rechts) überlegen sich einen Matchplan. Foto: Starke/DSC Arminia
Uwe Neuhaus und seine Co-Trainer Sebastian Hille sowie Peter Nemeth (von rechts) überlegen sich einen Matchplan. Foto: Starke/DSC Arminia

Der HSV, früher mal Bundesliga-Dino, ist seit dem vorigen Wochenende mit 45 Punkten aus 26 Spielen erster Verfolger des DSC (52). Der VfB Stuttgart ist mit ebenfalls 45 Zählern Dritter. Vier Tage nach dem Duell Zweiter gegen Erster treffen die Schwaben und die Hansestädter im direkten Duell aufeinander (28. Mai, 20.30).

„Wenn wir am Sonntag verlieren sollten, hätten wir immer noch vier Punkte Vorsprung, und unsere Verfolger spielen dann gegeneinander. Wir können es trotzdem aus eigener Kraft schaffen“, sagt Uwe Neuhaus und ergänzt: „Sollte Hamburg aber gegen uns verlieren, sind sie zehn Punkte hinter uns. Uns würde eine Niederlage weniger ausmachen, und mit einem Punkt könnten wir sehr gut leben. Der wesentlich größere Druck liegt beim HSV.“

Ebenso wie Hamburg wolle Stuttgart „definitiv sofort wieder hoch“. Doch die beste Position in diesem Dreikampf haben die Arminen. Unabhängig von diversen Rechenspielen freut sich Neuhaus auf die Partie, auch wenn sie vor leeren Rängen stattfindet.

„Die Fans spielen beim Fußball eine große Rolle“, weiß Neuhaus nur zu gut. Schließlich hat er bisher praktisch ausschließlich Traditionsvereine trainiert. „57.000 im Volksparkstadion, das wäre für beide Seiten unglaublich motivierend – aber das fällt leider weg. Wir können es nicht ändern, Spiele ohne Zuschauer sind alternativlos“, sagt der 60-Jährige.

Immerhin wurde passend zum Spitzentreffen ein neuer Rasen verlegt. Das bisherige Grün war ramponiert, weil die Hamburger zuletzt vermehrt im Stadion trainiert hatten, um sich auf die Geisterspiel-Atmosphäre einzustellen. „Beide Mannschaften spielen sehr ähnlich, kommen über Ballbesitz und gepflegte Spielkultur. Der neue Rasen ist von Vorteil für die Mannschaften und auch für die Fernsehzuschauer“, so Neuhaus.

Arminia reist als mit Abstand beste Auswärtsmannschaft nach Hamburg. 28 Punkte hat Bielefeld aus 13 Spielen auf fremden Plätzen geholt. Der HSV kommt auf 28 Zähler in zwölf Partien im Volkspark, ist also sehr heimstark. Wie viel der Heimvorteil in Zeiten von leeren Stadien noch wert ist, ist allerdings schwer messbar.

Das bisher letzte Auswärtsspiel bestritt der DSC am 9. März in Stuttgart – vor 54.302 Zuschauern. Dort hatte Neuhaus taktisch umgestellt und Fabian Kunze als zweiten Sechser neben Manuel Prietl gebracht. Ob er das in Hamburg wiederholt? „Wenn wir tiefer stehen sollten, ist Fabian Kunze sicher eine Option, er bildet ein gutes Duo mit Prietl. Wenn wir weiter unsere Marschrichtung verfolgen, hoch anzulaufen und Dominanz auszuüben, ist sicher Nils Seufert wieder ein Thema“, sagt Neuhaus dazu.

Wer den gelbgesperrten Rechtsverteidiger Cedric Brunner ersetzt, wollte Neuhaus nicht verraten. Es gebe einige Kandidaten. Stürmer Andreas Voglsammer sei „ziemlich nah an der ersten Elf“, auch wenn ihm die fehlende Matchpraxis anzumerken sei. Joan Simun Edmundsson (Knie) fehlt.

So könnte Arminia spielen

Ortega Moreno - Clauss, Pieper, Nilsson, Hartherz - Prietl, Kunze (Seufert) - Hartel - Soukou, Klos, Yabo

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