Kiel war in der Englischen Woche gefordert, Arminia nicht
Eine Frage der Frische

Bielefeld (WB). Lange sah es danach aus, als könnte Uwe Neuhaus’ Wunsch in Erfüllung gehen. „Rein faktisch müsste man sagen, dass Hamburg gewinnen soll“, hatte Arminias Trainer vor dem Verfolgerduell zwischen Stuttgart und Hamburg gesagt. 2:0 führten die Hanseaten, dann drehten die Schwaben am späten Donnerstagabend das Spiel. Mit fünf Punkten Vorsprung auf den VfB und der Nachholpartie gegen Dresden im Sinn gehen die Ostwestfalen an diesem Samstag in Kiel (13 Uhr, Holstein-Stadion) in ihr siebtletztes Zweitliga-Saisonspiel.

Samstag, 30.05.2020, 05:00 Uhr
Bereit für das Spiel in Kiel: DSC-Trainer Uwe Neuhaus und Mittelfeldakteur Manuel Prietl. Foto: Starke/DSC
Bereit für das Spiel in Kiel: DSC-Trainer Uwe Neuhaus und Mittelfeldakteur Manuel Prietl. Foto: Starke/DSC

Das Team von Trainer Ole Werner hat es in der Englischen Woche verpasst, dem Duell mit Bielefeld zusätzliche Würze zu verleihen. Schuld ist die 1:2-Pleite am Mittwoch in Bochum. „Kiel hätte dabei sein können“, sagt Neuhaus über den kommenden Konkurrenten. Doch es dürfte dem DSC-Coach ganz recht sein, dass die Norddeutschen ihre Mini-Chance, noch in das Aufstiegsrennen einzugreifen, ungenutzt ließen.

Dass die Kieler zudem wenig Zeit hatten, nach dem Bochum-Ausflug zu regenerieren, könnte sich als weiterer Vorteil für die Arminen erweisen. „Ich bin bei diesem Thema immer noch hin- und hergerissen“, sagt Neuhaus. Weil Arminias Wochenspiel gegen Dresden verlegt worden ist – Dynamo wurde nach einer 14-tägigen häuslichen Quarantäne eine längere Vorbereitungszeit für den Wiedereinstieg ins Spielgeschehen gewährt –, gehen die Ostwestfalen gewiss etwas frischer in das Duell am Samstag. Ob der DSC tatsächlich einen Vorteil daraus ziehen kann, werde man „vielleicht in der letzten halben Stunde sehen“, glaubt Neuhaus.

Indes klagt Kiel-Coach Werner: „Ich finde diese Spielansetzung schon etwas unglücklich. Bielefeld hatte frei, wir spielen am Mittwoch auswärts und dann wieder am Samstag. Da frage ich mich schon, warum unser Heimspiel gegen Bielefeld nicht am Sonntag ausgetragen werden kann? Aber als Ausrede nehmen wir diese Ansetzung nicht, die Mannschaft ist fit genug, um auch in diesem Rhythmus zu spielen.“

Neuhaus ist von den drei Auftritten der Störche nach dem Re-Start (ein Sieg, ein Remis, eine Niederlage) beeindruckt. Insbesondere der 3:2-Erfolg vor einer Woche über Stuttgart hat gezeigt, wie kompliziert auch für ein Topteam die Aufgabe im Holstein-Stadion werden kann. „Auf dem Weg nach vorn verfügt Kiel über exzellente Spieler und ein enormes Tempo“, sagt Neuhaus und nennt stellvertretend für einige andere den Namen Emmanuel Iyoha. Der Deutsch-Nigerianer traf nicht nur beim Triumph über Stuttgart. Iyoha erzielte auch beim Hinspiel in Bielefeld den zwischenzeitlichen Ausgleich. „Das Hinspiel war verdammt eng“, erinnert sich Neuhaus. Doch kurz nach dem 1:1 sorgte Andreas Voglsammer für den Siegtreffer der Arminia.

Ob Voglsammer den Anpfiff in Kiel so wie zuletzt auf der Bank erlebt oder erstmalig seit seinem Mittelfußbruch im Januar von Beginn an ran darf, mag Neuhaus noch nicht verraten. Schmerzen hat Voglsammer eigenen Angaben zufolge jedenfalls nur noch „ab und an, wenn ich morgens aufstehe. Nach den ersten zwei, drei Schritten ist das auch wieder weg. Auf dem Platz spüre ich gar nichts mehr“, sagt der 28-Jährige.

Während Neuhaus sich in Sachen Voglsammer noch bedeckt hält, kehre Rechtsverteidiger Cedric Brunner nach abgesessener Geldsperre definitiv in den Abwehrverbund zurück.

Nach zuletzt zwei Remis gegen Osnabrück und in Hamburg könnte Bielefeld mit einem Sieg in Kiel klar die Weichen Richtung 1. Liga stellen. Auf die Frage, ob die Arminen schon wissen, wie sie in Corona-Zeiten ihren Aufstieg feiern würden, entgegnet Voglsammer: „Wir haben ein paar helle Köpfe in der Mannschaft, die Ideen haben. Aber so richtig können wir uns darum erst kümmern, wenn wir ganz dicht davor sind. Es ist noch ein kleines Stück zu gehen.“

So könnte Arminia spielen

Ortega Moreno - Brunner, Pieper, Nilsson, Hartherz - Prietl - Hartel, Yabo (Seufert) - Clauss, Klos, Soukou

Kommentare

Beutelipper  schrieb: 30.05.2020 13:35
Das wird der verdienteste Aufstieg aller Corona-Zeiten!
1 Kommentare
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