Nach 1106 Tagen: Armine Sven Schipplock überwindet eine lange Zeit der Torlosigkeit
Mit göttlicher Hilfe

Bielefeld/Kiel (WB). Es war ein Treffer mit göttlicher Hilfe. Wohl auch deshalb zeigte Sven Schipplocks Finger nach oben. Lange musste der Stürmer auf einen Glücksmoment wie diesen warten. Immer wieder hatten Verletzungen den Angreifer von Arminia Bielefeld zurückgeworfen. Dazu diese schier endlos lange Torlosigkeit: 1106 Tage hatte Schipplock nicht mehr getroffen, ehe ihm am Samstag in Kiel in der Nachspielzeit der Siegtreffer für den Zweitliga-Spitzenreiter gelang.

Dienstag, 02.06.2020, 05:00 Uhr
Flankengeber und Torschütze: Marcel Hartel (links) und Sven Schipplock haben Spaß. Foto: Starke/DSC
Flankengeber und Torschütze: Marcel Hartel (links) und Sven Schipplock haben Spaß. Foto: Starke/DSC

„Ich weiß gar nicht, wohin mit meinem Emotionen“, sagte der Joker, der erst in der 83. Minute in die Partie gekommen war. Doch „als Stürmer glaubt man immer an die eine Chance, das Spiel zu entscheiden“, sagte Schipplock.

Apropos glauben: Schon zu Darmstädter Zeiten habe er während einer Verletzung „meinen Glauben vertieft und Hilfe bei Jesus gesucht“, erzählte er damals. Gott habe „sein Schicksal bestimmt“, sagt Schipplock heute. „Ohne ihn könnte ich mir mein Leben nicht mehr vorstellen.“

Seit seinem Wechsel 2018 kam der gebürtige Reutlinger in der Liga auf ganze sieben Kurzeinsätze mit insgesamt 195 Minuten Spielzeit für den DSC. Der Stempel „Fehleinkauf“ haftete bereits hartnäckig an ihm. Doch Trainer Uwe Neuhaus holte ihn vom Abstellgleis. Schon bei seinem ersten Saisoneinsatz am 1. März gegen Wiesbaden (1:0) ließ Schipplock erkennen, dass er bis zu seinem Vertragsende im Juni 2021 schon noch ein bisschen was vor hat.

Der Treffer mag einer des Glaubens gewesen sein – er war aber auch einer des Willens. Entschlossen stieg Schipplock in die Flanke von Marcel Hartel. „Ich ziehe vor meinem Gegenspieler rein und erwische den Ball so, dass er perfekt unter die Latte reingeht“, schilderte der Schütze sein Siegtor (90.+2).

Zuvor hatte der Kieler Alexander Mühling (51. Minute) den Rückstand durch Jonathan Clauss (23.) egalisiert. Obwohl Arminia eine Halbzeit lang deutlich überlegen war, wäre ein 1:1 am Ende schon in Ordnung gegangen. Kiel scheiterte nach dem Ausgleich zweimal am Aluminium – erst Jonas Meffert (56.), dann Jae-Sung Lee (69.).

Dafür traf auf der anderen Seite Schipplock. Am 20. Mai 2017 war er zuvor zuletzt in einem Punktspiel erfolgreich gewesen. Damals gelang ihm im Trikot von Darmstadt 98 beim 2:2 im Erstligaspiel in Mönchengladbach das 1:1.

Mit dem Tor in Kiel stieß er nun für Arminia das Tor zur 1. Liga ganz weit auf. Dort könnte Schipplock für seinen Klub noch sehr wertvoll werden. Mit 149 Bundesligaeinsätzen verfügt er über die mit Abstand meiste Erstligaerfahrung im Kader der Ostwestfalen.

So richtig erfolgreich war er im Oberhaus allerdings nur bei 1899 Hoffenheim (84 Spiele, 16 Tore, 12 Torvorlagen). Bevor der Stürmer 2018 zu Arminia kam, stand er drei Jahre beim Hamburger SV unter Vertrag. In 30 Erstligapartien für die Norddeutschen gelang Schipplock kein einziges Tor.

In Kiel riss der Stürmer sich nach dem Treffer das Trikot vom Leib. Er sah dafür die Gelbe Karte. – „eine der schönsten in meiner Karriere”, sagte der 31-Jährige.

Manuel Prietl wird das nicht behaupten können. Auch er sah die Gelbe Karte – seine zehnte in der laufenden Saison. Für das Spiel am kommenden Samstag gegen Nürnberg ist der Armine gesperrt.

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