Arminia siegt 4:0 gegen Dresden und ist so gut wie aufgestiegen – Klos’ Torjubiläum – mit Video
Vier Tore für die Bundesliga

Bielefeld (WB). Arminia ist wieder da! Elf Jahre nach dem Abstieg aus der Bundesliga kehren die Bielefelder in die deutsche Fußball-Eliteklasse zurück. Das 4:0 (1:0) gegen Schlusslicht Dynamo Dresden sollte auch die letzten Zweifel beseitigt haben. Zwar ist es rechnerisch noch möglich, dass der DSC den Vorsprung noch verspielt. Doch neun Punkte und 18 Tore wird der VfB Stuttgart in den verbleibenden drei Spielen nicht mehr aufholen können.

Montag, 15.06.2020, 22:27 Uhr aktualisiert: 16.06.2020, 05:03 Uhr
Der Jubel nach der Vorentscheidung: Andreas Voglsammer (vorne) hat soeben das 2:0 für den DSC erzielt. Foto: Thomas F. Starke
Der Jubel nach der Vorentscheidung: Andreas Voglsammer (vorne) hat soeben das 2:0 für den DSC erzielt. Foto: Thomas F. Starke

28. Spieltag: DSC Arminia vs. Dynamo Dresden (4:0)

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„Rechnerisch ist es noch nicht perfekt. Aber wer jetzt noch zweifelt, den schmeiße ich raus. Wir sind noch nicht aufgestiegen, aber wir werden es schaffen und dann werden wir in einem angemessenen Rahmen feiern“, sagte Trainer Uwe Neuhaus.

Es war am Montagabend aber ein steiniger Weg zum Sieg. Zwar gingen die Gastgeber früh in Führung, doch das Zittern endete erst durch einen Doppelschlag zwischen der 62. und der 65. Minute. Die große Party fand aber nicht statt. Zum einen, weil es natürlich ein Geisterspiel war. Zum anderen, weil eben rechnerisch der Aufstieg noch nicht feststeht.

Nach dem 0:0 in Sandhausen nahm Uwe Neuhaus drei Änderungen vor: Für Florian Hartherz verteidigte Anderson Lucoqui hinten links, er kam zu seinem Startelfdebüt in dieser Saison. Im Mittelfeld ersetzte Nils Seufert Reinhold Yabo, und auf der linken Angriffsseite feierte Andreas Voglsammer sein Startelf-Comeback. Der Stürmer begann erstmals seit Ende Januar, beim damaligen 0:0 in Aue hatte sich der 28-Jährige einen Mittelfußbruch zugezogen. Für ihn musste Cebio Soukou auf die Bank.

Clauss mit Traumtor

Neuhaus hatte im Vorfeld einen zumeist tief stehenden Gegner erwartet, gegen den seine Mannschaft spielerische Lösungen finden müsse. Da können Geistesblitze nicht schaden. So einen hatte Marcel Hartel in der zehnten Minute, als er mit einem super Pass Jonathan Clauss bediente. Der Franzose veredelte die Aktion mit einem klasse Lupfer zum 1:0 für den DSC. Ein Traumtor. Die Bielefelder Gremienvertreter auf der Tribüne um Präsident Hans-Jürgen Laufer brüllten ihre Freude heraus.

Doch Dresden, das ums Überleben in der 2. Liga kämpft, spielte mit. Nach einem Freistoß und einer Kopfballablage stand Patrick Schmidt plötzlich völlig frei vor Stefan Ortega Moreno, doch der Dresdener brachte den Ball nicht am DSC-Keeper vorbei (23.). Und acht Minuten später entwischte Linus Wahlqvist dann Voglsammer, doch die Flanke fand in der Mitte keinen Abnehmer. Zum Glück für die Arminen.

Die Gastgeber kamen offensiv mehrheitlich zu eher harmlosen Abschlüssen. Gefährlich war noch ein Schlenzer von Voglsammer (40.). Nach einer Ecke von Hartel wäre Fabian Klos dann aber fast das 2:0 gelungen, doch sein Kopfball ging links am Dynamo-Tor vorbei (45.). Dann war Pause.

Die zweite Halbzeit war erst zweieinhalb Minuten alt, da musste Clauss angeschlagen ausgewechselt werden. Für den Franzosen kam Soukou in die Partie.

Klos erzielt 150. Tor für den DSC

Dass die letzten Schritte oft die schwierigsten sind, hatte Uwe Neuhaus am Tag vor dem Spiel betont. Und dass vieles nur noch Kopfsache sei. Das merkte man mit zunehmender Spieldauer. Die Leichtigkeit von vor der Corona-Pause fehlt. Dafür war dann die Treffsicherheit von Andreas Voglsammer wieder da. In der 62. Minute, mehr oder weniger aus dem Nichts, erzielte der Stürmer das so wichtige 2:0 für den DSC.

Dieser Treffer war eine Befreiung. Der Ball lief wieder – und er wollte nochmal ins Tor. Fabian Klos war es vorbehalten, für die Entscheidung zu sorgen. Das 3:0 in der 65. Minute war das 150. Pflichtspieltor des Rekordtorjägers im DSC-Trikot.

Den Schlusspunkt setzte dann Cebio Soukou, der in der 87. Minute den Treffer zum 4:0-Endstand markierte. In den letzten Minuten feierte dann sogar noch Brian Behrendt sein Comeback nach Kreuzbandriss.

Bielefeld: Ortega - Brunner, Pieper (90. Behrendt), Nilsson, Lucoqui - Prietl - Seufert (81. Kunze), Hartel (90. Salger) - Clauss (48. Soukou), Klos (82. Schipplock), Voglsammer

Dresden: Broll - Wahlqvist, Ehlers, F. Ballas (80. J. Müller), Hamalainen - Petrak (73. Mar. Hartmann), Nikolaou (69. Klingenburg) - P. Schmidt (80. Königsdörffer), Husbauer (70. Horvath), Terrazzino - Jeremejeff

Schiedsrichter: Johann Pfeifer (Hameln)

Tore: 1:0 Clauss (10.), 2:0 Voglsammer (62.), 3:0 Klos (65.), 4:0 Soukou (87.)

Gelbe Karten: Clauss (2) / Ehlers (2), Petrak (4), Nikolaou (5), Hamalainen (3)

 

Kommentare

Ulrich B.  schrieb: 17.06.2020 19:55
Gute Leistung
Eine überzeugende Mannschaftsleistung gegen einen Gegner, der sich aus meiner Sicht mit der Mannschaftsquarantäne verzockt hat und nun den Gang in die 3. Liga antreten muss.
Dass Hartherz und Yabo in der Aufstellung keine Berücksichtigung fanden, hat sich positiv ausgewirkt. Lucoqui hat ein überzeugendes Spiel gemacht. Warum er jetzt erst zum Einsatz kam, wird das Geheimnis des Trainers bleiben. Hartherz ist ein durchschnittlicher Zweitligaspieler und hat dem Arminenspiel mehr geschadet als genutzt. Soukou ist technisch besser und leichtfüßiger als Yabo, zudem weniger verletzungsanfällig. Beide Positionen müssen dringend bundesligatauglich ergänzt werden. Dazu ein Mittelstürmer als Ergänzung zu Klos. Ich bin mal gespannt, wen Herr Arabi aus dem Hut zaubert. Der Klassenerhalt sollte schon das Ziel sein.
Beutelipper  schrieb: 16.06.2020 09:06
Beste Rückrundenmannschaft der letzten Saison, beste Hinrundenmannschaft in dieser Saison, Tabellenführer der Rückrundentabelle, sieben Kategorien beim Kicker gewonnen. Dazu eine Taktik, die auf das Team zugeschnitten ist wie seit Rapolder nicht mehr, beginnend beim Neuer der 2. Liga. Das 3:0 gestern war Barca-like. Sieben Auswärtssiege in Serie, wiederum märchenhaft. Beste Auswärtsmannschaft, bester Torschütze und bester Scorer in Personalunion, zudem ein Armine, der irgendwann in hoffentlich weiter Zukunft ein tiefes Loch hinterlassen wird. Ohne Niederlage im Jahr 2020. Einzig der knappe Aufstieg ist zu kritisieren, 20 Punkte vor Stuttgart, HSV, Hannover, Nürnberg hätten natürlich besser ausgesehen. Und wie es scheint, ist die Taucherbrille des selbsternannten Prödderkopps und Middendorp-Verehrers auch nicht mehr beschlagen. Vor zwei Monaten wusste niemand, ob nicht eventuell eine der besten Spielzeiten annulliert werden würde und nun muss man konstatieren, dass in Corona-Zeiten ein Bundesliga-Aufstieg etwas besser ist als ein Abstieg in die 3. Liga. Und dem einen oder anderen Fan wünsche ich die Demut und Bescheidenheit, die die Arminia-Macher vorleben. Danke an die Letztgenannten.
Block1  schrieb: 15.06.2020 23:07
Herzlichen Glückwunsch...
...vom großen Broddelkopp im Bielefelder Westen.Schön diese Böller und die hupenden Autos hier um die Alm. Nett diese Bilder auf Sky von unseren Krombacher trinkenden Spielern. Klasse Interview mit Uwe Neuhaus.Danke Arminia, schon ne Sahneschnitte in Ostwestfalen, aber jetzt will ich verdammt nochmal nach Europa und dazu muss Gas gegeben werden...;)))Skol auf den Aufstieg.
3 Kommentare
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