DFL ahndet Berliner Verstöße gegen Hygienekonzept – kein Anruf in Bielefeld
Wegen Feier: Union bestraft, Arminia nicht

Berlin (dpa/WB). Fußball-Bundesligist Union Berlin hat die Geldstrafen wegen der Verstöße gegen die Corona-Vorschriften durch die Deutsche Fußball-Liga akzeptiert. „Die bewegt sich im fünfstelligen Bereich insgesamt, wenn man alles zusammenaddiert“, sagte Geschäftsführer Oliver Ruhnert am Samstag im ZDF-Sportstudio.

Montag, 22.06.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 22.06.2020, 05:02 Uhr
DSC-Sport-Geschäftsführer Samir Arabi Foto: Starke
DSC-Sport-Geschäftsführer Samir Arabi Foto: Starke

Die Union-Profis Christopher Trimmel (33) und Sheraldo Becker (25) sowie der Klub selbst waren am Freitag bestraft worden. Die beiden Union-Spieler „hatten nach dem Bundesliga-Spiel gegen den SC Paderborn offenkundig gegen allgemeine Hygiene- und Infektionsschutzstandards“ sowie insbesondere gegen das DFL-Konzept verstoßen, hatte die Dachorganisation mitgeteilt. Erkennbar sei dies auf Videoaufnahmen unter anderem in sozialen Netzwerken.

Die Bilder seien dahingehend verfälschend, weil die Mannschaft nicht mit den Fans gefeiert habe, sagte der 47 Jahre alte Ruhnert. Trimmel sei etwas zu früh draußen gewesen, da sei der Ordnungsdienst noch nicht da gewesen, und der Spieler sei dann „in den Fans gelandet. Kurz, muss man dazusagen, wirklich nur kurz, und ist dann zurückgegangen. Aber, das muss man sagen, es war ein Fehler“, sagte Ruhnert. Becker sei dann leider auch aus seinem Auto ausgestiegen, nachdem er nicht weiterkam, und habe sich kurz ablichten lassen. „Alles menschlich verständlich, aber in diesen Zeiten halt nicht richtig“, meinte der Union-Geschäftsführer. Die Berliner hatten am Dienstag mit dem 1:0-Sieg gegen Paderborn den Klassenerhalt perfekt gemacht.

Auch die Fans und Spieler des Zweitligameisters DSC Arminia Bielefeld hatten in der Vorwoche wie berichtet an gleich mehreren Tagen den Aufstieg in die Bundesliga gefeiert. Und auch dabei war die Grenze zwischen Euphorie und Einhaltung der Corona-Vorschriften fließend. „Unsere Spieler und auch die Fans haben sich bis dato überaus verantwortungsvoll gezeigt“, sagte Samir Arabi daraufhin am vergangenen Mittwoch. Der Sport-Geschäftsführer äußerte zudem, dass er nicht mit Sanktionen durch die DFL rechne. Am Sonntag erklärte Arabi auf Nachfrage, dass es bislang keinen Anruf eines Vertreters der Deutschen Fußball-Liga gegeben habe.

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