Warum Arminias Trainer Neuhaus auch das letzte Spiel gewinnen will
Fairness ist wichtiger als Geld

Bielefeld (WB). Zwei Millionen Euro sind für Arminia Bielefeld viel Geld. Geld, das der Zweitligameister in der kommenden Bundesligasaison sehr gut gebrauchen könnte. Zumal der Lizenzspieleretat im besten Fall bei nur 25 Millionen Euro liegen dürfte. Doch deshalb absichtlich verlieren? Das ist für Uwe Neuhaus überhaupt kein Thema, wie der DSC-Trainer vor dem letzten Saisonspiel gegen den 1. FC Heidenheim (Sonntag, 15.30 Uhr, Schüco-Arena) betonte.

Samstag, 27.06.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 27.06.2020, 09:28 Uhr
Uwe Neuhaus ist mit dem DSC in 2020 noch unbesiegt – das soll so bleiben. Foto: Thomas F. Starke
Uwe Neuhaus ist mit dem DSC in 2020 noch unbesiegt – das soll so bleiben. Foto: Thomas F. Starke

„Jeder hätte gerne so viel Geld zur Verfügung wie möglich, das ist klar. Aber deswegen werden wir nicht von unseren Prinzipien abweichen und die sportliche Fairness außer Acht lassen. Wir wollen das Spiel gewinnen, es geht für jeden Spieler und die Trainer auch noch um Prämien. Natürlich wäre es bedauerlich, wenn uns zwei Millionen Euro verloren gehen. Aber da kann ich nichts dran ändern. Das wird auch keiner von mir verlangen, es ist auch keiner auf mich zugekommen“, sagte Neuhaus.

Der Hintergrund: Sollte Heidenheim den dritten Tabellenplatz verteidigen und dann in der Relegation gegen den Erstliga-16. gewinnen, bekämen die Arminen etwa zwei Millionen Euro mehr an TV-Geldern als wenn der Hamburger SV aufsteigen würde. Zudem wäre Heidenheim zumindest vermeintlich ein leichterer Gegner im Kampf um den Klassenerhalt in der kommenden Bundesligasaison. Arminia ist am Sonntag das Zünglein an der Waage.

Gefällt Neuhaus diese Rolle? „Ich kann weder sagen, dass sie mir unangenehm ist, noch dass ich sie genieße. Es ist das letzte Spiel, da kommt es häufig auf den entscheidenden Moment an, das Spiel zu gewinnen. Für uns zum Glück nicht, für Heidenheim und Hamburg aber schon. Es steht einiges auf dem Spiel, dementsprechend wollen wir uns auch verkaufen.“

Für den 60-Jährigen „ist es eine absolute Selbstverständlichkeit, bis zum Abpfiff der Saison alles zu geben“. Deshalb wird er auch die bestmögliche Formation berufen. „Ich werde die Mannschaft aufstellen, von der ich überzeugt bin, dass sie gewinnen kann. Einen Spieler nur in die Startelf zu nehmen, weil er den Verein verlässt, das werde ich nicht machen.“

Tägliche Gedanken im Urlaub machen

Inwieweit es im leeren Stadion eine Verabschiedung der Spieler gibt, sei offen, sagte Neuhaus, der auch keine Namen nennen wollte. Es dürfte aber klar sein, dass neben Jonathan Clauss (Dreijahresvertrag bei RC Lens) weitere Profis in der kommenden Saison nicht mehr für Arminia auflaufen: Patrick Weihrauch, Nils Quaschner, Keanu Staude, Alex Perez, Philipp Klewin und Agoston Kiss. Auch die Verträge von Florian Hartherz und Tom Schütz laufen aus, ihre Zukunft ist offen.

Er werde sich auch im Urlaub täglich Gedanken darüber machen, mit welcher Mannschaft er das Abenteuer Bundesliga angehe und wie der Klassenerhalt zu schaffen sei, erklärte Neuhaus, der aufgrund von Corona „definitiv“ in Deutschland bleiben werde. „Wenn man sich im Urlaub nicht mit der Bundesliga beschäftigen würde, wären das verschenkte Tage – und ich hätte dann auch ein schlechtes Gewissen. Wichtig ist, dass man sich ein paar Stunden am Tag Zeit nimmt, sich dann aber auch wieder entspannt. Wenn man den ganzen Tag gedanklich auf einer parallelen Autobahn fährt, anstatt sich zu erholen, dann hat man keinen Urlaub. Das holt einen dann irgendwann auch wieder ein“, sagte er.

Etwa vier Wochen Urlaub wird es geben, dann soll die Vorbereitung beginnen. Neuhaus: „Ob wir am 11. September starten oder am 18. oder noch später, das weiß im Moment noch keiner. Deshalb haben wir einen groben Plan mitgegeben, an den sich jeder Spieler halten soll.“

So könnte Arminia spielen : Ortega Moreno - Brunner, Behrendt, Pieper, Hartherz -Prietl - Seufert, Hartel - Clauss, Klos, Voglsammer

Kommentare

Beutelipper  schrieb: 27.06.2020 09:48
Verlorene Millionen???
Es wären ergaunerte Millionen, wenn man das Spiel absichtlich verlöre. Kann ich mir nicht vorstellen, will ich mir nicht vorstellen. Bei Arminia 1970 vielleicht, aber nicht bei Arminia 2020.
Arminia lebenslang Fr.  schrieb: 27.06.2020 07:12
Verpasste 2Millionen €
Die Verantwortlichen von Arminia brauchen sich keine Gedanken über die verlorenen 2 Millionen € ,bei einem Aufstieg des HSV machen .
Der HSV gewinnt die Relegationsspiele nicht gegen Bremen auch nicht gegen Düsseldorf .
Der HSV schlägt sich selber wie häufig in der Saison .
Und wieder wird der Trainer gewechselt .
2 Kommentare
Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7469715?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2536432%2F
Ein Stück aus dem Tollhaus
Symbolbild. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker