DSC schlägt Heidenheim 3:0 – Gäste trotzdem in der Relegation
Arminias meisterliches Finale

Bielefeld (WB). Wettbewerbsverzerrung? Nicht mit Arminia Bielefeld! Dank einer eines Zweitligameisters mehr als würdigen Vorstellung gewann der DSC sein letztes Heimspiel der Saison 3:0 (2:0) gegen den 1. FC Heidenheim. Die Heidenheimer dürfen aber trotzdem in der Relegation um den Aufstieg in die Bundesliga gegen Werder Bremen antreten, weil der Hamburger SV gegen den SV Sandhausen verlor. Dem HSV hätte ein Unentschieden für Platz drei gereicht.

Sonntag, 28.06.2020, 17:21 Uhr aktualisiert: 28.06.2020, 22:24 Uhr
Kapitän Fabian Klos brachte den DSC in der 14. Minute auf die Siegerstraße. Foto: Thomas F. Starke
Kapitän Fabian Klos brachte den DSC in der 14. Minute auf die Siegerstraße. Foto: Thomas F. Starke

Mit 68 Punkten stellte der DSC auch noch einen Zweitliga-Vereinsrekord auf. DFL-Boss Christian Seifert war persönlich anwesend, um bei der Übergabe der Meisterschale – im Volksmund Radkappe genannt – dabei zu sein. Sein DFL-Vize Ansgar Schwenken schritt mit Fabian Klos zum Sockel, auf dem die Schale platziert war. Klos durfte sie sich nehmen und dann unter dem Jubel seiner Mitspieler in die Höhe stemmen.

34. Spieltag: DSC Arminia vs. 1. FC Heidenheim (3:0)

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Eine Verabschiedung der Spieler, die den Verein verlassen, gab es vor dem Anpfiff nicht. Jonathan Clauss (zu RC Lens), Patrick Weihrauch, Nils Quaschner, Alex Perez, Philipp Klewin, Keanu Staude und Agoston Kiss (alle Ziel unbekannt) wollten im privaten Rahmen verabschiedet werden. Mit Florian Hartherz und Tom Schütz, deren Verträge ebenfalls zum 30. Juni enden, ist der Verein noch in Gesprächen, wie Pressesprecher Daniel Mucha erklärte.

Uwe Neuhaus hatte am Freitag erklärt, auch wenn es für seine Mannschaft sportlich um nichts mehr gehe, werde die Fairness nicht außer Acht gelassen. Entsprechend verzichtete der Coach auf eine Rotation und brachte die selbe Startelf wie in der Vorwoche beim 3:3 in Karlsruhe. Spieler im letzten Saisonspiel nur deshalb aufzustellen, weil sie den Verein verlassen würde, „das werde ich nicht machen“, hatte Neuhaus betont. Bei Heidenheim stand der Ex-Armine Konstantin Kerschbaumer in der Startelf. Der Österreicher hatte in der Vorwoche, als Joker, gegen den Hamburger SV das 2:1-Siegtor in der Nachspielzeit erzielt. Auch Heidenheims Innenverteidiger Patrick Mainka hat eine DSC-Vergangenheit.

Klos im Fallen mit der Hacke

Die Gastgeber liefen anlässlich ihres 115-jährigen Bestehens in weißen Sondertrikots mit goldener Schrift auf. Und sie wollten eine goldene Schleife um die Saison machen, indem sie auch das 16. Spiel im Jahr 2020 ungeschlagen überstehen. Als die Heidenheimer die frohe Kunde der Sandhäuser Führung in Hamburg vernehmen konnten, mussten sie selbst den Rückstand verkraften. Nach Ecke von Marcel Hartel versuchte es Fabian Klos mit einem Flugkopfball, doch stattdessen rutschte die Kugel von Klos rechter Hacke ins Tor (14. Minute). Egal wie, es war sein 21. Saisontreffer. Andreas Voglsammer erhöhte nur drei Minuten später mit einem schönen Schlenzer auf 2:0 für die Hausherren. Voglsammer (33.) und Klos aus 40 Metern (38.) hätten noch erhöhen können, auf der anderen Seite parierte Stefan Ortega Moreno einen Kopfball von Mainka (43.) So ging es mit einer verdienten 2:0-Führung in die Pause.

Soukou scheitert am Pfosten

Heidenheims Trainer Frank Schmidt wechselte gleich dreimal, zudem lief sein Team jetzt deutlich höher an. Das eröffnete den Arminen Räume, weil sie sich super hinten herauskombinierten. Jonathan Clauss krönte seine Saison in seinem letzten Spiel mit dem Treffer zum 3:0, nachdem er von Klos auf die Reise geschickt worden war (53.).

Der Franzose bekam dann seinen Sonderapplaus, als er in der 65. Minute ausgewechselt wurde. Allerdings nur von seinen Mitspielern sowie den Gremienmitgliedern und Vereinsmitarbeitern, die im Stadion sein durften. Cebio Soukou, für Clauss eingewechselt, hätte in der 78. Minute das vierte Tor schießen können, doch der Beniner scheiterte am Pfosten.

Bielefeld: Ortega Moreno - Brunner, Behrendt, Pieper (84. Salger), Lucoqui (80. Hartherz) - Prietl - Hartel, Seufert (65. Schütz) - Clauss (65. Soukou), Klos, Voglsammer (80. Weihrauch)

Heidenheim: Müller - Busch, Mainka, Beermann, Föhrenbach (46. Theuerkauf) - Dorsch - Griesbeck, Kerschbaumer (46. Schnatterer) - Otto (58. Schimmer), Kleindienst (46. Leipertz), Thomalla (78. Mohr)

Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)

Tore: 1:0 Klos (14.), 2:0 Voglsammer (17.), 3:0 Clauss (53.)

Gelbe Karten: - / Kerschbaumer

 

 

Kommentare

Ulrich B.  schrieb: 28.06.2020 20:18
Respekt
Was Arminia heute abgeliefert hat, verdient Respekt. Da kann sich Borussia Dortmund eine Scheibe von abschneiden. Dass sich mit diesem Verein zukünftig immer mehr Menschen identifizieren werden, ist ein Verdienst der Vereinsführung und der durch die Mannschaft gezeigten Saisonleistung. Die Trennung von Tönnies, genauso wie die Ansage zum letzten Spieletag, sind konsequent und gradlinig. Das erzeugt Symphatie. Die Mannschaft hat letztlich den Worten am letzten Spieltag Taten folgen lassen. Sportlich fair haben sie noch einmal alle Kräfte mobilisiert und keine Geschenke verteilt. Das hat auch etwas mit Charakter zu tun. Herr Neuhaus kann auf diese Truppe stolz sein.
Freuen wir uns auf die neue Saison. Wird die Mannschaft punktuell gut verstärkt, traue ich ihr den Klassenerhalt zu. Union Berlin hat gezeigt, dass es möglich ist. Hoffen wir zudem, dass möglichst viele Zuschauer am Abenteuer 1. BL. teilhaben dürfen.
Von einer Vertragsverlängerung mit Florian Hartherz und Tom Schütz sollte man allerdings absehen.
Werner Ernst  schrieb: 28.06.2020 19:46
Macht es besser als Paderborn und bleibt länger als eine Saison in der 1.Liga
Super Super Glückwunsch super Saison
2 Kommentare
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