Paderborner steht beim DSC auf dem Zettel – Folgt Sam auf Gebauer?
Arminia jagt Vasiliadis

Bielefeld (WB). Der Erstligakader des DSC Arminia Bielefeld nimmt langsam Formen an. In Christian Gebauer vom österreichischen Bundesligisten SCR Altach hat der Zweitligameister – wie berichtet – bereits den zweiten Neuzugang für die am 18. September beginnende Serie unter Vertrag genommen. Darüber hinaus haben die Ostwestfalen einen Spieler aus der Nachbarschaft im Visier: Sebastian Vasiliadis vom Erstligaabsteiger SC Paderborn steht bei Arminia auf der Wunschliste.

Freitag, 10.07.2020, 05:00 Uhr aktualisiert: 10.07.2020, 06:42 Uhr
Im Mai 2019 waren Sebastian Vasiliadis (rechts) und Manuel Prietl Gegner. Bald könnten sie gemeinsam für Arminia auflaufen. Foto: Thomas F. Starke
Im Mai 2019 waren Sebastian Vasiliadis (rechts) und Manuel Prietl Gegner. Bald könnten sie gemeinsam für Arminia auflaufen. Foto: Thomas F. Starke

Der Vertrag des angehenden griechischen Nationalspielers läuft im Sommer 2021 aus. Wenn die Paderborner noch etwas Geld mit dem 22-Jährigen verdienen wollen, dann jetzt. „Natürlich stellen die Erlöse aus Spielertransfers einen herausgehobenen Faktor in der Zusammensetzung unseres Etats dar“, sagte SCP-Manager Fabian Wohlgemuth.

Nach Informationen dieser Zeitung haben die Arminen ihr Interesse an Vasiliadis sowohl beim SCP als auch beim Berater des Profis hinterlegt. Der Marktwert des Mittelfeldspielers wird beim Internetportal transfermarkt.de mit 3,2 Millionen Euro beziffert. Zu viel Geld für den Aufsteiger.

„Mein Berater ist im Thema“

Allerdings haben die Arminia-Verantwortlichen mehr als einmal betont, für die Zusammensetzung ihres Kaders nicht zuletzt nach erstligaerfahrenen Spielern zu suchen. Vasiliadis würde dieses Kriterium erfüllen. In der abgelaufenen Saison kam er 32 Mal zum Einsatz. Ihm gelang ein Tor, einen Treffer bereitete er vor.

Vasiliadis macht derzeit Urlaub in Griechenland. Der Sohn eines Griechen und einer Deutschen sagte am Donnerstag am Telefon: „Ich möchte das Thema nicht kommentieren und nach dem Abstieg erst einmal Abstand gewinnen. Mein Berater ist im Thema.“

Vasiliadis ist also ein Kandidat, Christian Gebauer (zuletzt SCR Altach) hat schon unterschrieben. Der 26-jährige Offensivspieler wechselt ablösefrei aus Vorarlberg nach Ostwestfalen und unterzeichnete bei Arminia einen Dreijahresvertrag bis Juni 2023.

Gebauer, der in der abgelaufenen Spielzeit in 31 Spielen sechs Tore erzielte (fünf Torvorlagen), bezeichnete den Wechsel im österreichischen Fernsehen selbst als „Hammer-Transfer“. Das sei „eine große Chance für mich, und ich habe das noch gar nicht richtig realisiert, dass ich mit Arminia in der nächsten Saison in der deutschen Bundesliga spielen werde“.

„Enorme Schnelligkeit“

DSC-Sportchef Samir Arabi ist froh, Gebauer für Arminia gewonnen zu haben. Man bekomme einen „sehr dynamischen und schnellen Außenbahnspieler, der auf beiden Flügeln einsetzbar ist“. Gebauer soll den zum französischen Erstligaaufsteiger RC Lens gewechselten Jonathan Clauss ersetzen. Arabi: „Wir sind überzeugt, dass er mit seiner Geradlinigkeit und seinem Tempo gut zu unserem Spielsystem passt.“

Auch DSC-Trainer Uwe Neuhaus ist froh, neben Manuel Prietl nun einen weiteren Österreicher im Team begrüßen zu können. „Christian vereinigt das, was unsere Mannschaft in der abgelaufenen Saison ausgezeichnet hat: eine fantastische Mentalität, Mannschaftsdienlichkeit und Zielstrebigkeit. Dazu kommt, dass Christian häufig den Abschluss sucht, aber auch regelmäßig als Vorbereiter in Erscheinung tritt. Ich freue mich, dass er zu uns stößt“, äußerte Neuhaus.

Gebauer gilt in Österreich als schnellster Profi der dortigen Liga. Laut transfermarkt.de sprintet der Flügelstürmer die ersten 30 Meter in 3,75 Sekunden. Ex-Sprintstar Usain Bolt benötigte 2009 bei seinem Weltrekord über 100 Meter dafür 3,78 Sekunden. „Über Christians enorme Schnelligkeit spricht man schon längere Zeit in der heimischen Liga“, sagte Prietl über seinen Landsmann.

Sidney Sam auf dem Zettel?

Die österreichische „Kronen-Zeitung“ will erfahren haben, dass die Arminen noch einen weiteren Profi des SCR Altach auf dem Zettel: den ehemaligen deutschen Nationalspieler Sidney Sam (32). Der Frage eines österreichischen Sky-Reporters, ob er künftig mit Sam eine Fahrgemeinschaft bilde, wich Gebauer aus: „Da müssen Sie ihn selber fragen.“ Sam wollte allerdings keine Auskunft geben.

Insgesamt fünf Mal lief Sam für das DFB-Team auf. Der Offensivmann spielte für den Hamburger SV, Kaiserslautern, Bayer Leverkusen, Schalke 04, Darmstadt 98 und den VfL Bochum, ehe er 2019 nach Altach wechselte. Sein Vertrag dort endet in diesem Sommer.

Nach Gebauer und dem dänischen Verteidiger Jacob Laursen (Odense BK) könnte Sam der dritte Neuzugang des DSC werden.

Derweil steht Offensivakteur Keanu Staude (23) nach seinem Vertragsende beim DSC nun mit dem Zweitligisten Karlsruher SC in Kontakt.

Kommentare

Ulrich B.  schrieb: 10.07.2020 19:47
Hoffentlich aus der Vergangenheit gelernt
Ich kann Jürgen Schäfers nur beipflichten. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Auslaufmodelle keinen Zugewinn darstellen. Verletzungsanfällig und mäßig motiviert ist nicht das, was einen Aufstgeiger in der 1. Liga antreibt. Wenn sich 95% der Mitspieler den Allerwertesten aufreißen, ist so einer im Gepäck allenfalls schlecht für die Stimmung. Und das braucht niemand. Arminia schon garnicht.
Heinz Jürgen Schäfers  schrieb: 10.07.2020 11:14
Neuzugänge beim DSC
Sowas wie Sidney Sam brauchen wir beim DSC nicht. Erinnert mich zu sehr an Oliver Neuville. Das sind meist Auslaufmodelle ohne großen Ehrgeiz. Glaube kaum, das Sam den DSC weiter bringt.
2 Kommentare
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