Schüco über Arminia und die eigene Bilanz
„Aufgestiegen, um auch dort zu bleiben”

Bielefeld (WB). Am Ende der Pressekonferenz am Donnerstag wurde Andreas Engelhardt mit einem Mal fast euphorisch: „Wir sind in die 1. Bundesliga aufgestiegen, um auch dort zu bleiben.” Wir – das sind neben Arminia Bielefeld der Fenster- und Fassadenspezialist Schüco. Das Bielefelder Unternehmen ist zum achten Mal als Sponsor auf den Trikots von Arminia und seit 2004 auch Namensgeber der Schüco-Arena – ein nachhaltiges Engagement, wie Engelhardt betont: „Wir gingen auch beim Abstieg in die Dritte Liga nicht von Bord.“

Donnerstag, 16.07.2020, 18:06 Uhr aktualisiert: 16.07.2020, 18:12 Uhr
Nach dem Aufstieg Arminia Bielefelds in die Erste Fußball-Bundesliga verspricht sich Schüco als Sponsor einen noch größeren Bekanntheitsgrad; links geschäftsführender Gesellschafter Andreas Engelhardt, rechts Pressesprecher Thomas Lauritzen. Foto: Thomas F. Starke
Nach dem Aufstieg Arminia Bielefelds in die Erste Fußball-Bundesliga verspricht sich Schüco als Sponsor einen noch größeren Bekanntheitsgrad; links geschäftsführender Gesellschafter Andreas Engelhardt, rechts Pressesprecher Thomas Lauritzen. Foto: Thomas F. Starke

Grund, wenigstens ein bisschen euphorisch zu sein, hätte der Schüco-Chef auch schon vorher gehabt. Schließlich ist der Umsatz des Baukonzerns im vergangenen Jahr erneut um knapp fünf Prozent auf 1,75 (Vorjahr: 1,67) Milliarden Euro gestiegen. Mit 1,485 Milliarden entfällt der größte Teil auf den Metallbau. Trotz hoher Investitionen – knapp 48 Millionen Euro – liegt die Eigenkapitalquote des zur Otto-Fuchs-Gruppe in Meinerzhagen gehörenden Familienunternehmens weiter über 70 Prozent. Und auch bei der Mitarbeiterzahl wurde im vergangenen Jahr um 200 auf 5650 aufgestockt. Von den 3870 Beschäftigten in Deutschland arbeiten 2350 in Ostwestfalen-Lippe – unterm Strich 70 mehr als 2018.

Viele Investitionen trotz Corona

Die meisten Stellen in OWL entfallen auf den Stammsitz in Bielefeld, wo derzeit intensiv gebaut wird. Eines der großen Verwaltungsgebäude erhält eine neue Fassade, die im ersten Quartal 2021 fertiggestellt sein soll. Die neue Unternehmenszentrale, das Schüco One, soll im dritten und das neue Welcome Forum im vierten Quartal des nächsten Jahres eingeweiht werden. In dem Ausstellungsgebäude ist sogar eine komplette Fertigungsstraße für Demonstrationszwecke geplant.

Damit investiert Schüco trotz Corona 2020 insgesamt mehr als 50 Millionen Euro, davon gut 16 Millionen in die Neubauten. Insgesamt kosten die 2016 begonnenen Baumaßnahmen in Bielefeld 95 Millionen Euro. Schon im vergangenen November wurde ein neuer Showroom in der Hamburger Hafen-City in Betrieb genommen; die Fassade des 70 Meter hohen „Watermark Tower“ ist natürlich von Schüco.

Gerade fertiggestellt und bezugsfertig ist die Produktionshalle der 2019 neu gegründeten Tochterfirma Schüco ProFab Solutions KG in Paderborn. Mit etwa 40 Beschäftigten werden hier künftig Bausätze für Schiebetüren und -fenster gefertigt.

Im Schüco-Werk in Borgholzhausen sollen Investitionen in die Automatisierung die dortige Fertigung von Aluminium-Beschlägen für die Küchenindustrie wieder rentabler machen. Außerdem sei das Werk wichtiger Zulieferer für die Produktion in Bielefeld.

Im Juni auf Erholungskurs

Engelhardt erwartet, dass die Bundesregierung und – nach Gesprächen mit der Kommissarin für Energie, Kadri Simson – auch die Europäische Union und andere nationale Regierungen einen Großteil der geplanten Gelder für die Wiederankubelung der Konjunktur in energiesparende Baumaßnahmen investieren werden. „Das ist auch dringend nötig, um das Ziel, die Klimaerwärmung in den Griff zu bekommen, noch zu erreichen“, erklärte Engelhardt am Mittwoch. Immerhin 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs werde durch Gebäude verursacht.

In diesem Jahr jedoch wird der Schüco-Chef zufrieden sein, wenn das Unternehmen wieder einen Umsatz auf Vorjahreshöhe erreicht. Nach dem Rückgang um 40 Millionen Euro im April und einem – nicht ganz so starken – Minus im Mai befinde sich Schüco im Juni auf Erholungskurs. Auf der Ertragsseite gebe es zwar einen Einbruch: „Er ist aber nicht so groß wie befürchtet.“

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