Arminia Bielefelds Torwart Ortega Moreno blickt Bundesliga und Vaterglück entgegen
In freudiger Erwartung

Bielefeld (WB). Obwohl es noch Wochen bis zum ersten Anpfiff sind, steht schon jetzt fest: Für Stefan Ortega Moreno wird die Erstligasaison eine ganz besondere. Zum einen weil der Torhüter damit in der Bundesliga angekommen ist. Aber besonders deshalb, weil Arminia Bielefelds Nummer Eins im Laufe der Saison erstmals Vater werden wird.

Mittwoch, 12.08.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 12.08.2020, 05:03 Uhr
Stefan Ortega Moreno war der beste Torhüter der 2. Liga und will nun in der 1. Liga Akzente setzen. Foto: Thomas F. Starke
Stefan Ortega Moreno war der beste Torhüter der 2. Liga und will nun in der 1. Liga Akzente setzen. Foto: Thomas F. Starke

„Das ist spannend und unbeschreiblich“, sagt der Bielefelder Schlussmann zur Schwangerschaft seiner Freundin Sabina. Ende Januar ist der errechnete Geburtstermin. Ortega Moreno und seine Partnerin lüfteten das süße Geheimnis vor einigen Wochen in den sozialen Medien und sind voller Vorfreude: „Es war schon jetzt ein ziemlich aufregender Sommer, weil mit der Schwangerschaft und dem Aufstieg zwei extrem schöne Situationen passiert sind.“

Doch in den kommenden Monaten, in den 34 Erstligaspielen bis Mai 2021 sollen noch viele schöne Momente dazu kommen. Selbst wenn die Corona-Umstände und die zunächst wohl fehlenden Fans im Stadion dem Profifußball weiter einen ungewöhnlichen, unspektakuläreren Rahmen geben, ist Arminias Schlussmann gespannt auf das, was kommt: „Schon der Start ist spannend, da sind viele tolle Mannschaften in den ersten zehn Spielen dabei.“ Bayern München klingt eben reizvoller als der SV Sandhausen. Borussia Dortmund lässt es nunmal mehr kribbeln als Holstein Kiel.

Viele Stresstests

Natürlich kommen auf den Aufsteiger damit ab dem Saisonstart Mitte September ungleich schwerere Aufgaben zu, als es in der 2. Liga der Fall war. Und auch Ortega Moreno sieht sich bei Kontrahenten wie Robert Lewandowski oder Jadon Sancho Sturm-Kalibern einer ganz anderen Größenordnung gegenüber. Doch der Keeper bleibt in gewohnter Torwart-Manier entspannt: „Das ist alles Topniveau, aber die spielen ja auch nur Fußball. Es gilt jetzt in der Vorbereitung darauf zu gucken, was sich für uns Torhüter in der Bundesliga verändern wird. Wahrscheinlich musst du geistig einen Schritt nach vorne machen, gerade was die Entscheidungsfindung angeht.“

Arminias Torhüter wird in der 1. Liga also vielen und immer neuen Stresstests ausgesetzt sein . An dieser mentalen Komponente seines Spiels feilt Stefan Ortega Moreno seit dem ersten Training für die neue Saison mit Torwartcoach Marco Kostmann. „Schon im Bereich Spielaufbau wird man im Training viel mehr unter Stress gesetzt. Man muss versuchen, die richtigen Lösungen zu finden“, erklärt der Torwart.

Hinzu kommen verschiedene Formen des Reaktionstrainings und Übungen aus dem Bereich der Brain Activity. Ortega Moreno: „Man versucht, das Gehirn auf die nächste Stufe zu bringen, um unter Stress noch besser zu agieren.“

Bester Zweitligatorwart der vergangenen Saison

Dass der DSC-Keeper in allen Bereichen bereits ein Topniveau erreicht hat, zeigten seine Leistungen der vergangenen Saison. In der Kicker-Rangliste wird Ortega Moreno als bester Zweitligatorwart geführt. Seine anhaltend starken Leistungen brachten den Schlussmann auch bei Topklubs ins Gespräch. Bevor der 27-Jährige im Januar seinen Vertrag beim DSC bis 2022 verlängerte , buhlten etwa Bayer Leverkusen und Slavia Prag um die Dienste des Torwarts.

Diese Wertschätzung war Stefan Ortega Moreno in Bielefeld aber nicht immer gewiss. Bevor es den Keeper nach Arminias Zweitligaabstieg 2014 für drei Jahre zum TSV 1860 München zog, trauten dem Schlussmann Wenige eine große Karriere zu. Nicht gut genug, mit 1,85 Meter zu klein – die Argumente waren vielfältig.

Nachtragend ist Ortega Moreno deshalb nicht: „Es war der Antrieb zu zeigen, dass ich es kann. Die Leute, die immer geschimpft haben, denen tut das jetzt am meisten weh, dass ich es geschafft habe. Es hat sich ausgezahlt, einige Sachen zu schlucken und weiter Gas zu geben.“

Nun spielt er Bundesliga mit dem Klub, in dem er bereits in der Jugend aktiv war. Dem Verein, bei dessen letzter Bundesligasaison 2008/2009 er als Balljunge hinter der Bande stand. Oder wie es Stefan Ortega Moreno zusammenfasst: „Das ist schon aufregend.“

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