Arminia-Sportchef Samir Arabi über fehlende Fans und die Perspektive von Prince Owusu – mit Videointerview
„Ohne Corona wäre unsere Chance größer“

Scheffau (WB). Seit 19 Tagen befindet sich der DSC Arminia Bielefeld nun schon in der Vorbereitung auf die Saison in der Fußball-Bundesliga. Im Trainingslager in Scheffau am Wilden Kaiser (Tirol/Österreich) wollen Trainer Uwe Neuhaus und seine Aufsteiger die Basis legen für eine erfolgreiche Saison. Wie Arminias Chancen auf den Ligaverbleib stehen, auf welchen Positionen noch Handlungsbedarf herrscht und welche Perspektive Stürmer Prince Owusu beim DSC noch hat, darüber gibt Sport-Geschäftsführer Samir Arabi im Interview Auskunft.

Montag, 24.08.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 24.08.2020, 13:08 Uhr
Arminias Sportchef Samir Arabi (links) im Interview mit Redakteur Dirk Schuster. Foto: Thomas F. Starke
Arminias Sportchef Samir Arabi (links) im Interview mit Redakteur Dirk Schuster. Foto: Thomas F. Starke

 

In Christian Gebauer (SCR Altach), Nathan de Medina (Royal Mouscron), Jacob Laursen (Odense BK), Noel Niemann (1860 München) und Sergio Cordova (FC Augsburg) hat der DSC bisher fünf neue Spieler geholt. Sind Sie mit dem Kader zufrieden, Herr Arabi?

Samir Arabi: Zum jetzigen Zeitpunkt ja. Für ein abschließendes Urteil ist es aber noch zu früh. Das Transferfenster ist noch lange geöffnet. Aufgrund dessen, dass einige Ligen länger gespielt haben als andere, kommt der Markt nur langsam in Bewegung. Und aufgrund der Corona-Pandemie agieren nahezu alle Klubs überaus vorsichtig.

 

Arminia wird es als Aufsteiger erfahrungsgemäß schwer haben, die Klasse zu erhalten. Hätten Sie sich über einen Mitaufstieg des 1. FC Heidenheim, der in der Relegation knapp an Werder Bremen scheiterte, gefreut?

Arabi: Grundsätzlich gönnt man ja keinem Klub den Abstieg. Hätte allerdings Heidenheim die Relegation für sich entschieden, hätte das für uns eine Verbesserung von rund zwei Millionen Euro im TV-Geld ausgemacht. Betrachtet man die Konkurrenz in der 1. Liga, können wir jeden Euro sehr gut gebrauchen. Nur mal so zur Einordnung: Der VfB Stuttgart, unser Mitaufsteiger, hat bereits elf Millionen Euro an Ablöse für neue Spieler investiert. Der Hamburger SV, den wir vergangene Saison hinter uns gelassen haben, hat einen höheren Etat für die kommende Zweitligasaison als wir in der 1. Liga.

 

Welches werden die Teams sein, mit denen Arminia um den Klassenerhalt kämpft?

Arabi: Es hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass es einige Teams gibt, die mehr oder weniger regelmäßig um den Titel spielen wie Bayern, Dortmund, Leipzig. Danach kommen jene paar Klubs, die um die internationalen Plätze streiten. Der ganze Rest der Liga kämpft nahezu immer um den Klassenerhalt.

 

Wäre ohne Corona die Chance auf den Ligaerhalt für Arminia größer?

Arabi: Das denke ich schon, allein wenn ich an die Atmosphäre in den Stadien denke. Union Berlin zum Beispiel hat mit Hilfe seines Publikums in der Vorsaison Dortmund und Mönchengladbach zu Hause besiegt und ist in der Liga geblieben. In der Saison davor hat Fortuna Düsseldorf zu Hause auch Dortmund und Gladbach besiegt und blieb ebenfalls drin. Solche Überraschungssiege braucht es, um die Chance auf den Ligaerhalt signifikant zu erhöhen. Das ist ohne Frage ein Schlüssel zum Erfolg. Ohne Zuschauer fällt das natürlich deutlich schwerer – zumal wir wissen, dass wir uns auf den 12. Mann immer verlassen können.

Trainingslager in Scheffau - Tag 1-

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Wie viel Geld hätte Ihnen ohne Corona für die Kaderplanung mehr zur Verfügung gestanden?

Arabi: Das möchte ich nicht im Detail erläutern, aber die eine oder andere Million mehr hätten wir gewiss in den Kader investieren können.

 

Arminias jüngster Transfer ist Sergio Cordova. Im Testspiel gegen den SC Verl (2:1) hat er gleich getroffen. Welche Rolle trauen Sie ihm zu?

Arabi: Er hat als einer der wenigen Spieler in unserem Kader Bundesligaerfahrung. Und er hat gegen Verl bereits angedeutet, dass er uns mit seiner Wucht und Torgefährlichkeit als Team verbessern kann.

 

Werden noch weitere neue Spieler kommen?

Arabi: Wir halten die Augen offen. Es kann sein, dass in beide Richtungen noch etwas passiert.

 

Nach der Trennung von Tom Schütz verfügt der Kader lediglich noch über zwei nominelle Sechser, Manuel Prietl und Fabian Kunze. Wird noch ein weiterer defensiver Mittelfeldspieler gebraucht?

Arabi: Wie gesagt, wir halten unsere Augen offen. Aber klar ist: Wir sind auf der Sechserposition nicht überbesetzt.

 

Stürmer Prince Owusu, der bisher an den TSV 1860 München ausgeliehen war und dessen Vertrag 2021 endet, durfte nicht mit ins Trainingslager reisen. Wie sind seine Perspektiven bei Arminia?

Arabi: Wir haben die Situation mit ihm und seinem Berater erörtert und versuchen, gemeinsam eine Lösung für ihn zu finden. Im Angriff sind wir sehr gut besetzt, sodass wir ihm nahegelegt haben, sich einen neuen Verein zu suchen. Es gibt Interessenten, die an uns herangetreten sind. Prince soll die Phase nutzen, um sich intensiv über seine Zukunft Gedanken zu machen. Sollte sich nichts ergeben, würden wir ihn nach der Rückkehr aus Österreich wieder ins Mannschaftstraining integrieren.

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