Bevor Amos Pieper mit Arminia in die 1. Liga startet, bekommt er es mit Essens Super-Knipser zu tun
Erstmal Engelmann

Bielefeld/Essen (WB). Die Tage sind gezählt, bis Amos Pieper es in der Fußball-Bundesliga mit Gegnern wie Bas Dost (Frankfurt) und Jhon Cordoba (Köln), Davie Selke (Bremen) und Robert Lewandowski (Bayern) zu tun bekommt. Doch ehe es soweit ist, stellt ein ganz anderer den Verteidiger von Arminia Bielefeld auf die Probe. Die Rede ist von Simon Engelmann. Rot-Weiss Essens Angreifer sagt: „Knipsen ist das Geilste am Fußball.“

Samstag, 12.09.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 12.09.2020, 15:26 Uhr
Mit Volldampf unterwegs: Nach seinem Ausflug zum U21-Nationalteam tritt Amos Pieper am Montag mit Arminia in Essen an. Foto: Starke
Mit Volldampf unterwegs: Nach seinem Ausflug zum U21-Nationalteam tritt Amos Pieper am Montag mit Arminia in Essen an. Foto: Starke

Am Montagabend (18.30 Uhr) stehen sich Engelmann und Pieper im DFB-Erstrundenpokalspiel an der Essener Hafenstraße gegenüber. Und der Armine weiß, mit wem er es da zu tun bekommen wird. „Ich habe seinen Weg verfolgt und weiß, dass er viele Tore geschossen hat“, sagt Pieper über Engelmann. 26 Treffer in 26 Spielen waren es in der vergangenen Saison für den Essener Viertligarivalen SV Rödinghausen. Und auch seit seinem Wechsel zu RWE setzt Engelmann seinen Tor-Lauf nahtlos fort. Essens Vorstand Marcus Uhlig sagt: „Wenn ich mir seine Torquote angucke, muss ich sagen: Simon macht seinen Job. Er hat sowohl in unserem ersten Saisonspiel gegen Wiedenbrück getroffen (1:1), als auch alle unsere drei Tore beim 3:1 im Niederrhein-Pokalfinale gegen Kleve erzielt.“

Simon Engelmann trifft und trifft. Hier herzt ihn RWE-Trainer Christian Neidhart beim Ligaauftakt gegen Wiedenbrück.

Simon Engelmann trifft und trifft. Hier herzt ihn RWE-Trainer Christian Neidhart beim Ligaauftakt gegen Wiedenbrück. Foto: imago

Mit diesem Sieg hatte sich Essen für das Duell mit Arminia qualifiziert. Uhlig: „Simon hatte frühzeitig erklärt, Rödinghausen verlassen zu wollen. Da war es klar, dass wir uns um ihn bemühen. Er ist ein totaler Familienmensch. Wir haben uns intensiv um ihn und seine Familie gekümmert. So konnte es uns gelingen, auch höherklassige Klubs mit besseren Angeboten auszustechen.“

In der Regionalliga sind sich Pieper (früher Borussia Dortmund II) und Engelmann in einem direkten Duell bisher nicht begegnet. Doch fremd wird der Essener dem Bielefelder am Montag trotzdem nicht sein. „Wir haben ein top Analyseteam, das uns auch auf diesen Gegner perfekt vorbereiten wird“, sagt Pieper.

Je älter desto besser

Pieper ist jung und steht mit 22 Jahren noch am Anfang seiner Karriere. Aber er hat es schon in die Bundesliga geschafft. Engelmann ist schon 31 und sehr routiniert. Und es hat den Anschein, als würde er mit zunehmendem Alter immer besser werden. Drei Jahre lang ging er für den SV Rödinghausen auf Torejagd. Im ersten Jahr traf er zwölf Mal, im zweiten 19 und im dritten 26 Mal. Zwei Mal wurde er Torschützenkönig. Beim SVR ist Engelmann, der in Vechta (Niedersachsen) geboren wurde, regelrecht explodiert. Mit Rot-Weiss Essen verfolgt er nun jenes Ziel, das ihm mit Rödinghausen verwehrt blieb: den Aufstieg in die 3. Liga. „Ich will beweisen, dass ich noch höherklassig spielen kann. Dafür bin ich hierher gekommen, um das mit diesem Verein zu erreichen“, wird der Stürmer, der von 2013 bis 2015 auch schon das Trikot des SC Verl trug, auf der Homepage des Regionalligisten zitiert. Der Vertrag des studierten Wirtschaftsinformatikers ist bis 2022 gültig.

Früher in Verl oder auch bei RW Oberhausen habe er auch schon mal außen im Mittelfeld gespielt. „Mit meinen Qualitäten in der Box und beim Abschluss sehe ich mich aber in der Spitze – da fühle ich mich am wohlsten. Ich suche immer den Weg zum Tor“, sagt Engelmann.

Pieper kann Kuntz verstehen

Pieper und die anderen Abwehrspieler der Arminia werden ihn daran zu hindern versuchen. Pieper wird dann aufpassen, nicht wieder eine Rote Karte zu riskieren. Bei seinem Ausflug zum U21-Nationalteam war er am Dienstag in der EM-Qualifikationspartie gegen Belgien (1:4) wegen einer Notbremse schon nach 18 Minuten vom Platz geflogen. Nationalcoach Stefan Kuntz war danach angefressen . „Umstritten nein – unnötig ja”, hatte Kuntz über die womöglich spielentscheidende Szene gesagt und gemeint: „Wenn ich dem Stürmer schon nicht mehr hinterherkomme, dann lasse ich ihn ins Eins-gegen-eins gegen meinen Torhüter. Maximal macht er das 1:0, aber ich bin mit elf Mann am Platz.”

„Ich kann ihn verstehen, dass er die Rote Karte als unnötig bezeichnet“, sagt Pieper. Er habe mit Kuntz nach der Partie ein Vier-Augen-Gespräch geführt, in dem der Trainer ihn aufgemuntert habe. Pieper darf hoffen, zum nächsten Länderspiel-Doppelpack am 9. und 13. Oktober erneut eingeladen zu werden. In der vorherigen Partie gegen Moldau (4:1) war DFB-U21-Debütant Pieper von den Fans schließlich noch zum Spieler des Spiels gewählt worden.

Insgesamt zog der Armine, der in der abgelaufenen Zweitligasaison gerade mal zwei Gelbe Karten gesehen hat, ein positives Länderspiel-Fazit: „Für mich persönlich gab es mehr Licht als Schatten. Ich habe mich auch in der Anfangsphase gegen Belgien gut präsentiert. In den Sekunden vor der Roten Karte habe ich nicht an die Konsequenzen gedacht. Trotzdem nehme ich mehr Positives als Negatives von der Reise mit.“

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