Uwe Neuhaus warnt Arminia vor Essen: Nur spielerisch wird es nicht klappen
Zurück in seinem Revier

Bielefeld (WB). Es ist schon ein Weilchen her, dass Arminia Bielefeld als Erstligist und damit als glasklarer Favorit in ein Pokalspiel gegangen ist. 2008 quälte sich der DSC in Runde eins zu einem 2:1 beim Karlsruher Stadtteilklub ASV Durlach. Artur Wichniarek und ein beinahe in Vergessenheit geratener finnischer Angreifer namens Berat Sadik waren die Torschützen für die Ostwestfalen, deren Trainer Michael Frontzeck hieß.

Montag, 14.09.2020, 10:00 Uhr
2006 in Essen: RWE-Coach Uwe Neuhaus schüttelt vor dem Spiel Paderborns früherem Trainer Roland Seitz die Hand. Foto: Stefan Hörttrich
2006 in Essen: RWE-Coach Uwe Neuhaus schüttelt vor dem Spiel Paderborns früherem Trainer Roland Seitz die Hand. Foto: Stefan Hörttrich

Heute heißt Arminias Coach Uwe Neuhaus. Und der Gegner in der Partie am Montag um 18.30 Uhr trägt einen weitaus prominenteren Namen als jener von damals. Rot-Weiss Essen, Deutscher Meister von 1955, will den Ostwestfalen mindestens so zusetzen wie beim bisher letzten Pokalduell vor vier Jahren. Unter Coach Rüdiger Rehm brauchten die Arminen – damals Zweitligist – das Elfmeterschießen, um in die 2. Runde einzuziehen.

„Ich werde die Mannschaft in die Pflicht nehmen“, sagt Neuhaus und betont vor der Partie beim Viertligisten: „Es gibt keine lustlose oder überhebliche Vorstellung. Wir müssen uns kämpferisch und läuferisch mindestens auf dem Level von RWE bewegen.“ Den Arminen müsse klar sein, „dass wir nicht allein mit spielerischen Mitteln innerhalb weniger Minuten alles klar machen werden“.

Nach der fünfeinhalbwöchigen Vorbereitung herrsche vor dem ersten Pflichtspiel der Saison eine „Ungewissheit. Ein Erfolgserlebnis, ein überzeugendes Spiel würde sicher helfen“, so Neuhaus, der erklärt: „Ich spreche nicht von einem 5:0 oder so etwas. Das ist auch so ein Punkt, der die Mannschaft nicht belasten darf: Die Erwartungshaltung von außen, als Erstligist ein überragendes Spiel machen zu müssen. Das würde auf dem Platz nur belasten.“

Der Pokal sei „ein wichtiger Wettbewerb, um auch finanziell in der aktuellen Situation etwas gutmachen zu können“, betont Neuhaus. Die Corona-Pandemie zwingt die Klubs zum Sparen. Eine außerplanmäßige Einnahme könnte weiteren Spielraum für die angestrebte Verpflichtung eines Mittelfeldspielers eröffnen. Wie berichtet, ist der DSC weiterhin an Sebastian Vasiliadis vom Zweitligisten SC Paderborn interessiert.

Neuhaus ahnt natürlich, dass das eine zähe Angelegenheit werden kann an seiner alten Wirkungsstätte. Von 1984 bis ‘88 war Neuhaus Spieler bei RWE. „Als Trainer dauerte das Engagement nicht ganz so lange“, sagt er. Im April 2005 übernahm er den Klub als Zweitliga-Abstiegskandidaten. „Da war nichts mehr zu retten, beziehungsweise ich habe den Klub nicht mehr gerettet – wie man will.“ Im Folgejahr führte er RWE zurück, musste im November 2006 aber bereits wieder gehen. „Die ganz großen Emotionen sind raus nach so langer Zeit“, sagt der in Hattingen vor den Toren Essens geborene Neuhaus, der allerdings einräumt, dass RWE für ihn „kein Regionalligist wie jeder andere ist. Das wäre gelogen.“ Schließlich habe er über 20 Jahre in der Stadt gewohnt, allein das sorge für eine gewisse Verbundenheit.

„Die Hafenstraße ist berüchtigt“, weiß Arminias Abwehrspieler Amos Pieper. Diesmal werden Corona-bedingt allerdings nur 300 Menschen im Stadion sein. „Dass uns die Fans gerade in einem Duell mit einem höherklassigen Gegner besonders fehlen, dürfte klar sein“, bedauert RWE-Coach Christian Neidhart.

Neuhaus warnt indes vor der Essener Offensive. „Sie haben mit den beiden Rödinghausern Simon Engelmann und Felix Backszat viele Tore und Assists eingekauft.“

Offen ist noch, welche Neuverpflichtungen der DSC in Essen aufbieten wird. Die Abwehrspieler Nathan de Medina (Mouscron) und Jacob Laursen (Odense) sowie Angreifer Sergio Cordova (Augsburg) haben die besten Aussichten auf einen Starteinsatz. Auch der erst spät zum Team gestoßene Offensivakteur Ritsu Doan (Eindhoven) darf sich etwas ausrechnen.

So könnte Arminia spielen

Ortega Moreno – de Medina (Brunner), Pieper, Nilsson, Laursen – Prietl – Doan, Hartel – Soukou, Klos, Cordova

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