Arminia und das Aus im Pokal
Klos knallhart:„Schulnote 6“

Bielefeld/Essen (WB). Was war denn das? Noch immer können Arminia Bielefelds Anhänger kaum glauben, was sie von ihrer Mannschaft am Montagabend in Essen zu sehen bekamen. Der DSC hat mit dem Erstrunden-Pokal-Aus beim Viertligisten RWE einen glatten Fehlstart in die Pflichtspielsaison 2020/21 hingelegt. Zuletzt war Arminia 2006 in der ersten Runde an einem Regionalligavertreter hängen geblieben. Damals setzte es ein 1:2 beim SC Pfullendorf. Trainer Uwe Neuhaus und Kapitän Fabian Klos legten nach der Partie schonungslos offen, woran es beim Erstligisten an der Hafenstraße gehapert hatte.

Mittwoch, 16.09.2020, 03:00 Uhr
Au Backe, das ging mächtig daneben: Fabian Klos schmerzt das Pokal-Aus bei Rot-Weiss Essen. Foto: Thomas F. Starke
Au Backe, das ging mächtig daneben: Fabian Klos schmerzt das Pokal-Aus bei Rot-Weiss Essen. Foto: Thomas F. Starke

„In der ersten Halbzeit war die Zweikampfführung Schulnote 6. In der zweiten Halbzeit haben wir es dann probiert, da war die Chancenverwertung Schulnote 5-“, sagte Klos nach dem blamablen Auftritt.

Arminia fand 45 Minuten lang überhaupt keine Einstellung zum Spiel. Und bei der Entstehung des entscheidenden Treffers durch Simon Engelmann (33. Minute) leistete sich Neuzugang Jacob Laursen auch noch einen kapitalen Stellungsfehler. Klos sagte: „Essen hat ein gutes Spiel gemacht, wir ein sehr schlechtes. Darum haben wir verdient verloren.“

Zwar bemühten sich die Ostwestfalen nach dem Wechsel um den Ausgleich. Doch was sich bereits in der Saisonvorbereitung abzeichnete, bestätigte sich auch in Essen: Arminia ist im Angriff aktuell zu harmlos. Um so überraschender, dass Trainer Neuhaus in der gerade auch finanziell so wichtigen Pokalpartie in Essen ausgerechnet seinen treffsichersten Angreifer der Vorbereitung zunächst auf der Bank ließ. Sergio Cordova hatte sowohl beim 2:1-Erfolg in Verl getroffen als auch mit einem Doppelpack beim 3:2 gegen Duisburg überzeugt.

Gefährlicher mit Cordova

Mit der Hereinnahme des Venezolaners wurde Arminia in der zweiten Hälfte sogleich gefährlicher. „Die zweite Halbzeit war okay, wir haben viele Chancen herausgespielt und herausgekämpft“, sagte Neuhaus.

Was der 60-Jährige allerdings in der ersten Halbzeit gesehen hatte , hatte ihm die Laune verhagelt. Am Sky-Mikrofon sagte Neuhaus: „Ich schäme mich für die erste Halbzeit, für die gebotene Nicht-Leistung. So kannst du im DFB-Pokal nicht auftreten, egal gegen wen du spielst. Im Hintergrund dann noch die angespannte finanzielle Lage durch Corona; keine Zuschauer. Das war schon fast Verweigerung.“

Später legte er in der Pressekonferenz nach: „Die erste Halbzeit war eine absolute Unverschämtheit, das ist nicht zu erklären. Ich habe keine Begründung dafür.“

Worte, die man von Uwe Neuhaus in Bezug auf seine Mannschaft so noch nie gehört hat. Warum auch? Die Pleite in Essen war erst die achte in einem der insgesamt 55 Pflichtspiele, seit Neuhaus im Dezember 2018 das Traineramt beim DSC übernommen hat. Und es war die erste Niederlage seit dem 0:3 am 21. Dezember beim FC St. Pauli.

Aber: Das 0:1 bei RWE war auch eine ausgesprochen teure Niederlage . Das Weiterkommen hätte den Ostwestfalen eine Prämie von geschätzt 270.000 Euro eingebracht, die stattdessen nun die Essener einstreichen. Und wer weiß, wie weit die Ostwestfalen noch gekommen wären?

Die Einnahmen werden fehlen

Die Einnahme fehlt den Bielefeldern nun auch bei ihrem Bestreben, den Kader weiter auf Erstliganiveau zu trimmen. Sebastian Vasiliadis (SC Paderborn) steht bekanntlich auf der Wunschliste. Den Arminen war bislang die Ablöseforderung des SCP zu hoch. Es wird nun gewiss nicht leichter, den Mittelfeldspieler zu bekommen. Zusammenfassend bedeutet das: Mit der Niederlage in Essen ist nicht nur die Pokalsaison früh beendet, auch die Chancen auf den Klassenerhalt haben sich verschlechtert.

Mit der Partie bei Eintracht Frankfurt startet der Aufsteiger nun am Samstag um 15.30 Uhr in die 1. Liga. Das Pokal-Aus, so Neuhaus, „trübt die Laune definitiv. Das wird die nächsten Tage bis Frankfurt bestimmen.“ Der Trainer sagte, er werde „Dinge hinterfragen und die Mannschaft damit konfrontieren“. Es sei allerdings „die Frage, wie lange man das machen sollte“. Neuhaus ist sich offenbar nicht sicher, wie die Spieler den Rückschlag verkraften: „Die Mannschaft weiß, dass sie ein anderes Gesicht zeigen muss. Ob sie das auch vom Kopf her kann mit diesem Spiel im Nacken, wird man dann sehen.“

Der Trainer erwartet jedenfalls eine Steigerung. Neuhaus: „Wir müssen am Samstag eine völlig andere Leistung zeigen, sonst haben wir gar keine Chance.“

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