1:1 in Frankfurt – Arminia gelingt respektable Bundesligarückkehr
Mit weichen Knien und tollem Tor

Frankfurt (WB). Nun ist Arminia Bielefeld also zurück auf der größten Unterhaltungsbühne des deutschen Sports. Überraschenderweise hat der Aufsteiger einem der Größeren der Branche dabei phasenweise gleich zum Auftakt die Show gestohlen. Das erste Bundesligator, der erste Punkt in Liga eins nach mehr als elf Jahren entschädigten am Ende somit auch für eine Woche der Extreme.

Montag, 21.09.2020, 03:00 Uhr
Cebio Soukou erzielt Arminias 1:0 in Frankfurt und damit das erste DSC-Bundesligator seit Mai 2009. Foto: Thomas F. Starke
Cebio Soukou erzielt Arminias 1:0 in Frankfurt und damit das erste DSC-Bundesligator seit Mai 2009. Foto: Thomas F. Starke

Waren die Arminen am Montag nach dem ziemlich peinlichen Pokal-Aus in Essen noch mit hängenden Köpfen vom Platz geschlichen, war die Brust am späten Samstagnachmittag in Frankfurt bei den meisten unverkennbar breit . Ein 1:1 (0:0) gegen den Europa-League-Achtelfinalisten hatten dem Etat-Zwerg aus Ostwestfalen wohl die wenigsten zugetraut. „Wir hatten uns nach dem bescheidenen Pokalspiel vorgenommen, als Mannschaft aufzutreten und uns so zu präsentieren, dass wir stolz den Heimweg antreten können“, sagte Trainer Uwe Neuhaus. Und das konnten die Arminen. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Das freut mich für die Jungs, dass sie sich nach einem aufopferungsvollen Kampf belohnt haben“, lobte Sport-Geschäftsführer Samir Arabi .

1. Spieltag: Eintracht Frankfurt vs. DSC Arminia (1:1)

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Es wäre mehr drin gewesen, wenn der Aufsteiger mehr Ruhe, Abgeklärtheit und Kaltschnäuzigkeit mit nach Frankfurt gebracht hätte. Denn es war die Arminia, die im Deutsche Bank Park zur Führung traf. Nach einem Zuckerpass von Sergio Cordova lupfte Cebio Soukou den Ball gekonnt ins Tor (51.). Es war Arminias erster Bundesligatreffer seit Mai 2009.

Frankfurt lässt Chancen liegen

Zugegeben: Die Eintracht hätte zu diesem Zeitpunkt schon 2:0 führen müssen. Erst ließ Danny da Costa eine Riesenchance liegen (22.). Dann nahm André Silva, der Torwart Stefan Ortega Moreno schon umkurvt hatte, den schwereren Weg über die Hacke – und scheiterte dann doch noch an Arminias Schlussmann (32.). Unterm Strich war das 1:1 der Frankfurter durch jenen Silva (62.) absolut verdient. Aber eben genau so verdient war der Punkt für den DSC. Denn der Underdog verteidigte stark und schaffte es immer wieder, die Frankfurter mit schnellem Umschaltspiel zu ärgern.

Allerdings ärgerte die finale Ausführung dieser Szenen Uwe Neuhaus dann im Nachhinein doch: „Der Kritikpunkt von mir an die Mannschaft ist, dass wir es versäumt haben, auf dem Weg nach vorne die großen Räume zu nutzen. Wir haben es häufig nicht bis zum Abschluss geschafft.“

Das war oft fahrlässig und selten abgeklärt, was am neuen, aufregenderen Arbeitsumfeld gelegen haben dürfte. Eine anfängliche Nervosität merkte man nämlich allen Arminen an. „Zu Beginn hat jeder gemerkt, dass wir Respekt hatten, dass wir nervös waren. Für viele war es das Debüt. Mit der Zeit haben wir uns aber gefangen“, analysierte Anderson Lucoqui. Der Linksverteidiger war einer von vier Startelf-Neulingen, die Neuhaus berufen hatte. Es sollte Veränderungen nach der Pokal-Schmach geben, das hatte der Trainer angedeutet. So rotierten neben Lucoqui noch Sergio Cordova, Mike van der Hoorn und Nathan de Medina ins Team.

6500 Zuschauer beim Auftakt

Letzterer zog sich bei einem Foul gegen Frankfurts Sebastian Rode womöglich selbst eine schwerere Verletzung zu. Der Debütant musste schon nach 13 Minuten für Cedric Brunner vom Feld. „Nathan soll so schnell wie möglich ins MRT, damit wir Gewissheit haben“, sagte Neuhaus. Mit einer Diagnose wird am Montag gerechnet.

Doch nicht nur die neue Liga beflügelte den Neuling. Es waren auch die Umstände, die zumindest ein klein wenig an die Atmosphäre erinnerten, die man vor Corona kannte. 6500 Heim-Fans durften beim Bundesligaauftakt in Frankfurt dabei sein.

Sportchef Samir Arabi im Aktuellen Sportstudio

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Er war also wieder da, dieser Klangteppich aus Anfeuern, Jubeln, Klatschen, Stöhnen und Meckern, der bei den gruseligen Geisterspielen einer großen Leere weichen musste. Aber zugegeben: 6500 ersetzten eben doch keine 51.000, die im ausverkauften Frankfurter Stadion in normalen Zeiten für ordentlich Alarm sorgen. Aber: Es war ein Anfang. „Es war toll. Diese Lautstärke bringt auch Energie auf den Platz“, freute sich DSC-Verteidiger Mike van der Hoorn. Und Neuhaus befand: „Man hat das Gefühl, dass wieder Atmosphäre da war. Und dass es überhaupt jemanden interessiert, wenn man den Ball von hinten nach vorne bewegt.“

Grundsätzlich dürften am Samstag viele in der Bundesliga Notiz genommen haben vom respektablen Auftritt des Aufsteigers. Dass es noch viel Potenzial gibt, darin waren sich alle Beteiligten einig. Aber es war ein Anfang. Und ein wichtiger Stimmungsaufheller in der Woche der Extreme.

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