Und was Arminia-Sportchef Arabi noch mit Köln und dem FC verbindet
Ein Autogramm von Littbarski

Bielefeld (WB). Selbstverständlich hatte Samir Arabi geahnt, dass ihm Fragen nach seiner Beziehung zum 1. FC Köln im Vorfeld der Partie am Samstag um 15.30 Uhr gegen die Rheinländer nicht erspart bleiben würden. Entsprechend hatte sich der Sport-Geschäftsführer des DSC Arminia für die Pressekonferenz am Donnerstagmittag auch präpariert.

Freitag, 25.09.2020, 14:00 Uhr aktualisiert: 25.09.2020, 14:10 Uhr
Begehrter Schriftzug: Der frühere Profi des 1. FC Köln, Pierre Littbarski, schreibt Autogramme. Das Foto stammt aus dem Jahr 1983. Foto: imago
Begehrter Schriftzug: Der frühere Profi des 1. FC Köln, Pierre Littbarski, schreibt Autogramme. Das Foto stammt aus dem Jahr 1983. Foto: imago

Wie aus der Pistole geschossen antwortete Arabi auf die obligatorische Frage nach dem für ihn besonderen Spiel mit: „Ja, aber das hat weniger mit dem 1. FC Köln zu tun, sondern mehr mit der Vorfreude auf unser erstes Bundesligaspiel in der Schüco-Arena. Da spielen Dinge, wie dass ich mal in der Stadt gelebt habe, nicht einmal eine untergeordnete Rolle, sondern gar keine Rolle.“

Der 41-Jährige mag insgeheim gehofft haben, dass das Thema damit erledigt sein würde. Doch nach neuneinhalb Jahren, die der gebürtige Rheinländer (Aachen) nun schon beim DSC im Amt ist, sind die Archive gut gefüllt mit Aussagen Arabis über jenen Klub, der ihn vor gar nicht allzulanger Zeit auch noch gerne von Arminia abgeworben und selbst als Sportchef inthronisiert hätte.

Mit dem Vater ins Müngersdorfer Stadion

Fast genau ein Jahr ist das jetzt her. Arabi hatte seinerzeit Gespräche mit den Kölnern geführt. Und kurze Zeit später im Video-Interviewformat „DSC Drive“ erklärt : „Mein Vater und ich sind damals immer zusammen ins Müngersdorfer Stadion gefahren. Das ist der einzige Klub, von dem ich ein Trikot und einen Schal besessen habe. Und ich glaube der einzige Spieler, von dem ich mir jemals ein Autogramm geholt habe, war damals im Kaufhof Pierre Littbarski. Natürlich hat man da eine besondere Nähe zum Verein und zu der Stadt.“ „Litti“, wie der Ex-Nationalspieler des FC genannt wurde, arbeitet heute als Markenbotschafter für den VfL Wolfsburg, dessen Profiteam er 2011 interimsweise als Chefcoach betreute. Im April feierte Littbarski seinen 60. Geburtstag.

Samir Arabi lebte lange in Köln. Seit 2011 ist er Sportchef bei Arminia Bielefeld.

Samir Arabi lebte lange in Köln. Seit 2011 ist er Sportchef bei Arminia Bielefeld. Foto: Starke

Arabi lernte in Köln seine Frau Simone kennen, die gemeinsame Tochter ist dort zur Welt gekommen, „wir haben Luftlinie 400 Meter entfernt vom Geißbockheim gewohnt“, zählt der 41-Jährige auf, was ihn noch alles mit der Stadt verbindet.

Die Konversation mit den FC-Verantwortlichen brach Arabi dennoch ab. „Das war nach den Gesprächen ein Abwägen“, sagte er dem WESTFALEN-BLATT. „Die Entscheidung habe ich aus vollster Überzeugung getroffen. Es war aber keine gegen den 1. FC Köln und gegen weitere Gespräche, sondern weil ich sage: Das hier, das ist mein Projekt.“ Hinzu komme, dass er sich mit seiner Frau und den inzwischen zwei Kindern in Bielefeld „total heimisch“ fühle.

Köln seit zehn Spielen sieglos

Auch das dürfte ein Grund dafür sein, dass Arabi am Samstag ganz sicher „nicht sentimental“ werde. Was für den Sportchef am allermeisten zählt, sind die drei Punkte. „Wir haben in jedem Spiel die Chance zu punkten, auch in diesem“, betonte Arabi. Die jüngere Kölner Bundesliga-Bilanz stützt seine These. Saisonübergreifend wartet der FC seit zehn Erstligapartien auf einen Sieg. Der bislang letzte Dreier datiert vom 6. März 2020. Damals feierten die Rheinländer einen 2:1-Erfolg beim SC Paderborn. Es folgten vier Unentschieden und fünf Niederlagen, ehe vor einer Woche die neue Saison gleich wieder mit einem 2:3 gegen Hoffenheim losging.

Während die Kölner just vor dem Spiel in Bielefeld noch die beiden Offensivspieler Tolu Arokodare (19, Valmiera FC/Lettland) und Dimitrios Limnios (22, Paok Saloniki/Griechenland) begrüßten, müssen die Bielefelder weiterhin sehr genau gucken, was sie mit ihrem Budget anstellen. Arabi: „Wir wären in der Lage noch etwas zu machen und haben auch die eine oder andere Idee. Wenn sich das aber nicht umsetzen lässt, werden Trainer Uwe Neuhaus und ich trotzdem keine schlaflosen Nächte haben.“

Den Schlaf könnte Arabi da schon eher die miese Bilanz gegen die Kölner rauben, seit er bei Arminia im Amt ist. Alle vier Zweitligaduelle zwischen 2013 und 2019 gingen verloren – 0:1, 0:2, 1:3, 1:5. Höchste Zeit also, der alten Liebe mal richtig weh zu tun.

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