1:0 – Bielefeld gewinnt Bundesliga-Heimauftakt gegen den 1. FC Köln
Edmundsson lässt Arminia jubeln

Bielefeld (WB). Aufsteiger Arminia Bielefeld hat seinen Heimauftakt in der Fußball-Bundesliga gewonnen. Die Ostwestfalen besiegten am Samstagnachmittag den 1. FC Köln in der Schüco-Arena mit 1:0 (0:0). In einem allenfalls mäßig unterhaltsamen, aber jederzeit spannenden Spiel war Joker Joan Simun Edmundsson mit seinem Treffer in der 78. Minute der Mann des Tages.

Samstag, 26.09.2020, 17:23 Uhr aktualisiert: 27.09.2020, 08:01 Uhr
Der Jubel ist riesig: Die Arminen feiern ihren Siegtorschützen Joan Simun Edmundsson (Mitte). Foto: Thomas F. Starke
Der Jubel ist riesig: Die Arminen feiern ihren Siegtorschützen Joan Simun Edmundsson (Mitte). Foto: Thomas F. Starke

Nach 4145 Tagen kehrte Bundesliga-Fußball zurück auf die Alm. Ihr bis Samstag letztes Erstligaspiel hatten die Ostwestfalen am 23. Mai 2009 in der Schüco-Arena absolviert. Damals bedeutete das 2:2 gegen Hannover 96 den Abstieg in die 2. Liga.

Vor dem Anpfiff gedachten die Arminen mit einer Schweigeminute Gerhard Weber. „Ohne ihn wären wir heute nicht hier“, sagte DSC-Präsident Hans-Jürgen Laufer. Weber war in der Woche vor dem Spiel verstorben. Der Modeunternehmer aus Halle/Westfalen hatte Arminia über viele Jahre unterstützt und den Klub sogar vor der Insolvenz bewahrt.

2. Spieltag: DSC Arminia vs. 1. FC Köln (1:0)

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5460 Zuschauer – rund 20 Prozent der Gesamtkapazität – waren angesichts der Corona-Bedingungen zum Spiel zugelassen. „Ich glaube schon, dass ungefähr 6000 Zuschauer gerade in einem kleineren Stadion schon mächtig Stimmung machen können“, hatte Arminia-Trainer Uwe Neuhaus im Vorfeld erwartungsfroh geäußert. Zuvor hatten die Ostwestfalen daheim zuletzt am 1. März vor Publikum gespielt. Damals gab es im Zweitligaspiel gegen Wehen Wiesbaden einen 1:0-Erfolg.

Die Stimmung auf der Alm war von Anfang an sehr gut. Nur das gelegentliche rhythmische Klatschen erinnerte dann allerdings doch eher an Tennis- als an Fußballatmosphäre. Auswärtsfans waren zu der Partie keine zugelassen. Nur auf der Osttribüne hatte sich ganz an der Seite unweit vom eigentlichen Gästeblock tatsächlich eine kleine, rot-weiße Köln-Fahne unter das Schwarz-Weiß-Blau gemogelt. Stehplätze gab es keine, der Konsum von Alkohol war untersagt. Der Zutritt war nur mit einem personalisierten Ticket möglich.

Wie erwartet ersetzte auf der rechten Bielefelder Abwehrseite Cedric Brunner den verletzten Nathan de Medina. Der Belgier hatte sich beim ersten Saisonspiel vor einer Woche in Frankfurt (1:1) eine Außenbandzerrung im Knie zugezogen.

Bei den Gästen reagierte Trainer Markus Gisdol ebenfalls mit einem Wechsel auf die Niederlage am vergangenen Samstag gegen 1899 Hoffenheim: Kingsley Ehizibue ersetzte Marco Höger. Das 2:3 gegen die Kraichgauer war saisonübergreifend Kölns zehntes siegloses Erstligaspiel in Folge.

Arminia überzeugte die eigenen Anhänger im ersten Abschnitt mit einer kämpferisch und phasenweise auch spielerisch ansprechenden Leistung. Im Strafraum fehlte den Ostwestfalen aber wie zuletzt häufiger die Durchschlagskraft.

Köln kam zwar seltener vor das gegnerische Tor als der DSC, war bei den wenigen Aktionen aber gefährlich. Es lief die fünfte Minute, als FC-Angreifer Sebastian Andersson eine Flanke von Ehizibue nicht richtig erwischte. Der Einsatz des Neuzugangs von Union Berlin war fraglich, Anderssons Fuß hatte sich aber rechtzeitig von einer Trainingsverletzung erholt.

Drei Minuten vor der Pause hatte Köln dann die Riesenchance zur Führung. Ein Freistoß von Ondrej Duda rutschte bis an den zweiten Pfosten durch. Der freistehende Rafael Czichos war im Fünfmeterraum offenbar etwas zu überrascht. Stefan Ortega Moreno im Arminia-Kasten griff rechtzeitig zu (42.).

„Die sich bietenden Räume müssen wir besser nutzen, um mehr Torchancen zu kreieren“, hatte DSC-Mittelfeldakteur Marcel Hartel vor dem Duell mit seinem Ex-Klub, für den er 15 Jahre (2002 bis 2017) spielte, gefordert. Im ersten Abschnitt aber war Arminia ohne zwingende Torgelegenheit geblieben.

Nach Wiederbeginn kam das Publikum ebenso schwer in Tritt wie der DSC. Chancen blieben auf beiden Seiten Mangelware. Mit der Hereinnahme von Stürmer Sven Schipplock für den überzeugend aufspielenden Ritsu Doan versuchte Neuhaus noch einen Akzent zu setzen.

Den lieferte dann aber Joan Simun Edmundsson. Der Färinger, der für den blass gebliebenen Sergio Cordova in die Partie gekommen war, traf nach einem langen, präzisen Ball von Keeper Ortega Moreno völlig überraschend zum 1:0 für den Gastgeber. Edmundsson war der Ball bei der Annahme eigentlich schon ein bisschen zu weit vom Fuß gesprungen. Doch irgendwie brachte er die Kugel aus fast unmöglichem Winkel am herausgeeilten Köln-Keeper Timo Horn vorbei ins Netz (78.). Glück? Genialität? Ganz egal! „Der DSC, der DSC, der DSC ist wieder da, der DSC ist wieder da-ha, der DSC ist wieder da!“, skandierten die Fans. Arminia brachte den Vorsprung über die Zeit.

Fast auf den Tag genau ein Jahr ist Bielefeld daheim jetzt schon ohne Niederlage. Die bisher letzte Pleite gab es am 27. September 2019 gegen den VfB Stuttgart (0:1). Seitdem holte der DSC neun Siege und fünf Remis.

Die Stimmen zum Spiel gibt es  hier .

Bielefeld: Ortega Moreno - Brunner, Pieper, van der Hoorn, Lucoqui - Prietl - Doan (73. Schipplock), Hartel (88. Kunze) - Soukou, Klos, Cordova (67. Edmundsson)

Köln: T. Horn - Ehizibue, Bornauw, Czichos, J. Horn - Skhiri, Hector (46. Drexler), Rexhbecaj (86. Sörensen), Duda (75. Özcan), Thielmann (62. Limnios) - Andersson (75. Arokodare)

Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg)

Zuschauer: 5460

Tore: 1:0 (78.) Edmundsson

Gelbe Karten: Klos, Schipplock / Hector, Czichos, Sörensen

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