1:0 gegen Köln – Arminias Siegtorschütze Edmundsson wandelt auf Kampers Spuren
„I am einfach happy“

Bielefeld (WB). Was haben Jonas Kamper und Joan Simun Edmundsson gemeinsam? Ganz einfach: Mit ihrem Sprachmix aus Deutsch und Englisch, genannt Denglisch, haben sich beide auf ewig einen festen Platz in der schwarz-weiß-blauen Sprüche-Bestenliste gesichert. Arminia-Profi Edmundsson fabulierte nach seinem Siegtor zum 1:0 (0:0) im Heimspiel am Samstag gegen den 1. FC Köln : „Meine ersten Minuten in der Bundesliga und dann gleich ein Tor – vielleicht ein bisschen glücklich, aber I will take it, so I am einfach happy!“

Montag, 28.09.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 28.09.2020, 06:33 Uhr
Ein Schuss Genialität? Oder einfach nur Glück? Edmundsson trifft zum 1:0. Foto: Thomas F. Starke
Ein Schuss Genialität? Oder einfach nur Glück? Edmundsson trifft zum 1:0. Foto: Thomas F. Starke

Unweigerlich wurden Erinnerungen wach an Jonas Kamper. „We have to fight weiter“, denglischte der Däne einst fordernd in die eigene und in die Richtung seiner Mitspieler, in der Bundesligasaison 2007/08 bloß nicht nachzulassen. Kamper schaffte es damit sogar in die Vorauswahl der besten Sprüche, die die „Deutsche Akademie für Fußballkultur“ Jahr für Jahr kürt.

Publikum entzückt

Kamper, der heute 37 Jahre alt ist und seine Karriere vor zwei Jahren beendet hat, avancierte damals nicht nur wegen dieses Zitats, sondern auch wegen einiger unvergesslicher Tore zum Publikumsliebling in Bielefeld, darunter sein 2:1-Siegtreffer 2006 per Freistoß gegen die Bayern.

Auch Edmundsson, der am Samstag erst in der 67. Minute eingewechselt worden war, versetzte nun das Publikum auf der Alm in Entzücken. Nach einem langen und präzisen Zuspiel von Torwart Stefan Ortega Moreno schoss der Färinger den Ball am verdutzten Kölner Keeper Timo Horn vorbei aus schier unmöglichem Winkel hinein ins kurze Eck (78. Minute).

Eine Art Thomas-Müller-Moment

Später schilderte Edmundsson die einzig wirklich aufregende Szene in einer ansonsten zwar spannenden , aber nahezu höhepunktfreien Erstligapartie so: „Ich habe niemanden vor dem Tor gesehen, auf den ich den Ball querlegen konnte. Dann habe ich einfach probiert, mit meinem rechten Fuß das target zu treffen. Und ja, it went in!“ Es sei „ein Mix aus Glück und ein bisschen Qualität“ gewesen, fasste er zusammen. Eine Art Thomas-Müller-Moment für den Arminen, wenn man so will.

„Wenn ich Eddi frage, ob er das Tor absichtlich so gemacht hat, sagt er hundertprozentig ja. Aber ich bezweifle es“, sagte Marcel Hartel lachend, während Sport-Geschäftsführer Samir Arabi meinte: „Wenn es Absicht war, wird er mir die Wahrheit sagen.“

Gespräch mit dem Matchwinner

Uwe Neuhaus suchte bereits unmittelbar nach dem Schlusspfiff das Gespräch mit dem Matchwinner. „Er hat steif und fest behauptet, dass er rechts und links gleichstark ist. Aber er hat ja einen guten Humor und hat zum Glück den Ball mit seinem rechten Huf nicht richtig getroffen“, sagte der DSC-Coach.

2. Spieltag: DSC Arminia vs. 1. FC Köln (1:0)

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Dass Edmundsson so im Mittelpunkt stand, ist eine Weile her. 2018 zur Arminia gewechselt, war der 29-Jährige in der Rückrunde der vergangenen Zweitligasaison nicht mehr unumstritten. „Die letzten Monate waren schwer für ihn“, sagte Neuhaus. „Er hatte immer wieder Beschwerden am Knie. Wenn er zweimal trainiert hat, hatte er gleich wieder richtig große Probleme.“

Edmundsson kam in den Testspielen vor der Saison kaum zum Einsatz. „Aber in den vergangenen 14 Tagen hat er sich wieder rangekämpft“, lobte Neuhaus. Darum habe er ihm eine Chance gegeben, die er gleich nutzte – zum Leidwesen der Kölner, die dadurch schon wieder mit zwei Pleiten in eine Bundesligasaison starteten. Als Edmundsson in der Schlussphase traf, hatte Köln das Spiel ganz gut im Griff. „Es sah nicht danach aus, dass wir verlieren würden“, ärgerte sich FC-Coach Markus Gisdol.

Bundesliga-Geschichte geschrieben

Edmundsson, dessen erste Aktionen nach seiner Hereinnahme etwas ungelenk wirkten, schrieb dagegen Bundesliga-Geschichte. „Ich weiß, dass fast jeder auf den Färöer-Inseln auf die Bundesliga guckt, weil die Leute wissen, dass ich der erste Spieler hier von dort bin“, sagte er, nachdem er als erster Färinger in der Bundesliga getroffen und Arminia den ersten Heimsieg nach der Rückkehr ins Oberhaus gesichert hatte. Der Nationalspieler ist der einzige Profi von der zu Dänemark gehörenden Inselgruppe, der neben Keeper Gunnar Nielsen (debütierte 2010 für Manchester City) in einer europäischen Top-Liga Fuß fasste.

Das 1:0 gegen Köln war der erste Erstligaheimsieg der Arminia seit dem 22. November 2008 (damals 2:1 gegen Leverkusen, DSC-Torschützen Daniel Halfar und Artur Wichniarek). „Ich möchte gern feiern“, sagte Edmundsson, „aber ich habe morgen Training.“

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